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    „Ich bin dann mal weg“

    WegmannLange hat er gezaudert, nun steht sein Entschluss fest. Der Schludernser Ex-Bürgermeister Erwin Wegmann tritt bei den vorgezogenen Neuwahlen am 8. Mai nicht mehr an. Warum die Vinschger Krisengemeinde dennoch nicht zur Ruhe kommen wird.

    von Karin Gamper

    Erwin Wegmann ist früh aufgestanden an diesem Dienstag, um pünktlich zu seinem Arbeitsplatz am Meraner Bahnhof zu gelangen. „Um vier Uhr“, erzählt der ehemalige Bürgermeister von Schluderns bei einer kurzen Kaffeepause an der Bar.

    „Ich habe lange hin- und herüberlegt“, sagt Erwin Wegmann, „aber nun steht meine Entscheidung: Ich lasse die Politik ruhen und tue erst einmal gar nix mehr.“ Der innerhalb von nur zwei Jahren gleich zwei Mal gestürzte Bürgermeister wird bei den vorgezogenen Neuwahlen am 8. Mai weder als Bürgermeister noch als einfacher Gemeinderat kandidieren.

    Zwei Gründe waren ausschlaggebend für die Entscheidung, sagt Erwin Wegmann: Die Familie und der Wunsch nach etwas mehr Ruhe im Privatleben. „Außerdem“, meint er süffisant, „werde ich mir jetzt einmal anschauen, wie es die anderen machen.“ Die politischen Gegner in Schluderns haben ihm, Wegmann, immer Alleingänge und intransparentes Vorgehen vorgeworfen. „Jetzt, wo andere Kräfte an die Schalthebel kommen, werden wir ja sehen, ob es meine Kritiker besser machen“, so Wegmann.

    Bei der Schludernser Bevölkerung ist Erwin Wegmann immer noch beliebt. „Ich bekomme viel Zuspruch auf der Straße“, erzählt der geschaßte Bürgermeister. Nur die Bauern, erzählt er, haben ihn im Stich gelassen. Ein kurzer Anruf vor einigen Wochen und die Mitteilung, dass man ihn nicht mehr unterstützen könne, weil durch das laufende Hickhack der politische Stillstand eingekehrt sei. Auch innerhalb der von ihm selbst gegründeten Bürgerliste fühlte sich Wegmann ausgebootet. „Es wurden keine offenen Gespräche geführt“, erinnert er sich zurück. Das habe ihn am Anfang hart getroffen, sagt Wegmann freimütig, inzwischen hätte sich die Gruppe ausgesprochen.

    Mittlerweile steht fest, dass Andreas Hauser als Bürgermeister-Kandidat für die Bürgerliste Schluderns ins Rennen geht. „Er ist ein fähiger Mann und ich unterstütze ihn“, sagt Wegmann, der hofft, dass seine Bürgerliste weiterhin zum Wohle der Schludernser arbeiten wird.

    Ist nun mit dem Abgang des offensichtlich polarisierenden Erwin Wegmann alles paletti in Schluderns?

    „Das glaube ich eher nicht“, zweifelt der Ex-Bürgermeister, „ich gehe davon aus, dass in zwei Jahren erneut gewählt wird.“

    Warum?

    Wegmann: „Im gegnerischen Lager sind immer noch dieselben Unruhestifter am Ruder, da wird sich nicht viel ändern“.

    Diesen Leuten gehe es schon lange nicht mehr um die Sache: „Die wollen nur alles zerreden und verzögern, und sie haben es geschafft, dass wichtige Projekte den Bach hinunter sind“, sagt Wegmann und nennt nur ein Beispiel: „Wir hatten bereits ein fertiges Kindergarten-Projekt vorliegen; es wurde so lange zerpflückt, bis am Ende die Finanzierung weg war“.

     

    LESEN SIE IN DER PRINT-AUSGABE:

    Welche Listen in Schluderns antreten

     

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