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Der Ji?í- Menzel-Tag

Ji?í Menzel: Ein Mann der feinen Töne, des Humors und der klaren Inhalte

Ji?í Menzel: Ein Mann der feinen Töne, des Humors und der klaren Inhalte

Das Bolzano Filmfestival Bozen feiert heute Ji?í Menzel und bietet zwei sehenswerte Filme.

von Renate Mumelter

Er war erst 28 Jahre alt, als ihm Danny Kaye den Oscar für den besten ausländischen Film in die Hand drückte. Ji?í Menzel hat den Oscar 1966 für „Scharf beobachete Züge“ (Liebe nach Fahrplan) bekommen. Der Film ist heute beim Filmfestival Bozen zu sehen genauso wie „To make a comedy is no fun“, ein Dokumentarfilm von Robert Kolinsky, der den tschechischen Regisseur porträtiert. Ein empfehlenswertes Filmpaket auch, weil davon auszugehen ist, dass Menzel nicht allen bekannt ist. Dieser „menschliche, humorvolle und sanfte“ Mann, wie ihn Regisseur Ken Loach beschreibt, ist gestern mit junger Frau und kleinem Kind nach Bozen gekommen. Der ältere Herr hat viel zu erzählen. Am Freitag um 11 Uhr gibt es am Infopoint in der Weggensteinstraße dann auch ein Gespräch mit ihm. Menzel ist in der tschechoslowakischen Filmtradition groß geworden, die immer eine besondere, eine Tradition mit Weltklasse war, und er ist anders als viele seiner Kollegen nicht ausgewandert, als es mit dem Prager Frühling vorbei war. „Zusammenhalt war wichtig“, erzählt er, „wegzugehen hätte ich als Desertion empfunden“. Sein Studienfreund Milos Forman beispielsweise ist gegangen und hat in Hollywood Karriere gemacht (Einer flog über das Kuckucksnest, Amadeus). Forman sagt, er habe mit dem wirtschaftlichen Druck in den Staaten besser umgehen können als mit dem ideologischen Druck zuhause. „Das Beste wurde zurückgelassen, in den USA ist alles gröber, lauter und mehr auf Geld ausgerichtet“ bestätigt Ken Loach. Menzel ist ein Mann der feinen Töne, des Humors und der klaren Inhalte natürlich. Sein Freund, der ebenso humorvolle Schriftsteller Bohumil Hrabal hat für „Scharf beobachtete Züge“ die Romanvorlage geliefert ebenso wie für „Ich habe den englischen König bedient“, Menzels letzten Kinofilm aus dem Jahr 2006. Menzel ist der erste Oscarpreisträger beim Filmfestival Bozen. Mit ihm wandert der Festivalblick heuer etwas mehr nach draußen, genauso wie mit wem Fokus auf das Filmland Slowenien. BT: Ji?í Menzel: Ein Mann der feinen Töne, des Humors und der klaren Inhalte
Tipps für heute

Focus Europa: Die Filmwelt Sloweniens stellt sich vor. GESPRÄCH um 11 Uhr im Infopoint Galerie Prisma Weggensteinstraße. Die Filme am 14., 15. und 16. April

Schwerpunkt Ji?í Menzel mit dem Menzel-Film SCHARF BEOBACHTETE ZÜGE (Liebe nach Fahrplan) um 15 Uhr, TO MAKE A COMEDY IS NO FUN, Dokumentarfilm über Menzel um 18 Uhr

DIE SCHWALBE von Mano Khalil (Preis der BoZner Filmtage für der Imker) 15.30 Uhr, Museion

LAMPEDUSA IM WINTER von Jakob Brossman, 20 Uhr

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