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    Zorniger Florian

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    Nach dem Verkehrschaos am Grödner Joch nimmt Landesrat Florian Mussner den Straßendienst in Schutz: Die Kritik treffe die Falschen.

    Florian Mussner

    Florian Mussner

    Heftige Schneefälle und starker Wind haben Anfang März am Grödner Joch zu einem Verkehrschaos geführt. Der Straßendienst des Landes hat dafür einige Kritik einstecken müssen. „Diese Kritik entbehrt jeder Grundlage und trifft ganz einfach die Falschen“, unterstreicht Landesrat Florian Mussner. „Wegen der Verantwortungslosigkeit einiger Autofahrer konnte der Straßendienst gar nicht eingreifen.

    „Wenn man sich das Geschehen beim letzten starken Schneetreiben am Grödner Joch vor Augen hält, kann man über so viel Verantwortungslosigkeit nur staunen“, betont der Landesrat. Wer bei heftigem Schneefall erwarte, dass eine Bergstraße frei befahrbar und am besten trocken sei, habe von der Realität im Berggebiet keine Ahnung, badauert Mussner. Trotzdem hätten sich Autofahrer bei Schneetreiben und Wind auf den Weg über das Grödner Joch gemacht – ohne Winterreifen, ohne Schneeketten. Dies, obwohl hier wie im ganzen Land Schilder darauf hinweisen, dass bei Schnee und Eis Winterreifen- und Schneeketten-Pflicht besteht. „Sie haben sich dadurch nicht nur in Gefahr gebracht, sie haben auch für ein beispielloses Chaos gesorgt“, erklärt der Landesrat. Hängengebliebene Fahrzeuge hätten nicht nur eine Fahrbahn blockiert, sondern gleich beide – weil sie versucht hatten, den Stau zu überholen.

    Der Vorwurf, der Straßendienst habe zu wenig getan, sei völlig ungerechtfertigt. „Das Gegenteil ist der Fall: Der Straßendienst hat alles getan und gute Arbeit geleistet“, beteuert Mussner. Von 5.30 Uhr an sei man mit Räum- und Streufahrzeugen unterwegs gewesen, auch die Straße auf das Joch wurde geräumt und eingestreut. „Allerdings muss man auch wissen, dass auf der Grödner Seite des Jochs kein Salz gestreut werden darf, um die Trinkwasserquellen von Wolkenstein nicht zu gefährden“, erklärt der Landesrat.

    Weil der Schneefall immer heftiger wurde, habe man am frühen Nachmittag in Absprache mit der Lawinenkommission beschlossen, die Straße ab 16 Uhr zu sperren. Eine Schneeräumung sei da schon nicht mehr möglich gewesen, weil das Räumfahrzeug an den auf beiden Fahrbahnen hängengebliebenen Fahrzeugen nicht vorbeigekommen sei. Der Straßendienst hat daraufhin die Carabinieri alarmiert: Alle weiteren Fahrzeuge wurden angehalten und die Steckengebliebenen mussten von der Feuerwehr Wolkenstein abgeschleppt werden.

    Kritik gab es auch dafür, dass der Straßendienst nicht von der Gadertaler Seite über das Joch zu den hängengebliebenen Fahrzeugen vorgestoßen sei. Auch diese Kritik sei haltlos, weil es dort, wo sich der Stau gebildet hatte, keine Wendemöglichkeit für ein Räumfahrzeug gebe, betont Mussner. „Das Räumfahrzeug hätte im Rückwärtsgang zum Stau fahren müssen, was bei starkem Schneetreiben, heftigem Wind und schlechter Sicht verantwortungslos ist.“ Selbiges gilt dann, wenn es rückwärts vom Stau zurück aufs Joch hätte fahren müssen. „Noch dazu hätten die vom Pflug vor sich hergeschobenen Schneemassen eine Mauer gebildet, die für die Autos nicht überwindbar gewesen wäre“, so der Landesrat.

    Mussners Fazit lautet deshalb: „Der Straßendienst des Landes, die Carabinieri und die Freiwillige Feuerwehr haben alles Menschenmögliche getan, um eine Situation aufzulösen, die von verantwortungslosen Autofahrern heraufbeschworen wurde“, so der Landesrat. „Ihnen hätte die Kritik eigentlich gelten müssen, statt sie dem Straßendienst in die Schuhe zu schieben.“

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