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    „Verschärfter Kampf ums Geld“

    andreaus handyVerbraucherzentrale-Geschäftsführer Walther Andreaus erklärt, warum Verbraucherschutz immer wichtiger wird – und warum er von Raiffeisen eine Entschädigung für zu viel gezahlte Zinsen verlangt.

    Am Dienstag war Weltverbrauchertag. Die Verbraucherzentrale Südtirol stellte dazu auf einer Pressekonferenz die Bilanz des abgelaufenen Jahres vor. Die TAGESZEITUNG hat mit Geschäftsführer Walther Andreaus gesprochen:

    Tageszeitung: Herr Andreaus, wird Verbraucherschutz in der heutigen Zeit immer wichtiger?

    Walther Andreaus: Auf jeden Fall, denn der Markt wird immer umkämpfter. Es gibt immer mehr Anbieter, die natürlich ihre Waren und Dienstleistungen an den Mann bringen wollen. Und mit diesem verschärften Kampf um die Gelder der Konsumenten geht auch der Umstand einher, dass von Zeit zu Zeit Anbieter am Werk sind, die die Regeln nicht immer einhalten. Wir achten darauf, dass diesbezüglich ein wenig Ordnung herrscht.

    Ein großes Thema sind die Verhandlungen zu den Freihandelsabkommen. Welche Sorgen haben Sie für die Zukunft?

    Ich glaube nicht, dass die Südtiroler stark vom Thema Freihandelsabkommen betroffen sind. Wir sehen eher die Problematik, dass die Märkte immer komplizierter werden. Und zwar in den verschiedenen Bereichen wie bei der Telefonie, beim Strom oder bei den Finanzdienstleistungen. Bei Vertragsabschlüssen und den verschiedenen versteckten Klauseln ist ein großer Beratungsbedarf gegeben. Weil sich nicht jeder gleich einen Steuerberater oder Rechtsanwalt leisten kann, versuchen wir, den Konsumenten mit Information ein Gegengewicht zu bieten.

    Zuletzt hat es gegen die Verbraucherzentrale öffentliche Kritik gegeben. Ihnen wird vorgeworfen, die 26-Millionen-Strafe gegen Raiffeisen aufgrund einer Eingabe bei der Wettbewerbsbehörde ausgelöst zu haben.

    Die Strafe wurde nicht durch uns, sondern durch ein bestimmtes Verhalten ausgelöst. Die Höhe der Strafe ist dem Vergehen angemessen. Um die Situation besser nachzuvollziehen: Wir hatten in Südtirol vor einigen Jahren die besten Zinssätze für Wohnbaukredite in ganz Italien. Heute liegen wir über dem Durchschnitt. Das bedeutet, dass sich am Markt einiges zum Schlechteren verändert hat. Wir hatten dazu eine Vermutung – und diese ist nun für jemanden bestätigt worden. Uns geht es aber nicht um die Strafen, sondern wir wollen die Verbraucher davor schützen, dass sie zu viel für ihre Kredite bezahlen müssen. Im Fall Raiffeisen ist das letzte Wort auch noch nicht gesprochen. Wir werden schauen, für unser Anliegen eine Lösung zu finden.

    Wie meinen Sie das?

    Konsumenten, die in den letzten Jahren zu viel für ihren Wohnbaukredit gezahlt haben, sollen eine entsprechende Entschädigung bekommen.

    Interview: Heinrich Schwarz

    DAS KOMPLETTE INTERVIEW UND DIE DETAILS ZUM TÄTIGKEITSJAHR 2015 LESEN SIE IN DER MITTWOCH-AUSGABE DER TAGESZEITUNG.

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    Kommentare (2)

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    • einereiner

      Die Bosse von Raiffeisen haben noch nicht verstanden worum es geht. In einem Interview in der PZ fühlen sie sich SOOOO missverstanden und falsch bestraft und im nächsten Satz betonen sie, dass die einzelnen Raikas unabhängig sind. Entweder oder! Wenn unabhängig, dann darf man auch keine Zinssätze absprechen! Mit dem Rekurs verblasen sie nun nochmal Geld ihrer Genossen.

    • mairwalter

      @einereiner

      Einem Ochsen kann man nur einmal das Fell über die Ohren ziehen.!
      Banken machen das tagtäglich und immer wieder beim gleichen! Profitgier ist das Um und Auf der Bankster!!. Keiner ausgeschlossen….

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