Du befindest dich hier: Home » News » „Der Zaun ist fix“

    „Der Zaun ist fix“

    „Der Zaun ist fix“

    In den nächsten Wochen wird laut Tiroler Tageszeitung ein Grenzzaun am Brenner eingerichtet. Und: Arno Kompatschers Auftritt in der ZIB 2.

    Es ist soweit: Nachdem rund eine Woche lang über einen möglichen Grenzzaun am Brenner diskutiert wird, soll er nun tatsächlich kommen. Das berichtet die Tiroler Tageszeitung. Gemeinsam mit den Verantwortlichen des Grenzmanagements in Spielfeld habe die Tiroler Polizei ein Konzept für den Brenner ausgearbeitet.

    Die TT schreibt:

    Unabhängig von einer Verlagerung der Flüchtlingsströme Richtung Brenner wird in den nächsten Wochen die Grenzsicherung eingerichtet. Insgesamt rechnet die Exekutive mit einem Ansteigen der Flüchtlingszahlen, gleichzeitig soll die Obergrenze von 37.500 Asylwerbern eingehalten werden. Dazu müsse auch der Brenner beitragen, heißt es.

    Geplant ist eine so genannte Kontrollstraße mit Containern für die Registrierung der Flüchtlinge. Absperrungen mit Zäunen, die wegen der örtlichen Gegebenheiten am Brenner aber schwierig sind, sollen ein unkontrolliertes Ausströmen auf die Autobahn oder die Bahnstrecke verhindern. Wie Landespolizeidirektor Helmut Tomac betont, verhandle man auch intensiv mit Rom über vorgelagerte Pufferzonen. „Das wäre besonders wichtig.“

    Allein im vergangenen Jahr wurden auf der Brennerroute mehr als 10.000 Personen aufgegriffen, 7200 von ihnen wurden zurückgeschoben.

    Die Diskussion um vorgelagerte Pufferzonen deckt sich dabei durchaus mit der aktuellen Situation im steirischen Spielfeld, dem derzeit meistfrequentierten österreichischen Grenzübergang. Auch dort kooperierte man mit den slowenischen Behörden, um nur eine tägliche Obergrenze von rund 1.000 Personen an die Grenze zu lassen.

    Bildschirmfoto 2016-02-12 um 09.39.06

    Politisch kommt die Debatte zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt: Erst vor wenigen Monaten feierte die Euregio Tirol ihr 20. Jubiläum, vor gerade einmal 18 Jahren wurde die Entfernung des Grenzbalkens am Brenner von beiden Regionen gefeiert. Nun könnte dieser Traum vorbei sein.

    Die Bewährungsprobe

    Wie stark der nun beschlossene Zaun die Beziehungen zwischen Bozen und Wien belastet, zeigte sich auch in einer Fernsehdiskussion in der ZIB 2, zu der sowohl Arno Kompatscher als auch sein Tiroler Kollege Günther Platter zugeschaltet wurden.

    Arno Kompatscher schloss darin auch Flüchtlings-Zelte am Brenner nicht aus:

    Wir werden versuchen, zunächst einmal in der kalten Jahreszeit die Menschen in Häusern unterzubringen. Ich kann nicht ausschließen, dass es irgendwann Zelte sein könnten, aber immer nur dann, wenn dieses Szenario eintritt. Ich glaube immer noch, dass jetzt auch die europäische Staatengemeinschaft inzwischen verstanden hat, dass man hier mit dem Feuer spielt.

    Diesen Sorgen schloss sich auch sein Tiroler Amtskollege Platter an. Er sagte:

    Ich habe den Herrn Bundeskanzler darauf hingewiesen und ersucht, dass er massiv sich darum kümmern soll, dass in Italien vorbereitende Maßnahmen unternommen werden. Das heißt, dass Vorkehrungen in Süditalien getroffen werden, so eine Pufferzone errichtet wird, dass dort auch die notwendigen Flüchtlingsströme aufgenommen werden können, damit nicht alles Richtung Brenner kommt und Südtirol ein massives Problem hat.

