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    Die Todes-Lawine

    Bildschirmfoto 2016-03-12 um 21.57.51Bei einem Lawinenabgang am Schneebiger Nock im Ahrntal sind am Samstagvormittag sechs Personen ums Leben gekommen – fünf der Opfer stammen aus dem Pustertal. DER LIVE-TICKER.

    +++ UPDATE Montag 08:58 UHR +++

     

    Ein Lawinenhund

    Ein Lawinenhund

    Nach der Tragödie am Schneebiger Nock wird nun Ursachenforschung betrieben.

    Bei einem Lokalaugenschein am Unglücksberg stellten Experten am Sonntag fest, dass der Altschnee, der bereits vor Wochen gefallen war, nicht mit dem Neuschnee verbunden war.

    Dieser Altschnee gilt als mutmaßlicher Mitauslöser der Todes-Lawine vom Samstag.

    Dazu komme die Zusatzbelastung, sprich: der Umstand, dass 15 Personen am Kamm gestanden hatten. Die Experten sichteten Abfahrtsspuren vom Gipfel weg.

    Die Abbruchstelle der Lawine war zwei Meter hoch, fast die gesamte Nordwestflanke des Berges ist abgebrochen. Wie berichtet hatte die Lawine enorme Dimensionen: sie war 300 Meter breit und 700 Meter lang.

    Indes wurde auch bekannt, dass der leblose Körper des jüngsten Opfers, Matthias Gruber, als erster gefunden wurde.

    Die Toten lagen alle im flachen Stauraum der Lawine in einem Umkreis von rund 300 Metern.

    Insgesamt waren am Samstag über 100 Personen im Einsatz.

    +++ UPDATE 08:22 UHR +++

    Die Tragödie am Schneebiger Nock:

    Es gibt sie jetzt die Dramen im Drama!

    Alexander Rieder (Foto: Alto Adige)

    Alexander Rieder (Foto: Alto Adige)

    Eines der Opfer, der erst 42-jährige Alexander Rieder aus Kiens, hinterlässt seine Frau und drei kleiner Kinder, berichtet die Tageszeitung „Alto Adige“ am Sonntag.

    Rieder, der im Tierheim in Vintl arbeitete, war in seiner Jugend ein guter Amateurfußballer, spielte unter anderem in Vintl.

    Er wohnte mit seiner Familie in St. Sigmund.

    Auch der Elektriker Bernhard Stoll aus Niederdorf hinterlässt eine Frau und drei Kinder. Bernhard Stoll war Schütze – genauso wie sein Freund und Bergkamerad Christian Kopfsguter, der Waldarbeiter, der ebenfalls unter der Lawine am Schneebiger Nock zu Tode kam.

    Bernhard Stoll hatte im Jahr 2011 den 8156 Meter hohen Manaslu im Himalaya bestiegen.

    +++ UPDATE 07:07 UHR +++

    Der Lawinenabgang am Schneebiger Nock ist das schwerste Lawinenunglück in Südtirol seit mehr als 25 Jahren.

    Nach Angaben der Bergretter war die Lawine 400 Meter breit.

    Die Schneemassen stürzten vom Kamm des Schneebiger Nocks 700 Meter in die Tiefe, es war also eine Lawine enormem Ausmaßes.

    Das jüngste Todesopfer ist der 16-jährige Matthias Gruber aus dem Ahrntal.

    Der Jugendliche hatte seinen Vater Heinrich begleitet.

    Letzterer konnte sich in Sicherheit bringen und blieb unverletzt.

    +++ UPDATE 06:04 UHR +++

    Margit Gasser (Foto: Das Mühlrad)

    Margit Gasser (Foto: Das Mühlrad)

    Unter den Opfern ist auch die 32-jährige Margit Gasser aus Mühlwald.

    Die Krankenpflegerin war sozial sehr engagiert.

    Vor Jahren war die junge Frau mit der Organisation „Ärzte für die Dritte Welt“ in Kamerun.

    Margit Gasser absolvierte einen dreimonatigen Hilfseinsatz.

