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    Der Glaubenskrieg

    Flugzeug innenWas passiert, wenn die Südtiroler Bevölkerung im Juni beim Referendum Nein zum Flughafen sagen sollte? 

    Was passiert bei einem Nein zum Flughafen beim bevorstehenden Flughafenreferendum?

    „Dasselbe, was im Flughafengesetz Kompatschers für ein Scheitern des Konzeptes vorgesehen ist – die Flughafenfinanzierung wird eingestellt“, so Andreas Pöder.

    In einer Aussendung wirft der Landtagsabgeordnete der BürgerUnion dem Landeshauptmann vor, er „zerschieße“ seine eigenen Argumente.

    Andreas Pöder schreibt:

    „Da bemühen sich Arno Kompatscher und die Flughafenlobby seit Wochen vehement, den Bürgern klar zu machen, dass ein Nein zum Flughafen beim bevorstehenden Flughafenreferendum eigentlich gar nicht möglich sei, weil dann der Flughafen völlig der Kontrolle des Landes entgleite.
    Dabei sieht Arno Kompatscher in seinem Flughafengesetzentwurf genau dasselbe vor, was einem mehrheitlichen Nein zum Flughafen passieren wird, nämlich die öffentliche Finanzierung des Flughafens wird eingestellt.“

    Andreas Pöder zitiert in diesem Zusammenhang aus dem Artikel 4 des Landesgesetzentwurfes 60/15 von Landeshauptmann Kompatscher, darin steht schwarz auf weiß:

    „Wird das Entwicklungsziel laut Artikel 2 Absatz 1 nicht erreicht, so wird die öffentliche Finanzierung laut Artikel 3 eingestellt.“

    Das Entwicklungsziel, erklärt Pöder, seien mindestens 170.00 Fluggäste im Jahr ab 2022. „Das bedeutet, dass Landeshauptmann Kompatscher und die Flughafenbefürworter selbst per Gesetz die Streichung der Landesgelder für den Flugplatz vorsehen hat“, so der Oppositionsvertreter.
    Ein Zusatz, dass das dann in einer Katastrophe enden würde, sei im Kompatscher-Gesetzentwurf nicht zu finden.

    Also gelte: „Wenn die Bevölkerung bei der Volksbefragung am 12. Juni Nein zum Flughafengesetzentwurf Kompatschers sagt, sagt sie gleichzeitig Nein zur weiteren Finanzierung des Bozner Flughafens, genau das, was Kompatscher in seinem Gesetzentwurf als Konsequenz aus einem Scheitern seines Konzeptes vorsieht.

    Mit dem Unterschied, dass die Bevölkerung am 12. Juni nach 120 Millionen ausgegebenen Steuergeldern für den Bozner Flughafen einen Schlussstrich unter den nie aus den Turbulenzen kommenden Bozner Airport ziehen kann, ohne weitere 80 Millionen Euro in ein mehr als riskantes Projekt zu stecken“, so Pöder.

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    Kommentare (10)

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    • libelle

      ich kann hier den Skandal nicht ganz erkennen: es war aus meiner Sicht immer klar, dass wir darüber abstimmen sollen, ob der Flughafen noch 5 Jahre Zeit bekommen soll, sich als öffentlicher und vom Land finanzierter Flughafen zu beweisen. Bei NEIN bzw wenn er es in diesen fünf Jagren nicht schafft, dann zahlt das Land nichts mehr und wer anderer führt den Flughafen. ob das ein Privater ist oder eine Firma – keine Ahnung. hab ich da was falsch verstanden??

    • besserwisser

      gar nix passiert. die größten schwätzer werden weiter schwätzen und träumen … dabei täten sie gut daran mal an die bilanzen im eigenen haus zu schaun statt mit fremdem geld großzutun …

    • jennylein

      Der LH hat schon tausendmal erklärt was bei einem Nein passieren wird. Die Führung des Flughafens wird neu ausgeschrieben. Ob sich jemand findet, der den Flughafen führen will steht in den Sternen. Aus wirschaftlicher Sicht scheint es unwahrscheinlich, aber wer weiss…

      Sicher ist nur, dass der Flughafen Flughafen bleibt, unabhängig ob das Land die rechtliche Möglichkeit hätte das Areal einem anderen Nutzungszweck zuzuführen, was Pöder behauptet. Denn auch wenn dem so wäre, was ich sehr bezweifle da ich den LH für keinen Lügner halte und mir auch nicht vorstellen kann, dass das Militär dem nur so zustimmen würde, so wäre ein solcher Beschluss sch8n politisch unmöglich und würde schon vom Rechnungshof blockiert.

    • gerry

      Da es Kompatscher nicht so eng mit Artikeln u. Versprechungen hält wird er bei einer Nichterreichung der 170,000 Passagiere andere Wege finden um die Weiterfinanzierung zu ermöglichen.

    • markusgufler

      ist schon spannend wie wenig rechen- und errinerungs-fähigkeit die Gegner den Bürgern zutrauen.
      Einerseits fantasieren sie etwas von 20 oder gar 30 Flugzeugen in der Stunde (also eines alle zwei Minuten was nicht einmal internationale Großflughäfen auf einer Landepiste schaffen) und andererseits machen sie sich sorgen, dass die Landesregierung bei Nicht-Erreichen der 170.000 Passagiere ja eh die Finanzierung einstellen muss.
      Sollten da wirklich ein paar sein die sich das nicht ausrechnen können: bei einer durchschnittlichen Belegung von 80 Personen (Innsbruck und Verona haben einen Wert von ca. 100) bräuchte es zum Erreichen der 170.000 Passagiere 2100 Flugbewegungen. Aufgeteilt auf die 365 Tage eines Jahres wären das knapp 3 Starts und 3 Landungen pro Tag, Und nicht 20 oder 30 wo man sich dann wirklich Sorgen um die Umwelt machen müsste.

