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    „Stich ins Herz“

    Der Freiheitliche Pius Leitner reagiert besorgt auf die österreichischen Aussagen zur Grenzzaunerrichtung am Brenner – und fordert den LH auf, „endlich Klartext zu reden“

    Pius Leitner schreibt in einer Aussendung:

    „Das Versagen der EU in der Einwanderungs- und Flüchtlingspolitik zeitigt immer massivere Auswirkungen auf die Mitgliedstaaten und Regionen. Anstatt das Problem an der Wurzel anzugehen, nämlich die Außengrenzen wirksam zu schützen, sehen sich einzelne Staaten gezwungen, zur Selbsthilfe zu greifen und die eigenen Grenzen zu schützen. Diese Entwicklung bedeutet, dass wesentliche Eckpfeiler der europäischen Einigung einstürzen: die Abkommen von Dublin und Schengen. Der freie Binnenmarkt kann nur funktionieren, wenn die Außengrenzen gesichert sind; da Letzteres aber nicht der Fall und ein Ende der Völkerwanderung nicht absehbar ist, darf man sich auch nicht wundern, wenn einzelne Staaten selber aktiv werden”, meint der freiheitliche Fraktionssprecher im Landtag.

    Die Nachricht, Österreich könnte am Brenner einen Grenzzaun errichten, sei für Südtirol natürlich eine Hiobsbotschaft. Die Aufweichung der Grenze mit dem EU-Beitritt Österreichs und die nachfolgende Entwicklung habe den Tirolern diesseits und jenseits des Brenners, des Reschen und von Winnebach auf allen Ebenen den Weg geebnet, wieder näher zusammenzuwachsen. Ein Grenzzaun am Brenner wäre ein Stich ins Herz der Tiroler und  ein herber Rückschritt auf dem beschrittenen Weg, so Leitner.

    „Die Südtiroler dürfen sich erwarten, dass man ihnen reinen Wein einschenkt, was am Brenner und gegebenenfalls am Reschen passiert. Vor allem die Landeshauptleute Kompatscher und Plattner sollen Klartext reden, denn mit Floskeln wie Grenzmanegement, gesicherte Einreise und technische Maßnahmen können die Menschen nicht beruhigt werden – im Gegenteil, die Verunsicherung wird zusätzlich gesteigert. Zaun bleibt Zaun, auch wenn man noch so blumenreiche Umschreibungen versucht. Es kommt anscheinend eine harte Bewährungsprobe auf uns zu und es dürfte einfacher sein, diese gemeinsam anzugehen anstatt zu versuchen, die aufgetretenen Sorgen mit rhetorischen Nebelkerzen zuzudecken”, schließt Leitner.

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    Kommentare (7)

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    • franz

      Da hat Pius Leitner wohl recht, jedenfalls war es bisher so.
      Man will die Bürgern nicht informieren vielleicht nach dem Moto Ein Teil dieser Antworten würde die Bevölkerung verunsichern“, sagte Bundesinneninister. Thomas de Maizie?re auf einer Pressekonferenz am 17.11.2015.
      Oder Was interessiert mich das Geschwätz des Volkes
      Die ist nicht mehr Maßstab“ Kanzlerin in der Flüchtlingskrise: „Meine Umfragewerte interessieren mich nicht“
      (….) Viele Deutsche haben das Gefühl, dass Kanzlerin Angela Merkel an ihrem Volk vorbeiregiert. Das will Merkel so nicht gelten lassen. Sie gibt jetzt aber zu, dass Umfragewerte nicht interessieren – und auch nie interessiert haben. ))
      Bei Frau Stocker und unseren LH scheint es ähnlich zu sein.
      So langsam wird aber auch Frau Stocker und Herr LH zur Einsicht kommen müssen, dass die Realität eine andere ist

    • andreas

      Europa findet keine Wege die Flüchtlingszahl zu reduzieren und ein Provinzpolitiker fordert wie ein Marktschreier eine Antwort von Leuten die auf die Entwicklung genau 0 Einfluss haben.
      Herr Leitner, das sind nationale Entscheidungen und glauben sie mir, auf die Gemütslage eines Dorfpopulisten nehmen die Staatsoberhäupter eher keine Rücksicht.
      Man hat den Eindruck Sie lesen nicht viel mehr als die Schützenzeitung und die Spatzenpost.