    Damals, im Jahr 2009, berichtete die Dorfzeitung „Das Mühlrad“ in großer Aufmachung über den Hilfseinsatz der jungen Frau in Afrika.

    +++ UPDATE 21:44 UHR +++

    Horst Wallner (Foto: meinbezirk.at)

    Horst Wallner (Foto: meinbezirk.at)

    Trauer auch in Nordtirol.

    Unter den Todesopfern ist Horst Wallner, der Direktor der Tiroler Wirtschaftskammer.

    Der 49-jährige Manager aus Neustift in Stubai überlebte den Lawinenabgang am Samstag nicht.

    Glück im Unglück hatte Wallners Begleiterin:

    Die 42-jährige Innsbruckerin wurde mit Knieverletzungen in das  Krankenhaus von Bruneck eingeliefert.

    +++ UPDATE 21:12 UHR +++

    Es herrscht Fassungslosigkeit!

    Die Todes-Lawine hat am Samstag am Schneebiger Nock im Ahrntal sechs Menschen in den Tod gerissen.

    Die Opfer – zwischen 16 und 49 Jahre alt. Eine Tragödie, die unter die Haut geht.

    Ganz Südtirol fühlt mit den Angehörigen der Opfer mit.

    Screenshot Corriere della Sera

    Screenshot Corriere della Sera

    Das Lawinenunglück im Ahrntal, eines der schwersten der letzten Jahrzehnte, sorgt denn auch weit über Südtirol hinaus für Schlagzeilen.

    Die Nachrichtenagenturen berichten seit Stunden über die Tragödie am Schneebiger Nock.

    Für die Online-Portale der italienischen Tageszeitungen  und auch für die Online-Ausgaben der Zeitungen in Deutschland und Österreich ist das Unglück das Top-Thema.

    +++ UPDATE 21:12 UHR +++

    Auch Bischof Ivo Muser reagiert auf die Tragödie im Ahrntal.

    In einer Aussendung am Samstagabend schreibt der Bischof:

    „Wir Menschen wissen alle, dass der Tod unser ständiger Lebensbegleiter ist; und doch erschrecken wir, wenn Menschen plötzlich und unerwartet sterben müssen.

    Die Mahnung des Evangeliums, wach zu bleiben und bewusst zu leben, weil wir den Tag und die Stunde nicht kennen, bleibt immer aktuell und will uns helfen, die Zeit gut und richtig zu gestalten, die uns geschenkt und anvertraut ist.

    Bischof Ivo Muser

    Bischof Ivo Muser

    Die erschütternde Nachricht, dass heute sechs Menschen durch eine gewaltige Lawine ihr Leben verloren haben, macht viele Menschen in unserem Land sehr betroffen und bestürzt.

    Meine große Anteilnahme gilt den Familien, den Angehörigen und Freunden der Verstorbenen.

    Mögen sie Trost finden in der Osterbotschaft des christlichen Glaubens, aber auch durch die Hilfe, die Nähe und die Verbundenheit vieler Menschen.

    Gerade solche unerwartete und plötzliche Ereignisse sollen uns dazu führen, zusammen zu stehen und zusammen zu halten.

    Für die sechs Verstorbenen hoffe und bete ich, dass sie geborgen sind in den barmherzigen Händen unseres Gottes und dass sie bei ihm leben dürfen.

    Möge die Verbundenheit mit unseren Verstorbenen und das Denken an den eigenen Tod uns allen helfen, bewusst und wach zu leben.“

    +++ UPDATE 18:10 UHR +++

    Die Pressekonferenz der Rettungskräfte (Screenshot Rai Südtirol)

    Die Pressekonferenz der Rettungskräfte (Foto: Rai Südtirol)

    Nun liegt eine erste Stellungnahme des Landeshauptmannes vor.

    Arno Kompatscher hat sich am Samstag ständig über die Entwicklung am Unglücksort informieren lassen.

    Am Abend sprach der Landeshauptmann den Angehörigen der Verstorbenen seine persönliche Anteilnahme aus sowie jene der gesamten Landesregierung und der Südtiroler Bevölkerung.

