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Die Pläne des Baggerkönigs

sand i t wieser supermarktVom Baggerkönig zum Supermarkt-Betreiber: Franz Wieser plant an der Ortseinfahrt von Mühlen einen Supermarkt. Die Gemeinde unterstützt ihn. Die Kaufleute laufen Sturm.

von Silke Hinterwaldner

Walter Weger ist schon lange Kaufmann. Er betreibt ein Lebensmittelgeschäft in Mühlen, das er vor zehn Jahren ausgebaut hat. „Die Leute“, sagt er, „sollen die Möglichkeit haben, vor Ort einkaufen zu gehen. Nur so kann die Nahversorgung garantiert werden.“

Aber nun wird in der Gemeinde Sand in Taufers etwas geplant, das dem Kaufmann nicht nur persönlich missfällt. Ein großer Supermarkt oder gar ein Einkaufszentrum an der Südeinfahrt von Mühlen würde auch gegen alle Grundsätze seiner Zunft sprechen. Und dennoch: Der Gemeindeausschuss hat im Februar diesen Jahres einem Raumordnungsvertrag zugestimmt, der genau darauf abzielt.

Demnach soll dort, wo heute im Winter Bagger und Baumaschinen parken, bald schon ein Kaufhaus stehen. Die Idee dazu kommt von Baggerunternehmer Franz Wieser selbst. Er sei bereits mit interessierten Lebensmittelketten in Verhandlung.

Die Gemeindeverwaltung von Sand in Taufers will ihm den Weg dazu ebnen. Im Entwurf für den Raumordnungsvertrag ist festgehalten, dass die Gemeinde für betreffendes Gewerbeerweiterungsgebiet die Zweckbestimmung „Einzelhandel“ eintragen wird. Zudem wird an Wieser ein Grundstück abgetreten.
Der Baggerunternehmer muss im Gegenzug einen Kreisverkehr direkt vor seinem geplanten Geschäft und Gehsteige in Richtung Dorf errichten. „Alles im öffentlichen Interesse“, heißt es im Raumordnungsvertrag wörtlich.

Dort zitiert wird auch ein Schätzgutachten, dass den Deal als angemessen einstuft. Jetzt werden die Unterlagen an die zuständigen Landesämter weitergereicht. Danach ist der Gemeinderat am Zug: Geht alles wie geplant durch, kann Franz Wieser mit dem Bau des Supermarktes beginnen.

Noch aber gibt es einige Skeptiker. So hatte eine Mehrheit der Ausschussmitglieder unter Bürgermeister Helmuth Innerbichler einen gleichlautenden Antrag noch abgelehnt. Aber im Februar unter der Leitung des neuen Bürgermeisters Sigfried Steinmair waren plötzlich alle Bedenken verflogen. Aber die Kaufleute in Sand, dessen Obmann Walter Weger ist, wollen weiter gegen diesen Supermarkt ankämpfen. „Hier“, sagt Weger, „geht es in meinen Augen nicht nur darum, dass ein etwa 600 Quadratmeter großer Supermarkt entstehen kann. Es geht auch darum, dass sich in der Folge viele weitere Geschäfte ansiedeln werden. Dann gibt es kein Halten mehr.“

Dabei werden wahrscheinlich die meisten Kunden mit dem eigenen Auto in diese Zone aufbrechen. Sehr zum Nachteil für die kleinstrukturierte Wirtschaft in den Dorfzentren der Umgebung.
Dabei stellt sich auch die Frage, ob der Bau eines Kreisverkehres an dieser einfachen Abzweigung vor Mühlen tatsächlich notwendig ist.

Der Bürgermeister hält das Rondell für wichtig, auch im Hinblick auf den Bau einer Umfahrung irgendwann in der Zukunft. Kritiker hingegen meinen, der Kreisverkehr diene wiederum dem geplanten Geschäft von Wieser, weil man so direkt auf den Parkplatz gelotst werden könne.

Kaufmann Weger kann nur noch den Kopf schütteln. Er will auf jeden Fall weiter dafür kämpfen, dass die Geschäfte im Ort bleiben und die Kundschaft nicht in Einkaufstempel gelockt wird.

  • DAS INTERVIEW MIT FRANZ WIESER LESEN SIE AM DONNERSTAG IN DER PRINT-AUSGABE.
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