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    Lockere Schraube

    rostige schraube cascadeDie Ursache steht fest: Um die Decke zu befestigen, wurden im Hallenbad Cascade Schrauben verwendet, die Feuchtigkeit und Chlor nicht aushalten. Wer den Schaden bezahlen muss, ist noch unklar.

    von Silke Hinterwaldner

    Edelstahl gilt gemeinhin als rostfrei. Das stimmt jedoch nicht ganz. Ist Inox großer Feuchtigkeit und Chlor ausgesetzt, setzt sich Rost an, der Schaden verursachen und gefährliche Folgen haben kann – etwa in einem Schwimmbad. Umso wichtiger ist es, in einer solchen Umgebung besondere, korrisionsbeständige, nichtrostende Stähle mit bestimmten Werkstoffnummern einzusetzen.

    Aber genau das hat man beim Bau des Hallenbades Cascade in Sand in Taufers verabsäumt. Die Folgen zeigen sich jetzt, nur wenige Jahre nach Inbetriebnahme des Bades.

    Im Jänner bemerkte man, dass die Aufhängung an der Decke des Schwimmbades nicht mehr hält. Der Betrieb musste eingestellt werden. Seitdem laufen Untersuchungen. Der Gerichtsgutachter hat seine Arbeit mittlerweile abgeschlossen, bald schon soll der endgültige Bericht vorliegen.

    Aber das Verfahren ist längst nicht abgeschlossen. Noch immer steht die Frage im Raum, wer für diese Fehler die Rechnung zu bezahlen hat. Immerhin ist das Hallenbad über mehrere Monate geschlossen und die Sanierung wird einen schönen Batzen Geld kosten. Für die Gemeinde als Besitzerin der Struktur kommt hinzu, dass sie einen Vertrag abgeschlossen hat, der die Baufirmen de facto von der Verantwortung für Folgeschäden befreien sollen. Ob das tatsächlich möglich ist, kann wohl nur ein Gerichtsverfahren klären. Auch deshalb werden die technischen Erhebungen zur Erforschung der Abläufe noch weiterlaufen.

    „Ich will keine Spekulationen anstellen“, sagt Vizebürgermeister Stefano Mariucci, selbst zuständig für die Sport Center GmbH, die das Hallenbad führt. Mittlerweile hat die Gemeinde die Freigabe für die Sanierung des Bades bekommen. Das bedeutet: Jetzt können die Decken abgenommen werden. Eine endgültige Sanierung soll wohl erst in einem zweiten Schritt vorgenommen werden, sodass das Bad zur Sommersaison wieder eröffnet werden kann. Möglich ist aber auch eine zweite Variante: Die gesamte Sanierung gleich durchführen, um so das Problem endgültig vom Tisch zu haben.

    Die Gemeinde wird wohl oder übel in den sauren Apfel beißen müssen und die Sanierung vorerst aus eigener Tasche bezahlen.

    LESEN SIE IN DER PRINT-AUSGABE:

    • Was Stafano Cicalò, der Geschäftsführer sagt.
    • Und: Wann das Hallenbad wieder geöffnet wird.
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