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    „Problem des Betreibers“

    „Problem des Betreibers“

    Der Flughafenausbau muss einer Umweltverträglichkeitsprüfung unterzogen werden. Auf das Referendum habe das „keinen Einfluss“, glaubt LH Kompatscher.

    von Anton Rainer

    Das von der Flughafengesellschaft ABD in Auftrag gegebene „Umweltscreening“ reicht nicht aus, um einen Ausbau der Start- und Landebahn zu bewilligen. Das erklärte der Umweltbeirat des Landes am Mittwoch. Die Verlängerung der Piste um 30 Meter muss einer intensiven Prüfung unterzogen werden, weil vor allem im Bereich Lärm „erhebliche Auswirkungen“ zu erwarten seien.

    Das Problem: Aufgrund der Komplexität der Materie dürfte das Ergebnis dieser Prüfung nicht vor dem 12. Juni, dem Termin für das Flughafenreferendum, eintreffen.

    Keinen Grund, das Datum deshalb zu verschieben, sieht Arno Kompatscher: „Man stimmt ja nicht über Umweltfragen ab, sondern über die Finanzierung der öffentlichen Hand.“, so der LH, „Ich wüsste nicht, welchen Mehrwert der Wähler hat, wenn er wegen der ausstehenden UVP später abstimmen muss.“

    Und was, wenn die Einschränkungen der Umweltprüfung einen wirtschaftlich tragfähigen Flughafen nachträglich unmöglich machen?

    „Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Ausbau von 30 Metern beanstandet wird“, hofft Kompatscher, „wären die Maßnahmen extrem, wäre das aber das Problem des Betreibers“ – und damit, zumindest für den Probetrieb von fünf Jahren, auch das Problem des Steuerzahlers. Umwelt-Landesrat Richard Theiner, der sein Ja von einem positiven Gutachten des Beirats abhängig machte, hat nun jedenfalls ein Problem: Wird er weiß wählen, wenn die Verträglichkeitsprüfung nicht rechtzeitig eintrifft?

    „Jetzt warten wir mal ab“, sagt Theiner, „solche hypothetischen Fragen machen keinen Sinn.“ Mit dem Referendum habe eine Umweltverträglichkeitsprüfung aber in jedem Fall nichts zu tun. „Die Höchstgrenzen stehen“, so der Umweltlandesrat, „die Bevölkerung kann trotzdem abstimmen.“

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    Kommentare (12)

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    • gerecht

      Bis wann steht das Ergebnis fest?
      nach dem Referendum habe das „keinen Einfluss“ mehr !!!

    • diogenes

      Landesrat Richard Theiner hat kein Problem, er würde sich doch nie öffentlich der Doktrin von LH Kompatscher widersetzen.

      Nicht nur er, alle SVPler sind vergattert und auf Linie getrimmt, auf dass das Referendum ja positiv ausgehe.

      Die Start- und Landebahn soll nach der Volksbefragung nicht nur auf die versprochenen 1.462 Meter, sondern auf 1.700 Meter
      ausgebaut werden.

      Bei einer positiven UVP für die 30 Meter hätte der LH erst mal Luft, spätere negative Prüfungen und extreme Maßnahmen würden zwar Probleme machen, aber die könnte er auf den Steuerzahler abgewälzen.

      Clever!

      • latemarbz

        Ich glaube nicht, dass die 30 m an sich das Problem ist. Die Verlängerung macht den Start und die Landung von Düsenflugzeugen möglich. Diese sind viel lauter und um ein Vielfaches schädlicher für die menschliche Gesundheit, speziell für Kinder, für die Umwelt und speziell betreffend die Erderwärmung und das Klima.

    • rota

      Nach über 120 Mio in den letzten 20 Jahren an versenkten öffentlichen Geldern sollten zuerst die Verantwortlichen der Vergangenheit an den Pranger und zur Rechenschaft gezwungen werden. Die bisherigen „Minimalinvestoren“ und jetzigen Hinterbank-Flughafenbefürworter namentlich aufgelistet werden. Solange dies nicht passiert bewerte ich die Angelegenheit als permanenten Diebstahl von Steuergeldern mit der Komplizenschaft der Politmarionetten.
      Nach der Beantwortung dieser offenen Fragen kann man über UVP und Referendum weiterdiskutieren.

