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    „Eine Katastrophe“

    Seilbahn JenesienGegen die geplante neue Seilbahn nach Jenesien regt sich heftiger Widerstand. Insbesondere im Groß-Kondominium Rendelstein am linken Talferufer, das von den Kabinen mehr oder weniger überflogen würde.

    von Thomas Vikoler

    „Da wird wieder einmal etwas vom Land beschlossen und die Stadt muss sich dem fügen“. Claudio Della Ratta, ehemaliger PSI-Gemeinderat in Bozen, scheint nicht gerade ein Freund des geplanten Neubaus der Seilbahn Bozen-Jenesien zu sein und fragt: „Sind wird sicher, ein Projekt von öffentlichem Interesse ist, das derart in die Landschaft eingreift?“

    Auch Rudi Benedikter, ebenfalls Ex-Gemeinderat mit noch unsicherer Kandidatur-Destination bei den nächsten Wahlen, ist mehr als skeptisch: „Ein verkehrstechnischer Unsinn mitten in der landschafts-, denkmal-, und ensemblegeschützten grünen Lunge unserer Stadt“.

    Wahlkampf oder nicht – die geplante Seilbahn mit verlängerter Trasse ist bereits jetzt heftig umstritten.

    Der entschiedendste Widerstand gegen das Vorhaben, für das die Landesregierung am 22. Dezember die Planung in Auftrag gegeben hat, regt sich auf dem orographisch linken Ufer der Talfer.

    Wie die nun von der Landesregierung nach einer Anfrage der Grünen herausgegebenen Pläne zeigen, überquert die Seilbahn mit Talstation im Petrarcapark (Nähe Siegesdenkmal) etwas südlich der St.-Anton-Brücke den Fluss. Nördlich der Brücke befindet sich das Kondominium Rendelstein mit 70 Wohneinheiten.

    Dort gab es am 7. März bereits eine ziemlich aufgeregte Kondominiumssitzung, auf der die von der Landesgesellschaft STA ausgearbeiteten Pläne vorgestellt wurden. Man werde ein Bürgerkomitee bilden und sich entschieden gegen das Seilbahn-Projekt stellen, heißt es im Kondominium Rendelstein.

    Einer seiner Bewohner ist der Gynäkologe Peter Staffler (im Bild oben). „Meine Wohnung befindet sich am nächsten zum Talferufer, die Seilbahn-Kabinen würden in einem Abstand von zehn bis fünfzehn Metern daran vorbeifahren. Das ist völlig inakzeptabel, eine Katastrophe. Gar nicht zu reden vom Wertverlust für die Immobilie“, klagt der Rendelstein-Bewohner. Er wirft der STA und dem Land vor, das Kondominium, ab er auch die Bewohner der umliegenden Häuser bei der Planung der Seilbahn „völlig übergangen“ zu haben.

    Es ist klar: Niemand will über seiner Wohnung eine Seilbahn schweben sehen.

    Im Kondominium Rendelstein gibt es entsprechend – wie bei Benedikter und Della Ratta – große Zweifel an der Sinnhaftigkeit der Seilbahn Bozen-Jenesien, deren Talstation vom derzeitigen Standort an der Sarntalerstraße bis zur Talferbrücke verlegt werden soll. Die Talfer wird laut STA-Projekt bis zur geplanten Mittelstation an der derzeitigen Talstation zweimal gequert – vorgesehen sind drei Stützen mit bis zu 34 Metern Höhe.

    „Niemand in Bozen braucht diesen 25 Millionen teuren Nonsens. Und wir opfern auch nicht die letzten unversiegelten Stücke Talferwiesen den Interessen einiger Bewohner unseres Nachbardorfes“, tönt Rudi Benedikter.

    Rendelstein-Bewohner Peter Staffler sieht es ähnlich: „Es kann nicht sein, dass wegen einer Seilbahn, die niemand braucht, die ganze Gegend zerstört wird“.

     

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    Kommentare (9)

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    • sepp

      typisch benedikter gut das seine politisch karriere zu ende isch solche leute braucht Südtirol nicht

      • jennylein

        Dass Benedikter sowieso gegen alles ist, ist ja klar. Dass aber auch eine Foppa gegen eine neue Seilbahn ist, ist einfach nur mehr lächerlich. Man ist gegen das Auto und für die Bahn, bis dann eine gebaut werden soll. Dann ist man auch gegen die Bahn… und natürlich gegen Flugzeuge sowieso.. und gegen Handymasten und und und..
        Nur selbst nutzt man all die Technik und ist mobil, fliegt weiß Gott wohin in den Urlaub und regt sich auf, wenn das Handy keinen Empfang hat. Wirklich sehr glaubwürdige Leute.

        • markusgufler

          Hätte ich nicht besser schreiben können. Vielleicht könnte man noch die 3kW Stromanschlüsse erwähnen, die allen zu klein sind. Aber neue oder größere Hauptleitungen bauen? Drama! Hysterie! Wahnsinn! Verbrecher! Mafia!
          Ich sag: unehrlich zu sich selbst

        • george

          Leute wie ‚jennylein‘, die hier über die Gegner eines solchen Projektes herfahren, sollen zuerst ehrlich zu sich selbst sein und nicht andere völlig falsch hinstellen. Hier geht es nämlich nicht darum, dass eine Seilbahn oder nicht gebaut wird, sondern in erster Linie um das „Wie“ und um die Frage der Notwendigkeit eines solchen aufwändigen Projektes in der richtigen bzw. entsprechenden Relation zum Gebiet rundum und zur Akzeptanz und Rücksicht gegenüber anderen. Immer nur die Extreme auszuspielen um andere fertig zu machen ohne Rücksicht auf eine tragbare Streitkultur und auf Verluste im Umgang mit Andersdenkenden und Andersfühlenden, scheint hier bei Manchen die Devise zu sein. Habt ihr im menschlichen Leben bisher nichts Besseres gelernt?

    • Ich bin der Meinung, dass bei der Bahn genau so lange nichts gemacht werden sollte, bis auch die Bergstation nicht ins Dorf Jenesien verlegt wird.

    • ft

      Ein vollkommener Irrsinn. Für ein Bergdorf von 3000 Leuten, das durch eine gute Strasse
      erschlossen ist, 25 Millionen. Und dazu noch das ganze Talfergebiet verschandeln.
      Ich vermute dass die Seilbahn an der heutigen Bergstation enden muss,da die üblichen
      Bekannten rundherum sich die Gründe schon gesichert haben, um ein Villenviertel zu bauen, über das ja keine Seilbahn führen darf.

    • gerry

      Warum kann die Talstation nicht dort bleiben wo sie sich jetzt bereits befindet. Warum so ein aufwendiges Theater da die Talstation ca. 10 Gehminuten vom Stadtzentrum sich befindet und die Busse ja sowieso dorthin fahren weil sie ja keine andere Möglichkeiten haben wenn sie auch St. Anton anfahren wollen. Einfach nur Größenwahn hoch zwei.

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