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    Pestizide im Teller

    Bildschirmfoto 2016-02-29 um 15.27.57In vier von 15 italienischen Teigwaren haben Konsumentenschützer Pestizidrückstände nachgewiesen.

    Das italienische Konsumentenschutzmagazin „Il Test Salvagente“ berichtet in der Februar-Ausgabe über eine Untersuchung an italienischen Teigwaren. In vier von 15 Produkten wurden Pestizidrückstände nachgewiesen, wenn auch unterhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte.

    Die Redaktion von „Il Test Salvagente“ hat 15 verschiedene Teigwaren (überwiegend Spaghetti, aber auch Spaghettini und Vermicelli) aus dem italienischen Lebensmitteleinzelhandel und dem Diskontbereich untersucht, darunter Produkte von namhaften Herstellern wie Barilla, Voiello, Rummo, DeCecco, La Molisana und Garofalo.

    Die Proben wurden auf Pestizidrückstände und auf ihren Gehalt an zwei unterschiedlichen Mykotoxinen (Schimmelpilzgifte) analysiert.

    Elf Produkte waren frei von Pestizidrückständen. In vier Proben wurden Rückstände der Insektizide Cypermethrin und Pirimifos-methyl sowie des Begleitstoffes Piperonylbutoxid nachgewiesen. Cypermethrin wird zur Bekämpfung von Insekten auf dem Feld ausgebracht, Pirimifos-methyl wird nach der Ernte am eingelagerten Getreide angewendet. Piperonylbutoxid hat selbst keine insektizide Wirkung, verstärkt aber die Wirkung von bestimmten Insektiziden.

    Zwar lagen sämtliche Konzentrationen unterhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte, doch ist zum heutigen Zeitpunkt nicht geklärt, inwieweit Rückstände von verschiedenen Pestiziden sich im menschlichen Körper gegenseitig beeinflussen. Vermutet wird eine Potenzierung der Wirkung und damit ein gesundheitliches Risiko, auch wenn die Konzentration eines jeden einzelnen Wirkstoffes unterhalb des jeweiligen Grenzwertes liegt.

    Walther Andreaus

    Walther Andreaus

    Darüber hinaus wurden in den Proben unterschiedlich hohe Konzentrationen des Schimmelpilzgiftes Deoxynivalenol gefunden. Alle 15 Proben entsprachen den in diesem Zusammenhang gültigen Grenzwerten für Getreideerzeugnisse.

    In fünf Proben wurde jedoch der Grenzwert, der für Kindernahrung gilt, überschritten. Deoxynivalenol wird von Pilzen der Gattung Fusarium, welche Getreide wie Weizen, Gerste und Hafer befallen können, gebildet. Es gilt als nicht krebserregend, kann jedoch Übelkeit und Erbrechen hervorrufen und möglicherweise die Fortpflanzungsfähigkeit beeinflussen.

    Walther Andreaus, der Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Südtirol, meint dazu:

    „Zwar erfüllen alle getesteten Produkte die gültigen gesetzlichen Auflagen hinsichtlich der Pestizidrückstände und der Mykotoxine, denn keines der Produkte wird als Kindernahrungsmittel deklariert.

    Dass bestimmte Teigwaren höhere Konzentrationen an Deoxynivalenol enthalten, als für Kindernahrung zugelassen sind, und immerhin 27% der Proben Rückstände von Pestiziden aufweisen, ist aus unserer Sicht aber problematisch. Schließlich werden Nudeln bereits von Kleinkindern gerne gegessen.

    Die Hersteller müssen verstärkt Sorge dafür tragen, dass sowohl große als auch kleine Verbraucherinnen und Verbraucher vor Pestizidrückständen und Schimmelpilzgiften in Lebensmitteln geschützt werden.“

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    Kommentare (7)

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    • susi

      Wundert das jemanden? Solang die Bauern den ganzen Dreck auf ihre Felder spritzen dürfen ist es doch logisch, daß Rückstände in den Lebensmitteln und der Umwelt gefunden werden.

      täglich grüßt der neue Lebensmittelskandal…

      vorige Woche die deutschen Biere die 300x mehr Glyphosat (Unkrautvernichter von Monsanto) enthalten wie im Trinkwasser erlaubt ist, und jetzt halt die italienischen Nudeln.