    • yannis

      30 Meter mehr Start / Landebahn ? das soll den Flughafen genau um das verbessern wie man vorgibt um ihn wirtschaftlich betreiben zu können, habe schon bessere Witze gehört.

    • lissnamol

      Manche werfen der Betreibergesellschaft vor, dass der Flughafen nicht rentabel wirtschaften kann. Dann lassen wir zunächst mal eine der wichtigsten Voraussetzungen dafür realisieren, nämlich die Verlängerung der Start- und Landebahn um 30 Meter. Gut: Jetzt wird dafür eine ordentliche Umweltverträglichkeitsprüfung verlangt. Diese trägt dann hoffentlich zur Objektivität und Versachlichung der Diskussionen bei. Allerdings ändert die UVP nichts an der Fragestellung der Volksbefragung, wo es darum geht, ob die öffentliche Hand den Flughafen mit 2,5 Millionen Euro pro Jahr bis 2021 bezuschussen kann.

    • gerry

      Die Bevölkerung in St-Jakob, Oberau , Grutzen weisen schon seit 20 Jahren darauf hin dass dieser Flughafen so nahe an einem so dicht besiedelten Wohngebiet nicht tragbar ist. Das Kerosin riecht man im ganzen Talkessel und der Lärm dieser Düsenmotoren ist doppelt so groß wie jener der momentan benutzen Propellermaschinen.

      • gerecht

        @gerry
        genau aber es dürften keine Einkaufshäuser in der Nähe öffnen,
        (Gefahr für eigenen Angehörigen der Politiker, während des Einkaufens …)

        aber um die Bevölkerung die immer hier ist und sogar hier schläft um denen ist die egal …
        (Beim Schlafen wird um ein vielfaches mehr Luft eingesaugt, als in der gleichen Zeit im Stehen …)

        Klar, das die Verantwortlichen kein Umweltgutachten möchten,
        das Anhalten des Schnellzuges in Auer mit Parkplatz, dagegen sind … (ist billiger und braucht nicht mehr zeit)
        Das sind Argumente gegen den Flughafen !!!!!!!!!!!!!!
        für die Kasse und Gesundheit der Steuerzahler

    • yannis

      Bei dieser Diskussion über BZO hat noch niemand glaubwürdig erklären können welche Airline
      mit Ihren Maschinen bei einer Lande/Startbahn von unter 1400 Meter einen wirtschaftliches Interesse an einer Destination BZO haben könnte um z.B. Verbindungen zu DUS CGN, FRA usw. aufzunehmen.

    • rota

      Ich hoffe schon das die UVP nun nicht von den Steuerzahlern sondern von den Befürwortern/ Einbringern des Projektes zu bezahlen ist!!!!!

    • snakeplisskien

      Interessante Aussage jene, dass das Projekt wegen der UVP wohl kaum zu Fall kommen wird und man sich höchstens eine Einschränkung der An- und Abflugszeiten bzw. Zahl von Flügen erwartet.

      Wenn man dem noch hinzufügt, dass fast keine Gesellschaft die in Frage kommenden Flugzeugtypen hat, dann sind die Prämissen für ein kostendeckendes Betreiben des Flughafens ja optimal.

    • lissnamol

      Die Kosten für die Erstellung der UVP wird von der Betreibergesellschaft des Flughafens bezahlt. Und diese gehört dem Land Südtirol. Letztendlich sind dies somit Steuergelder, zu verantworten aber von jenen, welche diesen Beschluss mit großer Mehrheit gefasst haben. Für mich kein Problem. Zu den Prämissen für ein kostendeckendes Betreiben des Flughafens gehört nun mal die gerichtlich genehmigte Verlängerung der Start- und Landepiste. Wenn dies realisiert werden kann, dann werden sich auch Airlines finden lassen, welche mit ihren Flugzeugen Bozen anfliegen können.

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