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    Ebner vs. Tirol

    lkw-Lastwagen-Stau-b2Die Handelskammer Bozen sieht im sektoralen Fahrverbot keine Lösung – und will sich auf europäischer Ebene gegen die Einführung wehren.

    Die Handelskammer Bozen sieht im sektoralen Fahrverbot keine Lösung für das Verkehrsproblem im Alpenraum, sondern nur eine wettbewerbsverzerrende Maßnahme, die der Wirtschaft und im Besonderen der Südtiroler Wirtschaft schaden würde und damit Arbeitsplätze gefährdet.

    Die Handelskammer Bozen wird sich selbst vor allem auf europäischer Ebene gegen die Einführung wehren.

    Das Land Tirol bemüht sich seit geraumer Zeit um die Wiedereinführung des sektoralen Fahrverbotes auf der A12 Inntal Autobahn. Damit dürften Lkws, die mit bestimmten Gütern beladen sind, wie zum Beispiel Abfälle, Steine, Fliesen oder Stahl, nicht mehr auf der Straße fahren. Sie müssten auf die Schiene verlagert werden.

    Die Beeinträchtigung der Umwelt hänge aber nicht von den transportierten Gütern, sondern von den Fahrzeugen ab, so die Handelskammer am Dienstag in einer Aussendung.

    Zudem gebe es großzügige Ausnahmezonen, damit der Nordtiroler Regional- und Lokalverkehr nicht betroffen ist. Auf diese Weise würden alle anderen Transportbetriebe gegenüber den Tiroler Unternehmen diskriminiert.

    Bildschirmfoto 2016-04-26 um 11.08.59„Die Südtiroler Frächter hätten keine leichten Jahre hinter sich.

    „Von 2000 bis 2004 war die Anzahl der Südtiroler Transportunternehmen stabil, danach ist die Anzahl der heimischen Transportbetriebe von 926 auf 600 zurückgegangen. Die Wiedereinführung des sektoralen Fahrverbots würde eine zusätzliche Belastung mit sich bringen“, sagt Michl Ebner, Präsident der Handelskammer Bozen.

    ebnerMit dem sektoralen Fahrverbot will man den „Transitverkehr“ durch Tirol durch eine Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene verringern, um damit die Umwelt zu entlasten. „Aus EU-Perspektive gibt es keinen Transitverkehr. Der gesamte Verkehr ist ein Binnenverkehr“, so die Handelskammer.

    Zusätzlich seien die Ergebnisse der Messstationen, welche die Umweltbelastung messen, in Frage zu stellen. Die Ergebnisse würden von der Positionierung der Stationen beeinflusst, doch diese sei  nicht einheitlich.

    Als Beispiel nennt die Handelskammer die beiden Messstationen Vomp und Schrambach/Brixen.

    „Die Messstelle Vomp/Raststätte steht direkt an einer Beschleunigungsspur, der einzigen Steigung von Kufstein bis Innsbruck und bei einer Raststätte mit Tankstelle, also drei Negativfaktoren und sicher keine normale Situation.
    Die Messstelle Schrambach/Brixen hingegen ist durch ein Gebäude nach hinten abgeschnitten, das den gleichen Effekt erzeugt wie eine Mauer. Auch keine normale Situation“, so die Handelskammer.

    In der Vergangenheit habe sich gezeigt, dass die Schadstoffbelastung mit moderneren Lkws beachtlich sinkt. „Wir sind für Maßnahmen zum Umweltschutz, aber nicht auf diese Weise. Mit angemessenen finanziellen Anreizen kann eine Erneuerung des Fuhrparks beschleunigt werden, welche die Schadstoffbelastung reduzieren würde, ohne dabei die Wirtschaft zu schwächen“, fügt Ebner hinzu.

    Vor allem aber sei der Transport der Güter auf der Schiene im Verhältnis zur Autobahn momentan noch wesentlich kostenintensiver. „Der Brennerbasistunnel kann erst ab 2026 genutzt werden. Zusätzlich verfügt Südtirol über keinen eigenen Verladebahnhof und der nächstgelegene Bahnhof in Trient hat nicht genügend Kapazitäten und ist nicht wettbewerbsfähig. Bis dahin ist kein effizienter Transport mit der Bahn möglich“, so HK-Präsident Michl Ebner.

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    Kommentare (2)

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    • george

      Das Geld ist für Michl Ebner u. & anscheinend immer wichtiger als die Gesundheit. Aber irgendwann werden auch sie für die Gesundheit appellieren müssen, wenn diese an ihnen vorbeizieht.

    • gurgiser

      Nun ja, es ist erstaunlich, wie lange sich Michl Ebner schon damit beschäftigt, mit uralten Aussagen, die längst widerlegt sind, Märchen zu erzählen – die Messstelle in Vomp an der A12 Inntalautobahn steht genauso richtig wie alle anderen Luftgütemessstellen in Kundl, Gärberbach, Klausen, Neumarkt etc.. Und die Werte sind ebenso seit Jahrzehnten auf europäischer Ebene respektiert und anerkannt. Er könnte aber den Vorschlag machen, diese Luftgütemessstellen vielleicht ins Karwendel, in die Kalkkögel oder hinter die Drei Zinnen zu verlegen, damit die internationale Transitmafia – zu diesem Wort stehe ich – ihr Hin- und Hergekarre auf Nord- und Südtiroler Seite durch die engen Gebirgstäler „ungestört“ fortsetzen können. Während der gleiche Michl Ebner nicht müde wird, Milliarden um Milliarden für das „amici-Investment BBT“ zu fordern. Motto: Milliarden für das Loch Brennero, gefahren wird auf der Strada.
      Und zum Jahr 2004: Ja, da sind endlich die Tore legal für die Fahrzeuge und Fahrer aus dem ehemaligen Osten aufgegangen und die sind nun eben zu Dumping-Preisen unterwegs und killen die letzten heimischen Transitfrächter – ob sie nun noch ein A oder ein I am Kennzeichen haben. Es waren vor allem die sogenannten „Wirtschaftsvertreter“, welche die Oststaaten in die EU gebettelt haben, damit unsere Banken Milliarden dort immerwährend vergraben haben. Und nun den großen Jammerer spielen, passt überhaupt nicht zu jemanden, der eigentlich die lokale, regionale Wirtschaft samt ihren Mitarbeitern vertreten soll – wie wir es im Transitforum selbstverständlich tun. Hoffentlich geht es ihm nicht bald wie seinem guten, lieben Freund Jürgen Bodenseer, der mit den gleichen uralten Argumenten aufgetreten und gestern den Sessel räumen musste.
      Ich wünsche mir für die Nord- und Südtiroler Bevölkerung und Wirtschaft endlich Wirtschaftsvertreter, die für faire Rahmenbedingungen unserer Betriebe und damit den Erhalt der Arbeitsplätze eintreten; von Vertretern, denen nichts Besseres einfällt, als sich für internationale Transitfrächter einzusetzen, die weder in Österreich noch in Italien Fahrzeug- und Mitarbeitersteuern bezahlen, halte ich gar nichts – sie sind bereits jetzt Geschichte.
      Fritz Gurgiser
      Obmann Transitforum Austria-Tirol

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