    Nur über eines war man sich während der Diskussion am Donnerstag noch nicht sicher: Geht es jetzt konkret um einen Zaun? Am Freitag, einen Tag später, dürfte laut Tiroler Tageszeitung darüber Klarheit herrschen.

    SEHEN SIE KOMPATSCHERS AUFTRITT IN DER ORF TV-THEK.

     

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
    Clip to Evernote

    Kommentare (13)

    Lesen Sie die Nutzerbedingungen

    • einereiner

      Bei einer „Vollautonomie“ erwarte ich mir, dass Südtirol selbst einen Zaun bei Salurn errichten darf! Dürfen wir das nicht? Dann steckt euch die Vollautonomie sonstwohin und geht endlich Richtung Selbstbestimmung und weg von Italien!

      • andy

        die Volltrottelautonomisten und Autonomiepatridioten sind plötzlich ganz still!?
        was ist passiert?
        hat sie die Wirklichkeit wieder auf den Boden ihrer Volltrottelautonomie geholt?

        liebe SVPler, einfach einen neuen Spruch erfinden! zum Beispiel die Südtirol Autonomie ist so wertvoll, sie muß jetzt mit einem Zaun geschützt werden!

    • meintag

      Man sieht dass Südtirols Politik nichts zu melden hat. Die Befehle kommen aus Rom und Kompatscher und Co. müssen es annehmen und umsetzen. Was hat übrigends Dorfmann zu dieser Sache zu sagen? Ist er in Brüssel nur um seine Hand zu heben oder hat er auch genügend politischen Kontakt zu den Lobbys um etwas zu bewegen?
      Übrigends hat Österreich z. B. am Reschenpass schon vor einigen Jahren die Grenzstrukturen neu gebaut um bei Kontrollen(werden oft ausgeführt)besser gerüstet zu sein. Im Gegensatz dazu sind die italienischen Strukturen dem Verfall preisgeben. Es war übrigends der ehemalige Arbeitsplatz vom Abgeordneten Plangger.

    • leosch

      Abrechnung!
      Ich bin Nordtiroler und wohne 10 KM Luftlinie von der Grenze zu Südtirol entfernt.. Was in Südtirol mittlerweile an Opportunismus herrscht ist nicht zum ausstehen. Letztes mal sagt mir ein Südtiroler, dass „er mit den Österreichern nichts zu tun hat und haben will“.
      Naja, passt. Vergessen, dass nur durch die Intervention Kreiskys und Wallnöfers die Autonomie überhaupt erst möglich war. Vergessen, dass Südtiroler Studenten als „Einheimische“ an den Unis gelten und deswegen leichter Zugang zu verschiedenen Studiengängen haben. Vergessen, dass Wien ständig in Rom interveniert, wenn der Südtiroler LH wieder mal anruft. Vergessen, dass wir ein Land sind (waren?).

      Was jetzt passiert ist die logische Folge dieser Politik und Einstellung in der Südtiroler Bevölkerung. Rosinenpicken ist zum Volkssport geworden… Das schlimmste daran ist es, dass ein Kompatscher jetzt sagt, der Zaun zerstört die Tiroler Einheit. Ist das sein ernst? Das er es wagt, dieses Wort in den Mund zu nehmen, wo er doch jedes Bekenntnis zu Österreich und Tirol ablehnt und sich Italien anbiedert, wie eine billige Prostituiert am Innsbrucker Südring.

      Die Tiroler Einheit ist tot. Nicht seit heute, sondern seit der Politische Wille und der Wunsch nach Einheit verschwunden ist. Die logische Konsequenz daraus ist, dass Platter jetzt diesen Zaun baut und es ihm völlig egal ist, was mit Südtirol passiert. zu Recht. Leider.

