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    Kommt die EBEL 2?

    Drei Südtiroler Eishockey-Teams wollen kommende Saison in der EBEL spielen. Was der Liga-Geschäftsführer Christian Feichtinger dazu sagt.

    Tageszeitung: Herr Feichtinger, seit drei Jahren spielt der HCB Südtirol in der EBEL. War das Südtiroler Team ein Gewinn für die Liga?

    Christian Feichtinger: Absolut. Die Bozner sind gekommen und haben die Liga gewonnen, damit haben sie natürlich sportliche Qualität mitgebracht und sind für uns ein großer Gewinn. Bozen war unser erster internationaler Champion.

    Jetzt bewerben sich neben Bozen auch Ritten Sport und der HC Pustertal um eine Teilnahme. Haben sie realistische Chancen?

    Zurzeit läuft ein Evaluierungsverfahren für jene sechs Teams, die noch im Rennen sind. Daher ist es momentan nicht möglich, diesbezüglich eine Aussage zu treffen.

    Denkt man daran die Liga aufzustocken oder werden nur Teams aufgenommen, sollten andere die Meisterschaft verlassen?

    Beides ist möglich. Die Situation sieht allerdings so aus, dass alle Teams eine weitere Teilnahme anstreben. Aber auch diese zwölf Mannschaften werden sich noch einmal einer Evaluierung unterziehen müssen.

    Wie sieht es aber eigentlich generell aus. Hat die EBEL Interesse an weiteren Teams aus Südtirol?

    Wir haben einen Grundsatzbeschluss der besagt, dass die Liga wachsen kann. Sobald die Evaluierung abgeschlossen ist, wird unser Präsidium über die Ergebnisse informiert und es wird eine Sitzung mit den bestehenden Vereinen in der EBEL geben. In dieser Sitzung wird der Beschluss gefasst, wie es mit der Liga weitergeht.

    Welche Teams haben sich beworben?

    Es haben sich Mannschaften aus Ungarn, ein Team aus Slowenien und ein österreichisches Team neben den zwei italienischen Teams beworben.

    Die Südtiroler Teams beklagen, dass die Zukunft im italienischen Eishockey unsicher ist. Ist sie in Österreich sicherer?

    Sehen Sie sich die Liga einfach an. Wir haben ein kontinuierliches Wachstum zu verzeichnen. Durchschnittlich besuchen rund 3.000 Personen unsere Spiele. Es gibt 440 Stunden Fernsehen und mehr als 5.000 Foto-Artikel über die EBEL. Wenn sich sechs Mannschaften bewerben, ist das ein gutes Zeichen für die Qualität und den Zustand des Produktes.

    Besteht die Gefahr, dass das Niveau der Liga bei einer Aufstockung sinkt und es daher umspannender wird?

    Absolut. All diese Faktoren werden bei der grundsätzlichen Entscheidung über eine Aufstockung eine Rolle spielen.

    Einige Teams wünschen sich eine EBEL 2. Was halten Sie davon?

    Wir haben letzte Woche mit den Vertretern des österreichischen und italienischen Eishockey-Verbandes konstruktive Gespräche geführt – es ging auch grundsätzlich um eine Kooperation. Es war spürbar, dass dieser internationale Ansatz auch von den italienischen Vertretern gewünscht wird und das war für uns eine Botschaft. Grundsätzlich ist eine EBEL 2 denkbar. Wir haben vereinbart, dass wir in den nächsten zwei Wochen vertiefende Gespräche zu diesem Thema führen werden.

    Also wäre es möglich, dass man 2016/17 mit einer neuen Liga startet…

    Es kann 2016/17 ein Szenario sein oder auch 2017/18. Ich glaube, dass man durchaus auch noch für die nächste Saison etwas machen kann. Die INL in Österreich könnte beispielsweise ein Ausgangspunkt für eine breit aufgestellte 2. Liga sein. In weiterer Zukunft könnte man dann durchaus auch daran denken, dass diese beiden Ligen einen Auf- und Absteiger ausspielen. In Österreich führt man zurzeit eine intensive Diskussion darüber, wie man den Nachwuchssport mit der Profiliga zusammenbringen kann – da passt auch das Gespräch mit den italienischen Kollegen von den Rahmenbedingungen her sehr gut. Eines muss aber betont werden: die EBEL geht nirgends hin und will einzelne Mannschaften aus Ligabetrieben herauslösen und Ligen damit komplizieren.

    Wann wird eine Entscheidung fallen?

    Unser Ziel ist es diesen Vorgang noch bis zum Ende dieser Saison abgeschlossen zu haben.

     

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