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Eingeschüchterte Lehrer?

Die Freiheitliche Tamara Oberhofer erhebt schwere Vorwürfe gegen Landesrat Philipp Achammer: Die CLIL-Befragung an den Schulen sei unter äußerst fragwürdigen Bedingungen abgelaufen.

Tamara Oberhofer

Tamara Oberhofer

Die Landesregierung hat Mitte Jänner beschlossen, den Fachunterricht in der Zweitsprache oder einer Fremdsprache an den deutschen Oberschulen auf die zweiten bis fünften Klassen auszuweiten. Zudem sind bestimmte „CLIL-Projekte“ auch an Grund- und Mittelschulen erlaubt.

Bildungslandesrat Philipp Achammer rechtfertigte diesen Beschluss mit den Ergebnissen einer „Evaluation“, in welcher ein Großteil der Lehrer, Eltern und Schüler den CLIL-Unterricht als gewinnbringend angesehen hätten. Die Freiheitliche Landtagsabgeordnete Tamara Oberhofer erkundigte sich in einer aktuellen Anfrage über die Methoden dieser Evaluation.

Bildungslandesrat Philipp Achammer teilte der Abgeordneten mit, dass die Erhebung der CLIL-Pilotprojekte von der renommierten Sprachwissenschaftlerin Stefania Cavagnoli gemeinsam mit Inspektoren des Schulamtes über zwei Schuljahre hinweg durchgeführt wurde.

Die Evaluation stützte sich vor allem auf Fragebögen, die an etwa 160 Schüler aus 8 Klassen, deren Eltern sowie an 16 Lehrpersonen ausgeteilt wurden. Der CLIL-Unterricht wurde laut Ergebnis der Umfrage mit großer Mehrheit positiv aufgenommen, so Achammer.

Tamara Oberhofer, welche die Aushändigung der Exemplare der Fragebögen in der aktuellen Fragestunde der vergangenen Landtagssitzung angefordert hatte, hält die Evaluation jedoch für mehr als fragwürdig. Die Freiheitliche kritisiert die Fragebögen in einer Pressemitteilung, da durch die Namensangabe die Objektivität der Beurteilung nicht garantiert sei. Somit stellt sie das Ergebnis in Frage.

„Es muss beanstandet werden, dass sowohl Schüler, als auch Lehrer ihren Namen auf den Fragebögen eintragen mussten. Somit war die Befragung nicht anonym, was bei einem solchen Thema sicherlich das Ergebnis beeinflusst. Durch eine nicht gewahrte Anonymität ist nicht nur die Neutralität der Bewertung hinfällig, auch die Angst vor Konsequenzen erhält einen zu großen Spielraum. Welcher Schüler will unter Angabe seines Namens ein Projekt schlecht bewerten, das von seinen Lehrern befürwortet wird? Welcher Lehrer will unter Angabe seines Namens ein Projekt schlecht bewerten, das von seinem Direktor befürwortet wird? Und welcher Direktor möchte schon viele schlechte Bewertungen zu einem Projekt, das von der Landesregierung befürwortet wird?“, fragt Oberhofer.

Zudem kritisiert Oberhofer, dass die für die letzte Woche versprochene Veröffentlichung der Evaluation, immer noch nicht auf der Homepage des Deutschen Schulamtes zu finden ist.

„Landesrat Achammer kündigte in der aktuellen Fragestunde des Landtages am 2. Februar an, dass die gesamten Ergebnisse der Evaluation noch dieselbe Woche auf der Netzseite des Schulamts veröffentlicht werden. Nun haben wir bereits die Mitte der darauffolgenden Woche erreicht und die Ergebnisse wurden noch nicht online gestellt. Auch das Fragebogen-Exemplar für die Eltern, sowie weitere Fragebögen, welche laut Informationen während und nach dem Projekt an die Betroffenen verteilt worden sind, wurden nicht ausgehändigt, was die Skepsis in Bezug auf die Evaluation insgesamt erhöht“, so Oberhofer.

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