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    Der Grenz-Gipfel

    Die Landeshauptleute mit Innenminister Alfano

    Die Landeshauptleute mit Innenminister Alfano

    In Rom sind am Montagnachmittag die Landeshauptleute der Europaregion mit dem italienischen Innenminister Alfano zusammengetroffen, um die Flüchtlings- und Grenzfrage zu besprechen.

    In Rom sind am Montagnachmittag die Landeshauptleute der Europaregion mit dem italienischen Innenminister Alfano zusammengetroffen, um die Flüchtlings- und Grenzfrage zu besprechen. „Trotz aller Schwierigkeiten wollen wir dieses Thema auch weiterhin gemeinsam angehen“, so Landeshauptmann Arno Kompatscher, der sich für fünf Südtiroler Anliegen die Unterstützung des Viminals sicherte.

    Hochkarätig besetzt war das Treffen: Innenminister Angelino Alfano standen Staatssekretär Domenico Manzione, Polizeichef und Präfekt Alessandro Pansa, der für das Asylsystem verantwortliche Präfekt Mario Morcone, Präfekt Giovanni Pinto und Kabinettchefin Luciana Lamorgese zur Seite. Die Anwesenheit von Spitzenvertretern seines Ressorts zeige, erklärte Minister Alfano gegenüber den Landeshauptleuten der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino, Günther Platter, Arno Kompatscher und Ugo Rossi, „welche Bedeutung dem Thema und dem heutigen Treffen beigemessen wird“.

    Landeshauptmann Kompatscher betonte zum Auftakt des Gesprächs: „Trotz aller Schwierigkeiten sind die drei Länder der Europaregion das Thema gemeinsam angegangen. Diesen gemeinsamen Weg wollen wir auch weiter gehen. Die gemeinsame Geschichte verpflichtet uns ebenso dazu wie der Wunsch nach guter Nachbarschaft.“ Daher seien gemeinsame und gleichberechtigte Informationen ebenso wichtig, wie die Absprache der Info
    Presseamt des Landes Südtirol.

    Bildschirmfoto 2016-02-22 um 19.25.33Die Entscheidung Österreichs für ein so genanntes Grenzmanagement, so Südtirols Landeshauptmann, sei im Wesentlichen auf die Unfähigkeit der europäischen Staaten zurückzuführen, bereits getroffene Entscheidungen der Europäischen Union umzusetzen. Österreichs Entscheidung sei bedauerlich, müsse aber zur Kenntnis genommen werden. „Wir gehen alle davon aus, dass es sich um eine vorübergehende Maßnahme handelt“, führte Südtirols Landeshauptmann aus, „in Erwartung europäischer Entscheidungen über Kontrollen von Außengrenzen, die Umverteilung der Flüchtlinge und die Rückführungen nicht Asyl berechtigter Personen.“

    Als Aufgabe der drei Länder bezeichnete es Landeshauptmann Kompatscher, mit dieser Situation bestmöglich umzugehen. Es gelte, auf lokaler Ebene und in Absprache mit den anderen Ländern, die notwendigen Vorbereitungen zu treffen. „Dies betrifft den Umgang mit eventuellen Rückstauphänomenen ebenso wie die Gewährleistung eines möglichst reibungslosen Personen- und Warenverkehrs“, betonte der Landeshauptmann.

    In diesem Sinne wurden von Südtirols Seite fünf Forderungen formuliert:

    Zum einen sollen verstärke Kontrollen Flüchtlingsströme und eine mögliche Verschiebung derselben einschränken und regeln. Dabei spielt die Registrierung der Migranten bei Eintritt in das Staatsgebiet in den so genannten „Hot spots“ eine wesentliche Rolle. Südtirol drängt auch auf die Umverteilung der Migranten auf Durchreise auf die verschiedenen Regionen, sofern es in den Grenzregionen zu größeren Ansammlungen von Personen auf Durchreise kommen sollte.

    Punkt drei betrifft die Aufteilung der Asylantragsteller, die sich in den nördlichen Regionen Italiens befinden. Auch für sie sollen die vereinbarten regionalen Quoten und das entsprechende Aufteilungssystem gelten, so wie für die Asylantragstellenden, die im Süden ankommen. Landeshauptmann Kompatscher schlug auch vor, nicht mehr genutzte Militärimmobilien zur zeitweiligen Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung zu stellen. Es handelt sich dabei um Liegenschaften, deren Übergang an das Land bereits vorgesehen ist und die nun vorzeitig zur Verfügung gestellt werden sollen. Schließlich forderte der Landeshauptmann die Beteiligung der Polizeikräfte an den regelmäßigen Informationstreffen der Euregio-Länder.

    Für alle diese Anliegen und Forderungen sagten Innenminister Alfano und die anwesenden Behördenvertreter ihre volle Unterstützung zu. „Unsere Forderungen decken sich zum Teil mit den vom Staat bereits angedachten Maßnahmen“, sagte Landeshauptmann Kompatscher nach dem Treffen.

    Eine wirklich nachhaltige Lösung könne nur in der Umsetzung der bereits getroffenen europäischen Entscheidungen liegen, waren sich abschließend die drei Landeshauptleute der Europaregion und der Innenminister einig.

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    Kommentare (1)

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    • franz

      ….“die Registrierung der Migranten bei Eintritt in das Staatsgebiet in den so genannten „Hot spots“ spielt eine wesentliche Rolle“.
      “‘ Landeshauptmann Kompatscher schlug auch vor, nicht mehr genutzte Militärimmobilien zur zeitweiligen Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung zu stellen“(…..) Warum schlägt LH Kompatscher nicht vor, dass die in den „Hot spots“ registrierten Immigranten die aus nicht kriegsgebieten kommen, also kein Recht auf Asyl haben wieder in ihre Heimatland zurückzuschicken, ( angenommen dass diese „Hot spots“ wirklich wie von der Regierung Renzi versprochen eingerichtet werden )
      Man sollte sich ein Beispiel von der Schweiz oder Australien nehmen, dort funktioniert dieses System ja.
      Anstatt noch mehr Unterkünfte zu schaffen womöglich mittels Requisierung der Zweitwohnungen wie “il giornale “ vom 21.02.2016 schreibt.

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