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    Das Stechen

    NiederdorfIn Niederdorf werden wohl drei Listen mit zwei Bürgermeisterkandidaten zur Gemeinderatswahl antreten. Herbert Fauster fordert Kurt Ploner heraus.

    von Silke Hinterwaldner

    In Niederdorf herrscht höchste Geheimhaltung. Aber: Je näher der Wahltermin rückt, desto mehr Menschen fragen sich, welche Listen und welche Bürgermeisterkandidaten antreten werden. Immerhin: Bis heute Mittag müssen sämtliche Listen im Rathaus hinterlegt werden.

    „Gut Ding braucht Weile“, heißt es höchstens, wenn man sich in Niederdorf auf Recherche begibt. Bis zum allerletzten Moment wird in der kleinen Gemeinde noch an den Listen gefeilt. Aber mittlerweile steht freilich schon fest, in welche Richtung es gehen wird.

    Altbürgermeister Kurt Ploner tritt wie bereits im Herbst angekündigt mit seiner Bürgerliste „Niederdorf bewegen“ an. Er möchte wohl Bürgermeister werden.

    Ploner bekommt Konkurrenz von Herbert Fauster, Bauer und Fraktionsvorsitzender in Niederdorf. Er ist Spitzenkandidat des Listenbündnisses, das in den vergangenen Monaten lange und intensiv nach einer gemeinsamen Gangart gesucht hat. Im dieser Gemeinschaftsliste stecken SVP, Dorfliste, Freiheitliche und Süd-Tiroler Freiheit. Alles bunt gemischt unter dem einfachen Namen „Bündnis 2016“.

    Besonders schwierig gestaltete sich die Suche nach einem Kandidaten, der Kurt Ploner die Stirn bieten könnte. Bis zuletzt hatte es viele Spekulationen darum gegeben, wer dieser Mann denn sein könnte. Obwohl sich die Vertreter der Bündnispartner allesamt bedeckt geben, weil sie noch abwarten und in den nächsten Tagen ein gemeinsames Kommuniqué herausgeben wollen, ist der Name des Spitzenkandidaten durchgesickert. Mit Herbert Fauster, heißt es, habe man einen Mann namhaft machen können, der im Dorf geschätzt ist und das Zeug dazu habe, die Wahl am 8. Mai für sich entscheiden zu können.

    Niederdorf hat harte Zeiten hinter sich. Und ehrlich gesagt: Diese dürften noch nicht vorbei sein. Bisher haben sich zwar alle potentiellen Kandidaten zurückgehalten, aber jetzt wird der Wahlkampf Fahrt aufnehmen müssen.

    Zur Erinnerung: Vor einem Jahr war es vor den planmäßigen Wahlen in Niederdorf zum Showdown gekommen. Zuerst hatten sich viele Kandidaten aus der SVP zurückgezogen und wollten nicht mehr kandidieren, wenn Kurt Ploner Spitzenkandidat bleiben sollte. Nur wenige Tage vor Terminschluss hat die Volkspartei dann ihren Bürgermeister Ploner eine Absage erteilt und sich selbst für Altbürgermeister Johann Passler als Kandidaten entschieden. Ploner selbst gründete kurzerhand eine eigene Liste und konnte die Wahl gewinnen. Was ihm jedoch fehlte, war eine Mehrheit im Gemeinderat.

    So war Ploner gezwungen, mit der Dorfliste eine Koalition einzugehen. Aber dieser Pakt hielt nur wenige Monate. Die beiden Vertreter der Dorfliste im Ausschuss traten entnervt zurück. Eine neue Regierungsbildung scheiterte. Kurt Ploner musste Neuwahlen ausrufen.

    In den vergangenen Monaten hat Kommissär Raimund Steinkasserer die Geschickte im Rathaus geleitet. Er wird jetzt alles für die Neuwahl in einem Monat vorbereiten. Neben „Niederdorf bewegen“, und dem „Bündnis 2016“ wird wohl noch eine italienische Liste antreten. Die Bemühungen einer „politisch unabhängigen Gruppe“ um den ehemaligen Vizebürgermeister Robert Burger dürften versandet sein.

    Am Dienstag um 12.00 Uhr werden in Niederdorf alle Namen hinterlegt sein. Dann ist es höchste Zeit für einen schnellen Wahlkampf.

     

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