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Migration

Eilis ist Wirtschaftsflüchtling. Sie flieht von Irland nach “Brooklyn”. Wie es ihr dort ergeht, erzählt der Film von John Crowley.

von Renate Mumelter

Die oscarnominierte Hauptdarstellerin Saoirse Ronan steht eindeutig im Mittelpunkt des Flüchtlingsdramas, in dem reichlich Tränen fließen. Diese Tränen sind aber auszuhalten. Dafür sorgen nicht nur die bunten Farben der Kleider im Stil der 1950er Jahre sondern auch humorvolle Abschnitte, in denen vor allem das italienische Publikum herzhaft lacht, wenn Eilis zum Beispiel das Spaghettidrehen trainiert, um bei den Eltern ihres Freundes gute Figur zu machen. Antonio “Tony” Fiorello (Emory Cohen) stammt nämlich aus einer italienischen Einwandererfamilie in Brooklyn. Auch Wirtschaftsflüchtlinge.

Der britische Autor Nick Hornby hat das Drehbuch zu dieser Migrationsgeschichte aus den 1950er Jahren geschrieben. Als Vorlage diente ein Roman von Colm Tóibín. Eilis wandert aus, weil sie keinen Job findet. Ein Geistlicher der irischen Gemeinschaft in Brooklyn hilft ihr. Trotzdem erlebt sie das Grauen des Wurzellos-Seins und schafft es dann doch, in Brooklyn Fuß zu fassen. Bis sie aber ganz heimisch werden kann, wird viel Zeit vergehen und immer steigen Zweifel in ihr auf.

Das Schöne an der Geschichte sind die Farben, die klaren Bilder, die Interieurs und die Kleider. Zwischendurch etwas mühsam die vielen Tränen, die aus Eilis großen, grünblauen Augen kullern. Sie ist als schüchternes Mädchen vom Land konzipiert und etwas überzeichnet genauso wie alle anderen Figuren. Bei denen macht dieses Überzeichnete richtig Spaß. “Brooklyn” erzählt eine Migrationsgeschichte, die obwohl in einer anderen Epoche angesiedelt, durchaus dazu geeignet ist, über Aktuelles nachzudenken. Nicht umsonst steht am Ende des Films eine zweite Schiffsreise. Die Geschichte wiederholt sich.

Brooklyn (IE/GB/CA 2015), 112 Min., Regie: John Crowley, mit Saoirse Ronan, Emory Cohen. Bewertung: Zu Recht oscarnominiert

Was es sonst noch gibt: La Comune (Vinterberg), Grüße aus Fukushima (Dörrie), Peggy Guggenheim: Art Addict (nur MI), Fuocoammare (nur DO Kaltern) 

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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