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    Fukushima

    Zwei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten leben in einer Gegend, die unwirtlicher nicht sein könnte.

    von Renate Mumelter

    „Grüße aus Fukushima“ spielt dort, wo am 11. März 2011 ein Erd- und Seebeben die größte zivile Atomkatastrophe ausgelöst hat. In dieser verstrahlten Gegend begegnen sich durch Zufall (oder Schicksal, grad wie man möchte) Marie und Satomi. Marie kommt aus Deutschland ist jung, groß, blond, tolpatschig und unglücklich. Satomi kommt aus Fukushima ist älter, klein, zierlich, elegant und unglücklich. Sie lebt in einer der Containersiedlungen für die Ausgesiedelten von Fukushima. Dort leben nur mehr ältere Leute. Marie kommt mit der Organisation Clowns4Help dorthin, um Heiterkeit zu bringen. Das funktioniert nicht wirklich. Mit etwas Lachen ist es nicht getan. Marie fühlt sich fehl am Platz und will weg. Aber kurz vor der endgültigen Abreise kommen die schweigsame alte und die junge Frau zusammen. Sie gehen gemeinsam in die Atomwüste. Marie hat an einer durch ihre Schuld geplatzten Hochzeit zu beißen. Satomi wird von den Gespenstern der Vergangenheit verfolgt und gibt sich die Schuld am Tod eines Menschen.

    Dörries Film heißt im Untertitel “Fukushima, Mon Amour” in Anlehnung an Resnais’ “Hiroshima, Mon Amour” (1959), der sich nach einer Vorlage von Marguerite Dumas mit der Verarbeitung von Trauer und Verlust befasst.

    Bei Dörrie ist es schön zuzusehen, wie die zwei Frauen sich mit großem Respekt annähern und langsam in die Lage versetzen voneinander zu lernen, das Alte zurückzulassen und nach vorne zu schauen. Dörrie erzählt behutsam in schönen schwarzweißen Bildern und führt ganz nebenbei auch an die schrecklichen Originalschauplätze des Desasters. Die  Hauptdarstellerinnen sind großartig, sie bleiben in Erinnerung, genauso wie das Gefühl, bei einem schwierigen Neuanfang zugesehen zu haben und selbst daraus lernen zu können.

    Grüße aus Fukushima (DE 2016), 109 Min., Regie: Doris Dörrie mit Rosalie Thomass und Kaori Momoi. Bewertung: Wirkt nach

    Was es sonst noch gibt:
    Am Mittwoch beginnt das BolzanoFestivalBozen

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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