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    „Kulturpolitischer Selbstmord“

    Die Bundesversammlung der Schützen (Foto: SSB)

    Die Bundesversammlung der Schützen (Foto: SSB)

    Am Samstag hat die 51. Bundesversammlung des Südtiroler Schützenbundes mit Neuwahlen im Waltherhaus in Bozen stattgefunden. Rund 500 Schützen haben daran teilgenommen.

    Der Versammlung ging ein feierlicher Gottesdienst im Bozner Dom voraus, der von Landeskurat P. Christoph Waldner und Pater Reinald Romaner zelebriert und von der Schützenkapelle Pichl musikalisch gestaltet wurde.

    Anschließend wurde am Peter-Mayr-Denkmal im Gedenken an die verstorbenen Schützenkameraden ein Kranz niedergelegt und eine Ehrensalve von der Ehrenformation „Pustertal Mitte“ abgefeuert.

    Im Waltherhaus konnte LKdt. Mjr. Elmar Thaler die anwesenden Vertreter der Schützenkompanien, die Delegierten des Bundesausschusses, die Mitglieder der Bundesleitung sowie die zahlreich erschienenen Ehrengäste begrüßen.

    Namentlich begrüßt wurden Pater Reinald Romaner, Landeshauptmann Arno Kompatscher, die Landtagsabgeordneten Miriam Atz Tammerle, Walter Blaas, Sigmar Stocker und Helmuth Renzler. Das Vaterland Österreich war durch den Landtagsabgeordneten Mag. Markus Abzwerger (Landesparteiobmann der FPÖ) und durch den Landesparteisekretär der FPÖ Tirol, Christopher Rangmaier vertreten. Aber auch Tony Tschnett (Vorsitzender des Autonomen Gewerkschaftsbundes), Hans Duffek (Obmann des Südtiroler Schwarzen Kreuzes), Stefan Sinn (Obmann des Landesverbandes der Südtiroler Musikkapellen), Klaus Runer (Obmann des Südtiroler Theaterverbandes), Andreas Hauser (Landesschützenmeister des Tiroler Landesschützenbundes) und Leo Tiefenthaler (Obmann des Südtiroler Bauerbundes) durfte Elmar Thaler begrüßen.

    Der Welschtiroler Schützenbund war mit Landeskommandant Mjr. Paolo Dalprá und der Bund der Tiroler Schützenkompanien mit Mjr. Hartwig Röck vertreten.

    In seinem Bericht ging LKdt. Elmar Thaler auf die Tätigkeiten und Entwicklungen im SSB ein. Das abgelaufene Jahr bezeichnete der Landeskommandant als eines der intensivsten überhaupt. An 70 Positionen entlang der Südgrenze Tirols wurden Gedenkkreuze errichtet und gleichzeitig tirolweit neue Freundschaften beschlossen. „Es war dies auf Gesamttiroler Ebene wohl die nachhaltigste Aktion, die unter unseren Kompanien in allen Landesteilen neue Freundschaften hervorgebracht hat, wie es dies seit Jahrzehnten im Schützenwesen nicht mehr gegeben hat“, zeigte sich Thaler stolz.

    „Wir hatten im Bundesausschuss längst die Weichen gestellt. 2015 gedenken wir – 2016 gestalten wir. Und nun stehen wir schon mittendrin, beim Gestalten. Eines der wichtigsten Instrumente dazu hat uns der Landtag gegeben. Mit dem Autonomie-Konvent. Denjenigen, die − vor allem in italienischen Medien − davon gesprochen haben, dass wir Schützen uns mit zu vielen Leuten in den Konvent eingemischt hätten, sei hiermit gesagt: Würdet ihr unsere Heimat lieben, und läge euch die Zukunft dieser Erde am Herzen, hättet ihr euch ebenso eingebracht. Dann hättet ihr diesen einen Samstag geopfert. Ihr hättet über 6 lange Samstage die Möglichkeit dazu gehabt“, sagte der Landeskommandant.

    Scharf ins Gericht ging Thaler anschließend mit der Schul- und Kulturpolitik in unserem Land: Es gibt für den SSB Themen, die nicht diskutierbar sind, dazu gehört auch ganz klar der Schutz der deutschen Schule. „Experimente können wir uns hier absolut nicht leisten. Hier den Fachunterricht auch noch in anderen Sprachen zu machen, ist kulturpolitischer Selbstmord. Eine weitere Kürzung der Deutschstunden ist absolut untragbar! 1.100 Stunden Italienischunterricht bis zur 3. Klasse Mittelschule, bzw. 1.700 Stunden bis zur Matura müssen absolut reichen. Wenn die Schüler da zu wenig lernen, dann tut es mir leid, dann machen die Lehrer etwas mit der Unterrichtsmethode falsch!“, stellte der Landeskommandant klar.