    LR Arnold Schuler (Foto: Rai Südtirol)

    LR Arnold Schuler (Foto: Rai Südtirol)

    Landesrat Arnold Schuler war vor Ort.

    Kompatscher und Schuler dankten den Rettungskräften für ihren Einsatz.

    Arnold Schuler:

    „Trotz guter Ausrüstung der Tourengeher und unmittelbarer, perfekt koordinierter Hilfe sei bedauernswerterweise keine Rettung für sechs Menschen mehr möglich gewesen.

    Wahrscheinlich wurde die Gefahr eines Lawinenabgangs unterschätzt, da die Lawinenwarnstufe nur im mittleren Bereich lag.

    Naturgefahren könnten aber nie ganz ausgeschlossen werden, wer sich in der Natur bewegt, ist immer einem Risiko ausgesetzt.“

    +++ UPDATE 17:33 UHR +++

    Bernhard Stoll (Foto: Dorfblattl Niederdorf)

    Bernhard Stoll (Foto: Dorfblattl Niederdorf)

    Der schwarze Samstag!

    Südtirol steht unter Schock.

    Ein Lawinenunglück im Ahrntal hat sechs Todesopfer gefordert.

    Unter den Toten ist eine junge Frau aus Sand in Taufers, und ein 16-jähriger Jugendlicher aus dem Ahrntal.

    Die Behörden haben inzwischen die Namen der Opfer veröffentlicht.

    Horst Wallner, 49, aus Österreich.

    Margit Gasser, 32, aus Sand in Taufers.

    Matthias Gruber, 16, aus dem Ahrntal.

    Christian Kopfsguter, 21, aus Niederdorf

    Alexander Rieder, 42, aus Kiens.

    Bernhard Stoll, 43, aus Niederdorf.

    Das jüngste Opfer ist erst 16! Und auch eine Frau ist unter den Toten – die 32-jährige Margit Gasser aus Sand in Taufers.

    +++ UPDATE 16:46 UHR +++

    Senator Hans Berger

    Senator Hans Berger

    Auch Senator Hans Berger war in der Einsatzzentrale in Rein in Taufers.

    Er erklärte gegenüber Journalisten:

    „Es war eine enorme Lawine, wir stehen alle unter Schock.

    So eine Tragödie war nicht vorhersehbar.“

    Es sollte auch angemerkt werden: Über 100 Retter waren im Einsatz.

    +++ UPDATE 16:44 UHR +++

    Christian Kopfsguter (Foto: Facebook)

    Christian Kopfsguter (Foto: Facebook)

    Die schlimmsten Befürchtungen haben sich nun bestätigt:

    Fünf der sechs Lawinentoten sind Südtiroler! Vier Männer und eine Frau. Sie stammen aus dem Pustertal.

    Das sechste Opfer, ein Mann, stammt aus Österreich.

    +++ UPDATE 16:35 UHR +++

    Neben der Österreicherin, die ins Krankenhaus Bruneck gebracht wurde, konnte eine weitere Frau lebend geborgen werden.

    Die mit dem Rettungshubschrauber geborgene Österreicherin wurde vom Südtiroler Zivilschutz betreut. Die geschockte Frau wurde in einem Hotel in Rein in Taufers untergebracht.

    Bildschirmfoto 2016-03-12 um 21.35.21Insgesamt waren 15 Personen von der Lawinen mitgerissen bzw. verschüttet worden.

    Sechs Tourengeher kamen ums Leben, eine Österreicherin wurde wie durch ein Wunder nur leicht verletzt.

    Acht Tourengeher konnten sich selbst in Sicherheit bringen.

    +++ UPDATE 16:10 UHR +++

    Laut neuesten Informationen sollen sich auch Südtiroler unter den sechs Todesopfern befinden. Details über die Herkunft und die Anzahl der Südtiroler Opfer liegen noch nicht vor.

