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    Wie Brüder im Wind

    Ratschings, Pfitsch, das Mühlwalder Tal waren Südtiroler Drehorte, die IDM (ex BLS) hat den Film gefördert und diese Woche zur Premiere geladen.

    von Renate Mumelter

    „Es waren einmal wie Brüder im Wind ein Adler und ein Junge“ sagt die sonore Stimme des Erzählers gleich zu Beginn. Der Ich-Erzähler im Off begleitet den wortkargen Spielfilm, der von  Wolfgang Köhler produziert und von Otmar Penker und Gerardo Olivares inszeniert wurde. Produzent Köhler ist spezialisiert auf Naturfilme, er war Erfinder der erfolgreichen ORF-Reihe Universum. Penker kommt auch aus der Tier- und Naturfilmecke, und Olivares war beim Dokumentarfilm und hat dann begonnen Spiel- und Naturfilm zu mischen. Ein heikles Unterfangen, das selten glückt. Bei „Wie Brüder im Wind“ ist die Sache daneben gegangen. Die schönen Naturaufnahmen verschmelzen nicht mit der erzählten Geschichte. In dieser Geschichte geht es um einen Jungen, Lukas, der unglücklich mit seinem verbitterten Vater lebt, und es geht um einen Förster, der ein freundschaftliches Auge auf Lukas hat. Er ist der Beobachter und Ich-Erzähler im Off.

    Lukas rettet einen jungen Adler, zieht ihn auf, und nachdem alles dramatisch Auswertbare dazwischengekommen ist, finden die Adlerbrüder Kain und Abel und Vater und Sohn zusammen. “Wir haben uns alle gefunden” und “Loslassen heißt frei zu sein”, lauten die letzten Sätze im Film. Solche Sentenzen gibt es zu viele, Dialoge zu wenige. Das lässt die Spielpassagen hölzern und blutleer wirken. Da helfen auch Tobias Moretti  und Jean Reno nicht weiter.

    Anders die Tierfilmschiene, die bringt spannende Bilder aus allen Perspektiven und jede Art von Getier. Neben Adlern auch Murmeltier, Marder, Gemse, Schneehase, Kauz, Maus, Fuchs, Fisch, Auerhahn und sogar Wolf. Für einen runden Film reicht es nicht. Auch der getragene Soundtrack ist nicht hilfreich. Unklar bleibt, wer die Zielgruppe für diesen Film sein soll, für Kinder zu erwachsen, für Große zu fad.

    Wie Brüder im Wind (A 2016) 94 Min. Regie: Gerardo Olivares, Otmar Penker. Bewertung: Klassisch schöne Tierfilmbilder, der Rest überzeugt nicht

    Was es sonst noch gibt:
    Tarantinos „The Hateful 8“, László Nemes’ “Il figlio di Saul”, Labharts „Segantini“

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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