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Die SVP-Lotsen

Zwei Monate vor dem Flughafen-Referendum steckt die SVP mitten in der Suche nach kompetenten „Flughafen-Lotsen.“ 85 von rund 100 hat man bis jetzt gefunden.

Von Anton Rainer

Manche Parteimitglieder sahen in dem Brief, den Zeno Christanell an sämtliche Ortsobmänner und -obfrauen versandte, einen vermeidbaren Hilferuf: „Muss man den Leuten wirklich jetzt einen Lotsen vorsetzen?“, fragte ein ungläubiger SVP-Vertreter Ende Jänner gegenüber der TAGESZEITUNG.

Ja, muss man, findet der Vize-Parteiobmann: „Bei all den polemischen Aktionen der Opposition ist es wichtig, dass wir die Bevölkerung sachlich informieren“, sagt Zeno Christanell. Wie das funktionieren soll? Mit sogenannten „Flughafen-Lotsen.“

In dem obengenannten Brief forderte Christanell im Jänner sämtliche Ortsgruppen auf, „bis Montag 15.02. Name und Kontaktdaten“ einer Person mitzuteilen, „die dann als Flughafen-Lotse in der Gemeinde Informationsdrehscheibe rund um das Thema Regionalflughafen sein wird.“ Das Ziel, in jeder größeren Ortschaft einen derartigen Lotsen zu finden, hat die SVP vor allem im Unterland (noch) nicht erreicht – aber sie ist nahe dran: 85 Personen hat man derzeit gefunden, rund 100 sollen es in den kommenden Wochen werden. Unter den Parteivertretern, „denen ein funktionierender Regionalflughafen Bozen ein Anliegen ist“, finden sich bekannte Namen wie Joachim Theiner (Gemeindereferent Mals/Burgeis), Lorenz Mayr (Junge Generation Bozen), Christian Gartner (BM Gais), Günther Giovanett (Gemeinderat Neumarkt) und Sonja Platzer (Ortsobfrau Morter) – aber mit dem ehemaligen Vorsitzenden der Bauernjugend, Hannes Dosser, auch ein bekennender Flughafengegner (siehe Interview).

Tipps dafür, wie die auserkorenen Lotsen mit den Bürgern sprechen sollen, gibt die SVP in internen Dokumenten, die der TAGESZEITUNG vorliegen. Darin teilt man nicht nur ordentlich gegen die Opposition aus, die mit „Polemik und großen Plakaten (Südtiroler Freiheit!)“ und der „Schließung des Flughafens, z.B. Grüne“ falsche und laut Christanell „billige, irreführende“ Information leiste, sondern weist die eigenen Lotsen auch darauf hin, „sachliche und korrekte Information vor Ort“ sicherzustellen.

Allerdings mit einer klaren Schlagrichtung: Laut Eigendefinition wollen die Lotsen dazu beitragen „ein Land der Ermöglicher statt der Verhinderer zu bleiben.“ Was man jedenfalls verhindern wolle: „Den Ausverkauf unseres Flughafens an Dritte bzw. den Einfluss auf das weitere Schicksal unseres Flughafens zu verlieren.“

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