    • realist

      Bevor jemand behauptet, was welche Bauern auf Ihre Felder spritzen dürfen, sollte sich
      derjenige informieren (siehe Agrios-Programm oder Biolandrichtlinien) wenn er das Wort „Dreck“ in den Mund nimmt und gleich alle Bauern in einen Topf wirft

      Wenn man in Südtirol lebt müßte man eigentlich wissen, dass es Industrie-Lebensmittel gibt (wie z.B. Getreide, Soja usw. mit denen eben Nudeln u. auch Biere produziert werden.)

      Und dass es Lebensmittel gibt, die eben noch von kontrollierten Bauernhöfen kommen, wie bei uns in Südtirol.

      • meintag

        Wie eealistisch hier kommentiert wird sieht man wenn zwischen Agrios Richtlinien und Biolandrichtlinien nicht einmal im Ansatz erklärt erklärt wird das im Ersteren Petizide on mass gespritzt werden. Mir kann sicher kein Landwirt in Südtirol erklären dass er sich in der Materie auskennt.

        Nur weil ein ganzer Haufen zusammen hält heisst dies noch lange nicht dass er im Sinne des Konsums auf Scheisse gelagert ist.

    • realist

      Wenn jemand wissen will, wie in Südtirol Lebensmittel produziert werden, dann gibt es Möglichkeiten genug, sich über all diese Produktionsweisen zu informieren, wenn man will ???
      (Beratung/Genossenschaften/Kellereien usw)

      Ohne oberflächlich u. unwissend unsere Bauern schlecht zu reden.

      Ich war letztes Wochenende auf der Bozner Messe u. war überrascht wie wenig man eigentlich über unsere Bauern weiß u. wie viele Infos man da bekommt und vor allem was unsere Bauern alles drauf haben.

      Dass eine Berufsgruppe sich in Ihrer Produktionsweise organisiert ist unter anderem auch sehr zum Vorteil des Konsumenten.
      Zb. Bioproduktion od. bedarfsgerechte Produktion aber vor allem Produktion direkt vom Bauern usw.
      Wer das nicht nutzt beim alltäglichen Lebensmitteleinkauf, —– ist selber schuld——–

      Man kann über alles herziehen, vieleicht fängt man mal bei sich selber an ????

      • meintag

        Ich beziehe mich auf Landwirte unter 1000mt. Da ist weder Genossenschaft oder ein anderer Günstling glaubhaft. Ich war zwar nicht in Bozen auf der Messe aber es sind Messen für Absatzsteigerung wie halt überall.
        Auch wenn man Nischenprodukte anbietet ist eine Restkontamination nicht ausgeschlossen. Als Beispiel nenne ich mal die Marteller Erbeere und den Anbau von Kräutern.
        Mal schauen ob nach Bier und Brot als nächstes Früchte dran sind.

    • florianegger

      Es sind wir Konsumenten, die nur schöne Nahrungsmittel kaufen, die auch noch billig sein müssen. Der Rest wird Industrieware und kann nur noch billiger sein.
      Aber wir sind intelligent.

    • realist

      In Südtirol vor unserer Haustür produzierte Lebensmittel unter den derzeitigen Ramenbedingungen, ob sie es glauben oder darauf vertrauen oder nicht, gibt es wenn man auf Hochwertigkeit und Gesundheit setzt kaum vergleichbare Lebensmittel.

      Vor allem wenn man kritisch ist und objektiv sucht u. urteilt.

      Der Konsument bekommt das was er verdient, denn an billigen und trotzdem perfekten Lebensmitteln ist etwas „faul“ was man aber nicht sehen kann.

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