      • ahaa

        Was will man schon erwarten von einem Land wo solche Politiker herrschen.Als Anhägsel noch Italien denen unser schlauer Landeshaubtmann fast 3.000.000.000Euros geschenkt hat ,um anschließend von ihnen verarscht zu werden.Und der Witz dabei ist ,er merkt es nicht!
        Mein Vorschlag wäre das man die Grenze vor Bozen setzt und die Landesbediensteten auch hintem Zaun lässt.Wer brauch den solche Bonzen?

    • einereiner

      @leosch
      leider hast du vollkommen recht. Ich verstehe auch nicht, wie sich Tiroler so den Walschen anbiedern können.
      Ich denke auch, dass Bozen, Meran, Unterland usw. verloren sind….die sollen bei Italien bleiben. Eher will das Friaul und das Trentino zu Österreich als unsere vollgefressenen Oberpolitiker, die nur Angst um ihr Futtertrog haben. Aber das Pustertal und das Wipptal wollen zu Österreich, weil wir Tiroler sind. Dann gehen wir halt ohne den Rest. Denen muss es noch viel dreckiger gehen damit sie wieder ihre Tiroler Wurzeln finden.

    • yannis

      @leosch @einereiner

      Kann euch uneingeschränkt zustimmen !

    • vogelweider

      Eines mögt ihr(@leosch, @yannis @einereiner) euch merken: die Entfremdung hat Vater und Mutter! Der „Vater“ sitzt in Tirol und hat uns schon lange aufgegeben: zu lange haben wir hier die Opferlämmer gespielt (auch wenn wir es mal waren), gejammert und geklagt. Hilfe, Verständnis usw. kam einst nur von weitsichtigen Menschen und Politikern wie Kreisky, Wallnöfer, und dem liberalen (so nehme ich es mal an) Weingartner, denen Südtirol noch ein Herzensanliegen war. Dem Rest Österreichs und auch Tirols sind wir schon seit langem Wurst, leider; wir sind in ihren Augen halt die neureichen und verwöhnten „Siitiroller“, die keine Hilfe brauchen.
      Ich nenne mich keinen ausgemachten Patrioten, bin auch mitnichten Anhänger unserer superpatriotischen zwei Edelparteien, betrachte mich aber Österreich wegen meiner Sprache, meines Dialektes, der gemeinsamen literarischen Wurzeln, unserer gemeinsamen Geschichte usw. als sehr verbunden, fahre weiters stets sehr gerne nach Innsbruck (wo auch meine Söhne studierten und studieren), nach Wien, Graz und in all die wunderschönen Länder unseres ehemaligen Vaterlandes. Sage ich aber, ich sei aus Südtirol, treffe ich leider selten auf Sympathie (s.o.).
      Nicht wenige meiner Freunde widerlegen mit ihren Aussagen und ihrem Tun den forschen Spruch von @leosch: „wollen nichts mit Österreich zu tun haben …“ Wir wollten schon, nur: wollt ihr uns auch? Tatsächlich?

    • epolus

      Leider muss ich bestätigen: die Shit-Tiroler (= Südtiroler, so die häufige Bezeichnung im www. ) sind nur Rosinenpicker!!! Außer ein paar gestörte Ganzjahres-Matschgerer ( = Schützen ) will niemand mehr den „Anschluß “ an Österreich. O tempora, o mores!!!

    • bozner

      Entschuldigung, falls ich was falsch verstanden habe. Aber der Zaun wird doch gebaut um die Flüchtlinge unter Kontrolle zu halten oder etwa nicht?

    • felixaustria

      Ich bin weder Nord- noch Süd-Tiroler,
      aber eine unkontrollierte Ein und Ausreiserei
      kanns ja auch nicht sein, ohne Passkontrolle
      oder Registrierung … etc.
      Grenzzaun an der Solurner Klause oder am
      Brenner ist doch eure Sache ,
      lg. Frank Reich

    Kommentar abgeben

    Du musst dich EINLOGGEN um einen Kommentar abzugeben.

    2013 ® © Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH/Srl - Alle Rechte vorbehalten. Impressum | AGB | Cookie Hinweis

    Nach oben scrollen