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Bozen, Südtirol, Italy, Europa

Küstenwache Lampedusa mit Valerio Moser (Koproduzent von Lampedusa im Winter mit Miramonte Film) (Foto: DPI)

Küstenwache Lampedusa mit Valerio Moser (Koproduzent von Lampedusa im Winter mit Miramonte Film) (Foto: DPI)

Die slowakische Kellnerin fragt nach. Castellitto-Tag beim Bolzano Filmfestival Bozen.

von Renate Mumelter

„L’Alto Adige è diventato Cinecittà“, sagt Christian De Sica auf der Bühne. Das geht runter wie Öl und freut vor allem die IDM. Das Bolzano Filmfestival Bozen kann die erstarkende Aufmerksamkeit der italienischen Medien freuen. Durch Stars wie De Sica und Castellitto wird das Festival von der „anderen Seite“ wahrgenommen und schafft es langsam das „deutsche“ Image abzulegen. Seit Jahrzehnten sind allerdings schon Filme aus Italien dabei und ist alles untertitelt. Deutschsprachige Produktionen verdienen Italiens Aufmerksamkeit, italienische Stars wie Castellitto sollten auf deutscher Seite genauer kennengelernt werden. Gelegenheit dazu bietet das Publikumsgespräch heute im Stadttheater (17h). In Castellittos „Non ti muovere“ (SO) spielt er mit einer großartigen Penelope Cruz.

Brossmanns „Lampedusa im Winter“ ging bei der Italienuraufführung nach einer technischen Panne gleich unter die Haut geht wie Rosis „Fuocoammare“. Noch mehr bewirkten die klaren Worte von Paola La Rosa (siehe Kasten) einer Aktivistin aus Lampedusa, die gemeinsam mit der Küstenwache nach Bozen gekommen war.

Die Schülerjury: Jasmin Angler, David Frötscher, David Lamprecht, Carlo Brugnara, Davide Polacco, Jasmine Wang, Theresa Egger, Janick Entremont, Beatrice Fahrngruber.

Die Schülerjury: Jasmin Angler, David Frötscher, David Lamprecht, Carlo Brugnara, Davide Polacco, Jasmine Wang, Theresa Egger, Janick Entremont, Beatrice Fahrngruber.

Das Festival schaut nach Europa, wenn es im Focus Europa die slowenische Filmlandschaft vorstellt und wenn es ein tschechisch-deutsch-englisch geführtes Publikumsgespräch mit Ji_í Menzel anbietet. Als Menzel im Weißen Rössl zu Mittag aß, nahm mich die slowakische Kellnerin beiseite und fragte nach dem Namen des Mannes, der ihr bekannt vorkam. Ihre Augen leuchteten auf. Fortan sprachen die beiden für mich Unverständliches.

Die Schülerjury mit Jungs und Mädchen aus der Euregio bewertet 5 Filme. Die 9 sprechen Englisch miteinander. Eh klar. Ins Kino gehen sie im Alltag, sogar ins Programmkino. Lokalbezug und Öffnung auch in der Südtiroler Szene, beim Festival mit IDM, ZeLIG, FAS, Amateurfilm und vielen einzelnen Arbeiten. Zwei große Erstlingsfilme fallen in diese Kategorie, „König Laurin“ des Eppaners Matthais Lang und Carones „Fräulein“ von Ex-ZeLIG-Schülerinnen am Ritten gedreht. Spannend das Thema, dem sich Andreas Pichler, der alte Hase, in „Von Männern und Vätern“ widmet. Gelungen auch Unterhofers „Nauz“ mit ladinischen Elementen.

 

Das Wort an Paola La Rosa aus Lampedusa

 

Paola De Rosa: Eines Tages werden wir uns alle schämen

Paola De Rosa: Eines Tages werden wir uns alle schämen

„Eines Tages werden wir uns alle schämen, da bin ich mir ganz sicher. Der Weg, der zur Zeit gegangen wird, ist der falsche Weg, der führt nirgendwo hin. Es gibt keine „Brenneri“, die Menschen aufhalten können, die ihr Leben riskiert haben. Die Migration ist wie starker Regen, der nie aufhören wird. Langfristig helfen Sandsäcke gar nichts. Es geht darum, die Strömung für das Wohl aller zu nutzen. Regen kann ein Reichtum sein. Wir müssen unsere Gewohnheiten ändern und eine neue Gesellschaft bauen, nicht weil wir so gut sind sondern weil es unvermeidlich ist. Nicht Mauern, Brücken“.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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