      Aber was will man von jemanden wie Pöder auch erwarten, der sich Zeit seines Lebens in der Opposition nie darum kümmern musste wie man etwas zum Funktionieren bringt. Jeder sucht sich das was er sich zutraut. Dagegen sein ist definitiv leichter als Wege zu suchen und umzusetzen wie man etwas schaffen kann.

      Die anstehende Verlängerung wird von den Gegnern aus hauptsächlich einem Grund so aggressiv zu verhindern versucht: Mit mehr Passagieren pro Flugzeug kann man Ticketpreise erreichen die mit umliegenden Flughäfen vergleichbar sind. Sprich: in den Flugsuch-Portalen scheint ein Flug nach Südtirol plötzlich weiter vorne auf und nicht erst ganz hinten. Und wer von uns hat schon ein einziges mal einen Flug auf Seite 5 ausgewählt und gebucht?

      • sogeatsnet

        Na dann… lies dir den Entwicklungsplan mal durch!
        Um den Flugplatz wirtschaftlich zu betreiben (d.h. ohne negative Zahlen), geht der Plan von durchschnittlich 40 Flugbewegungen pro Tag aus, 50 pro Tag in der Spitzenzeit! Das wären 540.000 Passagiere pro Jahr!
        Die vorgesehenen 170.000 Passagiere sind lediglich das Limit für die öffentliche Finanzierung… wobei mit diesen Passagierzahlen immer noch mit einem Verlust von 6-7 Millionen gerechnet wird…
        Na? Siehst du jetzt ein wenig klarer?

      • kingkong1969

        Lieber Markusgufler und andere Befürworter,
        ich habe viel Verständnis für Befürworter des Flughafens und stehe zur Meinungsfreiheit.
        Fakt ist allerdings, dass der Flughafen in Bozen bis jetzt nur Unmengen an Subventionen, Prätzereservierungen für Landesbedienstete und Politiker usw. gekostet hat, zusätzlich nur für eine sehr ausgewählte und kleine Gruppe von Passagieren interessant ist. Mehrere Experten auf diesem Gebiet haben bereits erklärt, dass das Einzugsgebiet und die örtliche Beschaffenheit einen lukrativen Flughafen nicht ermöglichen.
        Es wird immer wieder beteuer, dass es nicht um die Abschaffung des Flughafens geht, sondern nur um die Erweiterung. Das ist augenauswischerei!
        Sobald keine Subventionen mehr fliesen, ist es aus mit dem Flughafen. Samt Landesbeiträge war bis jetzt keine einzige Fluggesellschaft im stande lukrativ zu arbeiten, geschweige denn ohne diese Unterstützung.
        In Zeiten wo jeder sparen sollte und von der Politik eine harte Sparpolitik im Bereich Landesangestellte und Sanitätseinheit gefahren wird, verstehe ich unsere lieben Politiker nicht, dass im Bezug auf den Flughafen Steuergelder versprochen und verbrannt werden, obwohl von mehreren Seiten immer wieder negative Gutachten erstellt werden.
        Mein Vorschlag:
        Der Flughafen kann gerne mit Steuergeldern finanziert werden, wenn die Befürworter bei fehlender Wirtschaftlichkeit haften.
        Es ist leicht für einen erweiterten Flugplatz auf dem Rücken anderer zu sein und die Nachteile abzuwälzen.
        zweiter Vorschlag:
        der Teil von Südtirol in dem die größte Befürworterzahl ansässig ist, der soll den Flughafen vorort bekommen! Grins

    • erich

      Die Gegner des Flughafen, Dachverband, SF, Pöder und Teile vom Unterland werden sich einen Bärendienst erweisen. Sollte die jährliche Finanzierung des Landes von 2,5 Mill, (was in der ges. Mobilität nur Pinatz sind) abgelehnt werden, dann werden private ohne Einfluss des Landes den Flughafen weiterbetreiben. Ich wünsche mir letzteres, dann sind wir sicher, dass er zu 100% funktioniert und die heute protestierenden Verbände hätten überhaupt keinen Einfluss mehr.

      • george

        ‚erich‘, träumen Sie ruhig weiter. Naturgesetze richten sich nicht nach den Betreibern. Die Betreiber haben das längst schon zu spüren bekommen, wollen es aber nicht wahrhaben und träumen weiter, dass sie mit größeren Flugzeugen alles lösten können. Berge lassen sich nicht versetzen, auch jene in den Köpfen anscheinend nicht.

    • gerecht

      mal sehen die Lügengeschichten der Befürworter noch heissen werden …

      wie ist das Ergebnis des Umweltberichtes …
      kommt nach der Volksbefragung …

      mich wundert WARUM will es kein PrivatEiner der Befürworter den Betrieb übernehmen ???
      antwort es wollen alle nur das Gratisgeld der Steuerzahler …
      um sich den Luxus Fliegen leisten zu können …
      den Eintritt in den Freizeitpark/Schwimmbad bezahlt mir auch nicht Kompatscher …!!!

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