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    Schaels geheime Pläne

    Schaels geheime Pläne

    Der ASGB schlägt Alarm: Sanitäts-„General“ Thomas Schael wolle die Einheitliche Vormerkstelle, EDV, Arbeitsmedizin und andere nicht sanitäre Leistungen privatisieren.

    Der ASGB schlägt Alarm!

    In einen offenen Brief an die Landesregierung warnt die Gewerkschaft vor den Reformplänen des Generaldirektors im Sanitätsbetrieb, Thomas Schael, die – laut ASGB – „weitreichende Folgen“ haben könnten und ganz und gar nicht im Sinne des Personals und der Patienten seien.

    Laut ASGB habe der Generaldirektor die Absicht, die „nicht sanitären Leistungen“ (Einheitliche Vormerkungsstelle, EDV, Wartung der Hardware, Arbeitsmedizin, Lohnverwaltung, Medizintechnik, Magazine, Ökonomatsdienste, usw.) zu privatisieren – weil sie keinen Auftrag des Sanitätsbetriebes darstellten.

    In der Aussendung des ASGB heißt es wörtlich:

    „Uns Gewerkschaften hat Dr. Schael mitgeteilt, dass die Auslagerung nur eine der möglichen Optionen sei und dass noch keine Entscheidung getroffen wurde. Mitarbeiter/innen haben uns allerdings darüber informiert, dass der Generaldirektor in verschiedenen Treffen die Auslagerung von Diensten so gut als beschlossen angekündigt hat.
    Wir verweisen darauf, dass wir eine solche Entscheidung nicht akzeptieren, da mit den Privatisierungen der Proporz und die Zweisprachigkeit umgangen wird.“

    Auch volkswirtschaftlich gesehen brächte eine Privatisierung Nachteile, glaubt der ASGB.

    Gelder blieben womöglich nicht im Land, Steuergelder flössen nicht mehr in den Landeshaushalt.

    Hier könne als Beispiel die mögliche Auslagerung der einheitlichen Vormerkungsstelle dienen, welche im Falle einer Ausschreibung ohne weiteres auch ins Ausland vergeben werden könnte.

    Der ASGB in dem Offenen Brief weiter:

    „Im Landesgesetz zur Neuordnung des Gesundheitswesens (Nr. 7/2001) muss für bestimmte Bereiche das alleinige Bestimmungsrecht des Südtiroler Sanitätsbetriebes eingegrenzt werden. Dies gilt etwa für Auslagerungen, Umstrukturierungen oder für die Reorganisation von Diensten und Abteilungen sowie für die Verwaltungsreform. In diesen Fällen fordern wir die vorherige Genehmigung durch die Landesregierung, welche die Einhaltung der autonomierechtlichen Grundsätze (Proporz und Zweisprachigkeit) überprüfen und garantieren soll.“

    Dass die Auslagerung von Diensten eine konkrete Absicht des Generaldirektors sei, zeige sich in seiner gegenwärtigen Personalpolitik: Nachbesetzungen dürften beim Verwaltungspersonal, bei den spezialisierten Hilfskräften aller Bereiche und beim nicht sanitären Personal nur mehr im Ausmaß von 50% erfolgen.

    Bereits jetzt hätten Abteilungen mit Patientenaufkommen (z.B. Poliambulatorien, Kardiologie, Telefonzentrale) Schwierigkeiten wegen des fehlenden Verwaltungspersonals. „Aus der Vorgangsweise des Generaldirektors wird ersichtlich, dass bestimmte Dienste personell so dezimiert werden sollen, dass eine Auslagerung gerechtfertigt erscheint und das wenige verbleibende Personal leichter in anderen Abteilungen untergebracht werden kann“, so der ASGB.

    Auch die konsequente fehlende Nachbesetzung der Teilstellen, welche bei Rückkehr aus der Mutterschaft durch Umwandlung von Vollzeitverträgen in Teilzeitarbeit entstehen, sowie die Nichtgewährung der Arbeitsreduzierung aus teils schwerwiegenden gesundheitlichen Gründen sei Teil dieser „verfehlten Personalpolitik“.

    Der ASGB abschließend:

    „Wir sehen aufgrund der dargestellten Vorgehensweise und inhaltlichen Ausrichtung der Reformpläne des neuen Generaldirektors dringenden Handlungsbedarf seitens der Landesregierung und fordern Sie daher als politische Entscheidungsträger auf, diesen Privatisierungstendenzen im öffentlichen Interesse entgegenzuwirken.“

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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    Kommentare (10)

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    • andreas

      So wie sich die Landesregierung anstellt, würde dann ein Callcenter in Kalabrien oder Sizilien Telefonate annehmen 🙂
      Schael sollte mal versuchen die INPS anzurufen und dann berichten, wie er mit der deutschsprachigen Dame zurechgekommen ist. Sind zwar freundlich, aber vollkommen untauglich für diesen Dienst.