    Dafür, dass Landeshauptmann Kompatscher den Mut hatte, sich dem Fahnenerlass zu widersetzen und später sogar die Hisspflicht für die italienische Fahne an bestimmten Tagen abzuschaffen, sprach Thaler im Namen aller Süd-Tiroler Schützen einen großen Dank aus. „Wir sollten selbst wissen, welche Fahne die unsere ist, und diese eine Fahne zu hissen sollte eigentlich in einem europäischen Land reichen“, meinte Thaler.

    Abschließend schwörte der Landeskommandant die Anwesenden noch alle auf den großen Unabhängigkeitstag in Bruneck ein: „Wir haben die Kraft gemeinsam mit allen Menschen guten Willens in diesem Land, unsere Heimat weiter weg von Italien zu bekommen. Beim Unabhängigkeitstag in Bruneck am 14. Mai wollen wir diesbezüglich ein Zeichen setzen. Wir werden da gemeinsam mit anderen Völkern aus ganz Europa ein Fest feiern, das Ausdruck des Unabhängigkeitswillens werden wird – ein Fest der Kulturen, bei dem alle an einem Strang ziehen“, so der Landeskommandant.

    Bundesgeschäftsführer Florian von Ach konnte auf ein umfangreiches Tätigkeitsjahr zurückblicken. Besonders über den großen Zuwachs an Jungschützen und Jungmarketenderinnen zeigte sich von Ach sehr erfreut. „Die Jugend ist unsere Zukunft und wir sehen, dass wir dort immer besser aufgestellt sind. Dies mag zum einen dem allgemeinen Trend geschuldet sein, dass das Wort „Heimat“ in Zeiten der Globalisierung eben genau nicht auf dem Müllhaufen der Geschichte landet − sondern, im Gegenteil, einen neuen Höhenflug erlebt“ ist der Bundesgeschäftsführer des SSB überzeugt.

    Bundeskassier Mjr. Franzjosef Roner, der Jugendreferent Mjr. Werner Oberhollenzer, die Kultur- und Bildungsreferentin Dr. Margareth Lun, die Bundesmarketenderin Verena Geier, der Schriftleiter der TSZ Mjr. Günther Mairhofer und der Medien- und Öffentlichkeitsreferent Mjr. Efrem Oberlechner blickten in ihren Berichten auf ein umfangreiches Tätigkeitsjahr zurück und gaben Einblick in die anstehenden Veranstaltungen. Auch der Obmann des Herz-Jesu-Notfonds Paul Bacher gab Rechenschaft über die geleistete Tätigkeit.

    Anschließend wurde ein Antrag des Bundesausschusses auf Anerkennung des Südtiroler Schützenbundes als Verband gemäß Art. 7 des ICEC-Statutes (International Commission of European Citizen – ICEC) von der Bundesversammlung angenommen.

    In seinen Grußworten gratulierte Landeshauptmann Arno Kompatscher zunächst zur Rede des Landeskommandanten Elmar Thaler und sagte, dass er fast alles davon unterschreiben könne. Nur bei einigen wenigen Dingen sei er anderer Meinung.

    Im Zusammenhang mit dem Grenzzaun am Brenner betonte Kompatscher, dass er Österreich auf alle Fälle verstehe. Die Brennergrenze ist für den Süd-Tiroler Landeshauptmann aber nach wie vor eine Unrechtsgrenze und ein Zaun am Brenner sei sicher das falsche Signal für ein engeres Zusammenrücken der getrennten Tiroler Landesteile. In Sachen Autonomiekonvent stellte Kompatscher klar, dass der Proporz und die deutsche Schule Säulen der Autonomie seien und nicht zur Diskussion stehen. Abschließend bedankte sich der Landeshauptmann bei den Süd-Tiroler Schützen für ihren Einsatz für die Heimat.

    Mjr. Paolo Dalprá und Mjr. Hartwig Röck überbrachten Grußworte ihrer Schützenbünde und bedankten sich bei der Bundesleitung des SSB für die hervorragende Zusammenarbeit.

    Abschließend erfolgte die Neuwahl der Bundesleitung. Sowohl Landeskommandant Elmar Thaler als auch sein Stellvertreter Heinrich Seyr, sowie Bundesgeschäftsführer Dr. Florian von Ach und Bundeskassier Franzjosef Roner, wurden mit großer Mehrheit in ihren Amt bestätigt.
    Beendet wurde die Versammlung mit der Tiroler Landeshymne.

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