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    Die Epidemie

    Die Epidemie

    Ein Neuropsychiater schlägt bei einer Tagung über Jugendsuizide Alarm: Die Jugendlichen seien nicht mehr in der Lage, mit Gleichaltrigen zu interagieren.

    Das Phänomen des Selbstmordes bei Jugendlichen ist ein Thema von großer Bedeutung, welches im Rahmen einer Tagung im Saal der Sparkasse Academy diskutiert wurde.

    Als Referent konnte eine Koryphäe der Psychiatrie gewonnen werden: Professor Gustavo Pietropolli Charmet. Zahlreiche Fachleute im Bereich der Kinder-Neuropsychiatrie waren anwesend.

    Die Tagung wurde von Andreas Conca, Primar der Psychiatrie am Krankenhaus Bozen, und der Verantwortlichen des fachärztlichen Ambulatoriums für die psychosoziale Gesundheit im Kindes- und Jugendalter, Klara Meßner organisiert. Zentral ging es dabei um eine Analyse der Risikofaktoren, welche zu Selbstmord bei Jugendlichen führen können, gerade im Lichte der jüngsten kulturellen Veränderungen.

     

    Academy„In den letzten Jahren sind wir Zeugen einer Art ‚Epidemie‘ bei Kindern und Jugendlichen geworden, vor allem bei Jungen, die dazu führt, dass sie nicht mehr im Stande sind mit Gleichaltrigen zu interagieren und sich in ihren Zimmern einschließen und dort ein paralleles Leben führen mit der Hilfe eines Avatars, der im Netz alles machen kann, was er will: Krieg, Liebe, Freundschaften.“

    Dies die alarmierenden Worte von Gustavo Pietropolli Charmet, einem der wichtigsten italienischen Psychiater und Psychotherapeuten sowie Autor zahlreicher Bücher über die Jugend. Charmet berichtete weiter von der zerstörerischen Beziehung, die diese Jungen mit ihrem Körper entwickeln, wenn sie versuchen, den psychischen Schmerz in körperlichen Schmerz zu verwandeln.

    Klara Meßner betonte, dass der Südtiroler Sanitätsbetrieb schon seit Jahren auf die Prävention von Suizid-Erscheinungen bei Kindern und Jugendlichen setzt: sowohl dank einem Netzwerk mit Unterstützung des „Forum Prävention“ seit dem Jahr 2009 als auch durch die Eröffnung der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie im Krankenhaus Meran. „Der Wunsch zu sterben wird immer durch den ebenso starken Wunsch begleitet gerettet werden“, erklärte Klara Meßner, „und das ist genau unser Ziel: eine wertvolle und konstante Hilfe zu sein für Jugendliche mit Selbstmordgedanken.“

     

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