    • mairwalter

      Willkommen in Neoliberalismus! Privatisierung heißt im Klartext Zweiklassengesellschaft! Solche Maßnahmen gehen IMMER auf die Kappe der Gesamtheit und ist nie und nimmer in diesem speziellen Bereich zu akzeptieren. Wer da zustimmt, ist entweder im System integriert oder er verdient sich auf Umwegen sein Scherblein dazu! Solche Maßnahmen haben noch nie gegriffen,außer für ein paar Schwerst- Verdiener. Zum Schaden der Allgemeinheit! Schael scheint zu vergessen das das arbeitende Volk für die Gesundheit schon viel in die Kassen des System pumpt. Sozialschmarotzer einmal ausgenommen! Sanität Made in USA scheint bei Schael überhaupt ganz groß geschrieben zu sein. Wie das da dort funktioniert, beweisen die zahlreichen Menschen. die auf den Strassen elendlich krepieren…

      • josef.t

        Die “ Zweiklassenmedizin “ gibt es auch, schon seit geraumer Zeit, seit
        Vertragsärzte “ öffentliche Einrichtungen “ ((Medikamente einbegriffen))
        für ihre Privatpatienten benützen dürfen und das ist sicher auch ein
        Grund, für die langen “ Wartezeiten “ von den Normalsterblichen……
        Unverständlich; dass die Landesrätin immer wieder
        “ ein- statt ausgeladen “ wird ???

    • diogenes

      Jetzt aber, LR Stocker und SVPD-Landesregierung!
      Jetzt ist´s höchte Zeit, Schael abzuberufen und in die Wüste zu schicken.
      Wir lassen uns von ihm/Euch nicht alles kaputt machen, was bisher, oft zwar leidlich, aber immerhin gut funktioniert hat.

    • franz

      SVP/PD und Grüne mit Frau Stocker LH Kompatscher setzen die Vorgaben von der Regierung Renzi 1 zu 1 um.
      Im Sozialbereich wird eingespart um einerseits mafia capitale zu finanzieren ( siehe “ Affittopoli”: 56.000 case del Comune a 7 -20 euro al mese“ negozi per 0,50 € d’affitto / Mese ) ++++ unter anderem schuldet der PD den Staat 170.000 €http://www.ilgiornale.it/news/politica/affittopoli-roma-pd-moroso-170mila-euro-1220359.html
      Und die unkontrolliert Immigration zu finanzieren. die den Staat ( den Steuerzahler ) schätzungsweise im Jahr 2015 3.3 Milliarden € gekostet hat. allein in Südtirol sollen es 11.000.000 € sein.
      Schließlich will man jetzt auch noch die Hinterbliebenenrenten kürzen bzw. abschaffen.Ein Gesetzesvorschlag diesbezüglich wird zur Zeit im CSM behandelt.
      http://www.liberoquotidiano.it/news/economia/11879052/pensione-reversibilita-addio-quanti-soldi-perdi.html

    • mairwalter

      @Andreas
      Stimmt! Probieren Sie einmal wichtige Informationen aus der Homepage der INPS in deutscher Sprache zu erfahren! Viel Vergnügen…… 🙂

      • andreas

        Man kann beim Telefonieren eine Zahl drücken, damit ein deutschsprachiger Mitarbeiter antwortet, habe ich gemacht, dann sagte eine „Pronto…“, ich meinte ob ich Deutsch sprechen kann, sie sagte ja, aber bitte ganz langsam und Hochdeutsch 🙂
        Ich habe mir 2 Sätze angehört, war lustig und dann haben wir italienisch gesprochen.

    • franz

      Bei den ganzen Problemen, beim INPS dürften die Sprachprobleme einiger Beamten oder der Homepage des INPS wohl eher das kleinste Problem sein, z. B La “legge Fornero“. Noch immer gibt es anscheinend 25.000 “ ESODATI“ Dank Ministerin Fornero. Abgesehen davon , dass das Alter jedes Jahr um ein paar Jahre nach oben geschoben wird.
      Oder das Urteil des Verfassungsgerichtes Nr. 70 – 2015
      http://www.cortecostituzionale.it/actionSchedaPronuncia.do?anno=2015&numero=70
      Urteil was von der Regierung Renzi nicht umgesetzt wurde und daher wird sich das hohe Gericht mit Rekurs zur Anpassung der Renten bzw. mit den DL 65 2015 noch einmal beschäftigen.. ( Il giudice, accogliendo il ricorso presentato nel luglio dello scorso anno, ha affermato il principio di incostituzionalità del decreto 65 del 2015.
      di F. Q. | 28 gennaio 2016

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