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„Mein Faschismus“

„Mein Faschismus“

Maurizio Puglisi Ghizzi, BM-Kandidat von Casapound, über den Faschismus des 3. Jahrtausends, Gewalt als politisches Mittel – und über die deutsche Sprache.

TAGESZEITUNG Online: Herr Puglisi Ghizzi, muss der Bürgermeister der Stadt Bozen auch Deutsch können?

Maurizio Puglisi Ghizzi: Wenn er Deutsch kann, dann ist das sicher kein Nachteil. Aber wichtiger als die Sprachkenntnis sind der gegenseitige kulturelle Respekt zwischen Deutschen und Italienern sowie die Bereitschaft zum Zusammenleben.

Casapound wird als faschistische Partei beschrieben? Fühlen auch Sie sich als Faschist? 

Casapound ist keine faschistische Bewegung. Wir beziehen uns vielmehr in einigen Punkten auf die Ideen von 1919 und lassen uns von D’Annunzio und Mazzini inspirieren. Diese Ideen sind ein dritter Weg zwischen einem rein kapitalistischen und einem kommunistischen System. Wir übernehmen vom Faschismus einige soziale und kulturelle Ansätze, wollen aber nicht weiß Gott was wieder einführen. Ihr werdet uns nie auf einem Balkon stehen sehen, um dort irgendwelche Diskurse zu führen.

Oft ist von einem „Faschismus des 3. Jahrtausends“ die Rede. Was meinen Sie damit?

Das ist eine Bezeichnung, die uns 2006 ein Journalist der „Repubblica“ gegeben hat. Wir sind keine Neofaschisten, die das Alte wiederherstellen wollen.

Innerhalb von Casapound gibt es auch Vertreter, die Gewalt als politisches Instrument befürworten …

Nein, niemand von uns befürwortet Gewalt. Wir suchen den Dialog und wollen uns mit Worten durchsetzen. Es gab aber Momente, in denen wir uns gegen die Anarchisten verteidigen mussten – zuletzt bei einer Kundgebung am Siegesplatz.

Interview: Matthias Kofler

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