    • yannis

      da hat es der SVP-Populist den Herrn Leitner mal so richtig gegeben.

      Ja sicher, die Staatsoberhäupter nehmen nicht nur gegenüber Herrn Leitner keine Rücksicht, sondern sogar gegen das eigene Volk, im Gegenteil wenn das Volk nicht bedingungslos kuscht, wird es von denen und ihren Helfershelfern auch noch auf das übelste BESCHIMPFT. Mal schauen wieviel Rücksicht das Volk bei der nächsten Wahl auf den derzeitigen Staatsoberhäuptern nimmt.

    • franz

      @andreas
      Da hast Du nicht ganz Unrecht , wenn Du meinst man nimmt auf die so genannten Dorfpopulisten keine Rücksicht. Nicht nur, wie schon geschrieben sie ignorieren auch die Meinung des Volkes. „Meine Umfragewerte interessieren mich nicht“ bzw. was das Volk sagt interessiert mich nicht ( Merkel ) Was da herausgekommen ist sehen wir ja.
      Ich denke wenn die naiven Gutmenschen und Realitätsverweigerer auf die Dorfpopulisten hören würden bzw. auf deren durchaus sinnvollen Vorschläge gehört hätten, wäre es nicht so weit gekommen.
      So bescheuert können nur naive Gutmenschen mit deren Willkommenskultur sein “zu uns Können alle kommen“ inklusive Nichtkriegsflüchtlinge ohne Kontrollen ohne Personen zu registrieren.
      Mittlerweise befinden sich Millionen von Menschen in Europa von denen niemand weis wer sie sind bzw. von wo sie kommen
      Und wie die letzten Vorkommnisse zeigen sind viele Kriminelle – Jihadisten – Terroristen +++ ohne Dokumente mit gefälschten – gekauften – Ausweisen usw. unter ihnen.
      http://www.n-tv.de/politik/Mutmassliches-Terrorpaar-bleibt-in-Haft-article16936976.html

    • franz

      Demnach dürfte bald Schluss sein mit Durchwinken und die Gutmenschen hierzulande werden sich etwas einfallen lassen müssen.
      Vielleicht mit endsprechenden Entgelt, ( 35 € / Tag und Mann wie in Bormio oder Portofino im Kulm Hotel.) finden sich ja ein paar Hotelbetriebe die den Gästen ihr Hotel zur Verfügung stellen und dabei dicke Kasse machen.

      • franz

        Für die Aufnahme der Gäste in Hotels sind jedoch ein paar Voraussetzungen zu berücksichtigen anscheinend , es sollte sich möglichst um einen 4 Sternebetrieb handeln, weiters sollte sich das Objekt nicht zu weit vom Stadtzentrum befinden und natürlich braucht es eine gute Küche ( es muss ja nicht gerade ein Sternekoch sein )
        Denn anscheinend sind die Gäste ziemlich verwöhnt.
        Wie der “alto adige“ berichtet, landen EU-Lebensmittel mit noch nicht abgelaufenem Datum die ausschließlich für Flüchtlinge vorgesehen sind, gelegentlich auf den Müll.
        Bolzano, aiuti umanitari gettati nel bidone
        Lattine ritrovate nella differenziata di piazza Bersaglio a Oltrisarco
        01 febbraio 2016
        Le lattine vicino alla campana (Foto Fb)
        BOLZANO. L’etichetta non lascia molti dubbi: “Aiuto Ue, prodotto non commerciabile”. Lattine, insomma, che non si trovano nei negozi o nei supermercati, ma arrivano dirette come aiuto umanitario.
        http://altoadige.gelocal.it/bolzano/cronaca/2016/02/01/news/bolzano-aiuti-umanitari-gettati-nel-bidone-1.12878793?ref=hfaabzec-10

    • pantone

      Vielleicht kann Herr Leitner selber bei seinen Freunden der FPÖ intervenieren. Diese sind sicher die größten Befürworter der Abschottung. Auf der gleichen Seite wie die Befürworter der stärkeren Grenzkontrollen zu stehen und deren Auswirkungen zu beklagen zeugt nicht von großer Kohärenz.

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