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Waltrauds Hilfe

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In Südtirol sind jährlich 500 Kinder von der Scheidung oder Trennung ihrer Eltern betroffen. Wie die Landesregierung den Familien stärker unter die Arme greifen will.

Waltraud Deeg wirkte sichtlich berührt: „Ich möchte meinen Kollegen für die Unterstützung danken“, sagte die Landesrätin am Dienstag auf der Pressekonferenz im Anschluss an die Sitzung der Landesregierung.

In Südtirol wird durchschnittlich jede vierte Ehe geschieden und jährlich sind etwa 500 minderjährige Kinder von der Trennung oder Scheidung der Eltern betroffen. Eine Trennung ist für Eltern und Kinder oft sehr belastend. Um betroffenen Familien in dieser schwierigen Situation möglichst früh Unterstützung und professionelle Hilfe anbieten zu können, hat die Landesregierung auf Vorschlag von Familienlandesrätin Deeg einen Maßnahmenkatalog genehmigt.

Vorgesehen ist unter anderem der Ausbau niederschwelliger Anlaufstellen in jedem Bezirk, um Familien in herausfordernden Beziehungssituationen schnell eine unbürokratische  und umfassende Beratung in rechtlicher, pädagogischer, psychologischer, finanzieller und organisatorischer Hinsicht bieten zu können.

„Die Familienberatungsstellen erfüllen bereits wichtige Dienste in diesem Bereich“, erklärte die Landesrätin, „aber es geht vor allem darum, die vorhandenen Ressourcen zu stärken und auszubauen, damit Hilfestellungen in angemessener Zeit angeboten werden können, um die Eskalation von Konflikten rechtzeitig zu vermindern bzw. zu vermeiden.“ Ziel sei es, einheitliche Standards und Verfahrensweisen zu entwickeln und somit ein erweitertes, qualitativ hochwertiges Angebot an Unterstützung und Beratung anzubieten.

Neu ist der Ansatz, Trennungs- und Scheidungssituationen künftig vermehrt in einer interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen allen betroffenen Stellen zu begegnen. Dieses vernetzte Arbeitsmodell wurde in Deutschland mit Erfolg angewandt. „Es ist notwendig, die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten  Akteuren auszubauen“, sagte Waltraud Deeg. Dies sei im Interesse der  Kinder, die am stärksten unter Trennungssituation leiden würden.

Die Landesrätin erklärte hierzu: „Durch eine ganzheitliche, aufeinander abgestimmte Vorgehensweise sollen die Eltern trotz Trennung in die Lage versetzt werden, miteinander zu sprechen, statt zu streiten, und die Bindung des Kindes zu beiden Eltern auch während und nach der Trennung gestärkt werden.“

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