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    Der Sparschwein-Dieb

    In einer Bozner Bar hat ein Unbekannter eine mit Draht fixierte Spendenbox des Tierheims Obervintl gestohlen.

    von Artur Oberhofer

    Dienstag, 19. Jänner 2016: Ein Mann betritt um 18.15 Uhr eine Bar im Stadtzentrum in Bozen.

    Die Bediensteten in der Bar kennen den Mann vom Sehen. „Er kam seit einem Monat regelmäßig zu uns, trank einen Kaffee, redete mit uns“, sagt der Betreiber des Gastlokals.

    Der Mann, er dürfte um die 40 sein, dürfte aus Osteuropa stammen. „Wir haben mit ihm englisch gesprochen“, sagt der Betreiber. Der Mann habe ausgesehen wie ein Berg-Freak. Und er habe immer auffallend nach Feuer gerochen, nach Lagerfeuer.

    An jenem Dienstag kam der Mann nicht mit edlen Absichten in die Bar.

    Der TAGESZEITUNG liegen die Aufnahmen einer Überwachungskamera vor.

    Anhand dieser Aufnahmen lässt sich ein fürwahr dreister Diebstahl dokumentieren.

    Die Fakten: Um 18.50 Uhr betritt der Mann das Lokal, er geht am Kassabereich vorbei, schaut kurz nach den Zeitungen, die auf dem Tresen liegen.

    Um 18.18 Uhr platziert sich der Mann, der einen Bergrucksack auf den Schultern und einen kleineren Rucksack bei sich trägt, am Tresen neben der Kassa. Es ist dies jener Bereich in der Bar, in dem auch ein Trinkgeld-Sparschein sowie eine Spendenbox für das Tierheim Obervintl stehen.

    18.19 Uhr: Der Mann holt zunächst aus dem kleinen Rucksack einen Gegenstand heraus und steckt ihn in die Jackentasche. Wenige Sekunden später ordert der Mann einen Kaffee. Wiederum einige Sekunden später bezahlt er den Kaffee. Als die Kellnerin weggeht, um Gäste zu bedienen, zieht der Mann vermutlich eine Zange, die er zuvor aus dem Rucksack geholt hatte, aus der Jackentasche und zwickt damit den Draht ab, an dem die Tierheim-Spendenbox befestigt war.

    18.20 Uhr: Nachdem er sich mehrmals umgesehen hat, ob die Luft rein ist, ergreift der Mann geschwind die Spendenbox und verstaut sie in seinem Rucksack. Er trinkt den Kaffee aus. Und verlässt die Bar. Der Kellnerin wirft er noch ein schnelles „bye“ nach – und ward dann nie mehr gesehen.

    In der Spendenbox, die, wie gesagt, mit einem Draht befestigt war, dürften sich 200 bis 300 Euro befunden haben.

    Der Betreiber der Bar hat keine Anzeige erstattet.

    Das Trinkgeld-Schwein war ihm bereits zwei Mal gestohlen worden, ein andermal hatte Diebe Computer aus der Bar gestohlen. Der Barbetreiber weiß aus Erfahrung: „Der bürokratische Aufwand für eine Anzeige ist zu groß“, so der Barbetreiber. Und das Geld bekomme er eh nicht mehr zurück.

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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    Kommentare (2)

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    • politikverdrossener

      do gibts lei uans :die Hond abhocken dem Fock

    • gerecht

      der Barbetreiber mag keine Anzeige machen, die Zahlen werden im so scheinheiligen Südtirol nicht erfasst …
      Gesetze bleiben weiterhin milde …
      die Täter hoffen weiterhin nicht gefunden zu werden und wenn dann wird erpresst …
      Keine Einsicht zur Tat verbotenes getan zu haben …
      die ärgern sich nur, wenn sie erwischt wurden …

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