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    Mutmaßlicher Mörder in Haft

    Der Fundort der Leiche des Obdachlosen, Tatverdächtiger Adrian Zelech

    Der Fundort der Leiche des Obdachlosen, Tatverdächtiger Adrian Zelech

    Der mutmaßliche Mörder des Obdachlosen Jaroslav Kohl ist gefasst. Der 21-jährige Adrian Zelech ist in Polen verhaftet worden.

    von Artur Oberhofer

    Der Mordfall Jaroslav Kohl steht vor der Aufklärung:

    Wie die Polizei in Bozen am Dienstag mitteilte, ist der mutmaßliche Mörder des Obdachlosen Kohl in einem Vorort von Warschau verhaftet worden. Dabei handelt es sich um den 21-jährigen polnischen Staatsbürger Adrian Zelech.

    Der wegen verschiedener Eigentumsdelikte vorbestrafte Pole ist der Hauptverdächtige im Mordfall Kohl.

    Der Zeitvorsprung hatte den 21-Jährigen bisher vor einer Verhaftung durch die italienische Polizei bewahrt.

    Adrian Zelech war der erste Zeuge, den die Beamten der Bozner Quästur nach dem Auffinden der Leiche von Jaroslav Kohl am Sonntag, den 10. Jänner dieses Jahres, befragten.

    Der Zeuge erklärte:

    Ja, er sei dort am Radabstellplatz vor dem Waltherhaus gewesen, als es zu einer Auseinandersetzung mit Jaroslav Kohl gekommen sei. Er selbst habe keinen Streit mit ihm gehabt und sei folglich auch nicht der Täter. Die drei anderen Anwesenden hätten auf den inzwischen verstorbenen Mann aus Tschechien eingetreten. Und Adrian Zelech nannte den Sicherheitskräften die Namen von drei jungen Männern – Clochards aus dem Bozner Bahnhofspark.

    Eine Version des 21-jährigen Polen, die zwar etwas widersprüchlich klang, die Ermittler aber veranlasste, ihn nach der Zeugenaussage wieder gehen zu lassen. Seitdem war der Mann verschwunden. Nun ist klar, dass sich Adrian Zelech in seine Heimat abgesetzt hatte.

    Voruntersuchungsrichter Emilio Schöneberg hatte einem Antrag der Staatsanwalt stattgegeben und Haftbefehl gegen den 21-jährigen Polen erlassen. Der Mann war wochenlang europaweit gesucht worden.

    Drei Zeugen hatten Adrian Zelech nämlich schwer belastet: Der Pole, so die Zeugen übereinstimmen, habe Jaroslav Kohl zunächst verprügelt, dann, als er bereits am Boden lag, auf ihn eingetreten.

    Der Anlass des Streits:

    Ein kleiner Geldbetrag, den der nunmehrige Mordverdächtige Jaroslav Kohl angeblich geliehen hatte und zurückhaben wollte. Ein Mord wegen ein paar Euro!

    Richter Emilio Schöneberg schrieb denn auch im Haftbefehl von „niedrigen Beweggründungen“ für die Tat.

    Beim Todesopfer wurden nach seinem Auffinden 20 Euro gefunden.

    Jaroslav Kohl war laut dem Autopsiebericht des Pathologen Guido Mazzoleni an inneren Blutungen gestorben – ausgelöst durch Tritte und Schläge.

    Adrian Zelech sitzt nun in einem Gefängnis in Warschau ein – in Erwartung einer Auslieferung nach Italien.

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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    Kommentare (1)

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    • gerecht

      das Problem ist
      in seiner Heimat bekommt der keine Strafe, ist der Held …
      während seine Freunde hier anstellen…
      werden die erwischt, werden nur ausgewiesen, passiert eh nix …
      werden nicht erwischt … machen munter weiter …
      auf jeden fall soll er oder seine Verwandten Freunde … die Kosten an Italien auf den Cent zahlen ….

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