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    Issinger Badeverbot

    SANYO DIGITAL CAMERAHeuer wird der Issinger Weiher für die Badegäste gesperrt bleiben. Das ärgert viele Schwimmer. Betreiber Juri Stolzlechner will dem Gezeter um Wasserqualität und Koi-Fische endlich ein Ende bereiten.

    von Silke Hinterwaldner

    Der Issinger Weiher ist etwas ganz Besonderes. Dort treffen Koi-Fische auf Badegäste, Kinder können Kaulquappen beobachten und andere Wunder der Natur erforschen. Wer im Sommer an den Issinger Weiher zum Baden kommt, tut das gerade deshalb, weil es hier kein Chlor gibt, sondern Wasser, das lebt.

    Aber so etwas ist gesetzlich nicht vorgesehen.

    Die Hygieneämter haben immer wieder beanstandet, dass die Wasserqualität in diesem Badesee nicht den Vorschriften entspreche. „Jetzt“, sagt Juri Stolzlechner, „haben wir einen Punkt erreicht, an dem es nicht mehr einfach so weitergehen kann.“

    Er hat vor acht Jahren zum ersten Mal den Badebetrieb am Issinger Weiher übernommen. Aus Überzeugung, das spürt man instinktiv, und nicht, weil er daran viel verdienen kann. „Leben und leben lassen“, sagt Juri Stolzlechner, „ist unser Konzept. Wir möchten den Menschen die Begegnung mit Mutter Erde ermöglichen.“ Dabei setzt er auch auf Qualität. Frei nach dem Motto: Das Wasser ist gut, aber die Gesetze sind absurd.

    Der Erfolg in den vergangenen Jahren gab ihm recht: Immer mehr Badegäste haben das „Pusterer Meer“ lieben gelernt.

    Aber jetzt ist Schluss.

    Normalerweise beginnt Juri Stolzlechner im Februar mit der Planung für den Sommer.

    Heuer nicht: Er hat seinen 35 Angestellten mitgeteilt, dass sie sich einen anderen Job suchen müssen. Heuer soll der Badebetrieb am Issinger Weiher geschlossen bleiben. „Wir sollten diese Zeit nutzen“, sagt er, „um einiges in Ordnung zu bringen. Der See braucht mehr Frischwasserzufuhr. Schließlich sind wir nicht die Kläranlage von Pfalzen.“ A

    ber er stellt auch Bedingungen: „Ich will und werde keine Tiere entfernen.“
    Obwohl der Issinger Weiher als Badesee gerade für den Tourismus in Pfalzen eine schöne Sache ist, fühlt sich Juri Stolzlechner von offizieller Seite im Stich gelassen.

    „Ich möchte keine Schuldzuweisungen machen“, sagt er, „ich halte es einfach für wichtig, dass es eine Zusammenarbeit gibt.“ Der See ist in Besitz von Familien, die Badeanlage wird privat geführt. „Trotzdem“, erklärt SVP-Gemeinderat Roland Hainz, „muss man eine Lösung finden. Im Weiher konnte man immer schwimmen. Der Badesee ist wichtig für uns alle.“

    Bürgermeister Josef Gatterer hat eine weniger emotionale Herangehensweise. Er sagt zwar, „dass die Gemeinde sehr wohl Interesse daran hat, dass der See offen bleibt“. Aber er betont auch, dass es Gesetze einzuhalten gelte.
    Das Gesetz ist eben wichtiger als ein Treffen mit Mutter Erde.

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