    Die zehn Skitourengeher, die am Samstagvormittag in Richtung Gipfel des Schneebirger Nocks aufgebrochen waren, sollen verschiedenen Nationalitäten angehören.

    +++ UPDATE 15:03 UHR +++

    Raphael Kostner (Foto: Aiut Alpin)

    Raphael Kostner (Foto: Aiut Alpin)

    Raphael Kostner vom Aiut Alpin sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Ansa:

    „Wir hatten selten einen Einsatz von dieser Größenordnung.

    Die Rettungsaktion gestaltet sich schwierig, weil sich das Unglück auf über 3.000 Metern Höhe ereignet hat.

    Um mit den Helikoptern so hoch fliegen zu können, fliegen wir mit wenig Sprit und mit möglichst wenig Ausrüstung.“

    +++ UPDATE 14.44 UHR +++

    Bei der Person, die verletzt ins Spital gebracht wurde, soll es sich um eine österreichische Staatsbürgerin handeln.

    +++ UPDATE 14.33 UHR +++

    Der Rettungseinsatz (Foto: Rai Südtirol)

    Der Rettungseinsatz (Foto: Rai Südtirol)

    Die Carabinieri bestätigen nun offiziell die vorläufige Opfer-Zahl:

    Sechs Personen konnten nur mehr tot aus den Schneemassen geborgen werden. Eine Person wurde mit leichten Verletzungen ins Brunecker Spital gebracht.

    Es wird allerdings befürchtet, dass noch weitere Personen unter den Schneemassen liegen könnten.

    Die Rettungskräfte sprechen von einer Lawine mit einem Ausmaß von 150 mal 300 Metern.

    Das enorme Schneebrett ist im Bereich des sogenannten Skidepots abgegangen, von wo aus die Tourengeher die letzten Meter zu Fuß bis zum Gipfel aufsteigen.

    +++ UPDATE 14.22 UHR +++

    IMG_2321Die Bilanz des Lawinenunglücks in Ahrntal wird immer tragischer:

    Neuesten Informationen zufolge sind sechs Personen tot geborgen worden.

    +++ UPDATE 14:03 Uhr +++

    Jetzt gibt es eine offizielle Bestätigung:

    Bei dem Lawinenunglück auf der Nord-West-Seite des Schneebiger Nocks sind mindestens vier Personen ums Leben gekommen.

    Eine Person wurde leicht verletzt und ins Krankenhaus nach Bruneck geflogen.

    Bildschirmfoto 2016-03-12 um 14.19.33Es wird weiter nach möglichen Verschütteten gesucht.

    Immer laut Landesnotrufzentrale haben sich mehrere Tourengeher selbst aus den Schneemassen befreien können.

    In Südtirol herrscht am Samstag Lawinenwarnstufe 2 – d. h. mäßig.

    Noch gibt es keine Angaben zur Identität der Opfer.

    +++ UPDATE 13:54 Uhr +++

    Inzwischen sollen vier Personen tot aus den Schneemassen geborgen worden sein. Das berichtet die Nachrichtenagentur Ansa.

    Laut Ansa soll der in Paris weilende Premier Matteo Renzi sich laufend über die Zivilschutzbehörden über den Verlauf der Bergungsaktion unterrichten lassen.

    DAS HABEN WIR BISLANG BERICHTET:

    Schweres Lawinenunglück in Südtirol:

    Bildschirmfoto 2016-03-12 um 13.29.38Nach ersten Informationen soll sich gegen 11:15 Uhr am 3358 hohen Schneebiger Nock, kurz unterhalb des Gipfels, eine Lawine gelöst haben.

    Bis zu zehn Personen wurden von den Schneemassen verschüttet.

    Der Aiut Alpin Dolomites ist zu einem Großeinsatz ausgerückt. Im Einsatz stehen weiters mehrere Bergrettungs-Mannschaften, die Feuerwehren von Rein in Taufers und St. Johann und der Rettungshubschrauber Pelikan 2.

    Den Rettungskräften soll es inzwischen gelungen sein, zwei Personen zu bergen. Für sie soll jede Hilfe zu spät gekommen sein.

     

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