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    Golf mit dem Heiligen Franziskus

    Der in Wien lebende Vinschger Künstler Klaus Pobitzer will in Motovun/Istrien, wo die Hypo Alpe Adria Millionen versenkt hat, einen Kunstgolfplatz mit Heiligenfiguren errichten. Sein Ziel: Österreich retten. Wenn es ihm gelingt, möchte er dafür die österreichische Staatsbürgerschaft bekommen.

    Von Heinrich Schwazer

    Motovun in Istrien ist ein hübsches Städtchen. Malerisch liegt es auf der Kuppe eines Hügels, an besonders klaren Tagen sieht man bis nach Venedig. Der Ort ist allerdings auch einer der Schauplätze für den größten Finanzskandal Österreichs um die Hypo Alpe Adria Bank, der dem österreichischen Steuerzahler Milliarden kostet. Die Kärntner Finanzjongleure hatten dort einen Polo-Club und ein Golfareal finanziert – beide wurden nie gebaut.

    Zumindest der Golfclub soll jetzt doch gebaut werden – und zwar von einem Südtiroler. Der in Wien lebende Vinschger Künstler Klaus Pobitzer sucht per Crowdfunding Finanziers, um einen ganz besonderen Golfplatz zu errichten: Einen Golfplatz der Heiligen. Pobitzer: „Auf diesem Planeten gibt es zu wenig Heilige, deshalb errichte ich einen Heiligen-Golfplatz.“

    Pobitzers „Holy Golf“-Anlage soll genau dort errichtet werden, wo die Hypo Alpe Adria Millionen versenkt hat, wo Dörfer und nie gebaute Golfplätze brachliegen. Statt der langweiligen Standard-Golffahnen hat er für den Parcours eigene Fahnen entworfen, auf denen Heilige zu sehen sind. Der Heilige Franziskus, Papst Pius, der Heilige Blasius – für jedes Loch gibt es einen Heiligen.

    Was hat der Heilige Franzsikus auf dem Golfplatz verloren? Ganz einfach: „Der heilige Franziskus hat seinen gesamten Besitz den Armen gegeben, die Hypo-Alpe-Adria-Bank hat es umgekehrt gemacht und das Geld den Reichen gegeben.“ Ein Spiel auf Pobitzers Golfplatz kann denn auch Wunder bewirken: „Ein holy Birdie bedeutet einen Ablass für alle Sünden.“

    Doch das Projekt will über den individuellen Sündenablass auch gesellschaftlich etwas bewirken: „Es geht darum, den Prozess der Geldvernichtung umzukehren und dem Objekt durch künstlerische Verwandlung wieder einen Mehrwert zu verschaffen“, so Pobitzer. Das Ziel ist hoch gesteckt: Südtiroler Kunst in Istrien rettet Österreich.

    Ganz uneingenützig steckt Pobitzer seinen Golfplatz aber nicht ab: „Sollte es mir mit meinem Kunstgolfplatz gelingen. Österreich zu retten, würde ich mir wünschen, als Südtiroler wieder die österreichische Staatsbürgerschaft zu bekommen.“ Der 1971 in Schlanders geborene Künstler ist ein Kunstprovokateur vor dem Herrn.

    Bekannt geworden mit seinen zwischen popiger Produktwerbung und Comic-Strip aufgemachten Riesenfiguren hat er zuletzt im Museion im Rahmen einer Performance das Haus in der Dantestraße in schwarzes Licht getaucht. „Lumina Nigra” mischte Alpträume und Märchenwesen, ließ farbige Asylanten als Tiroler Schützen auftreten und König Laurin darüber wachen.

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