Du befindest dich hier: Home » Politik » Fliegt Widmann raus?

    Fliegt Widmann raus?

    Die Trentiner setzen sich gegen eine Wahl Thomas Widmanns zum Regionalratspräsidenten zur Wehr. Wird dem SVP-Politiker seine Haltung in der Renten-Affäre zum Verhängnis?

    Von Matthias Kofler 

    widmann-kompatscherIn der Region ziehen dunkle Wolken auf. Für Arno Kompatscher ist es wie die Quadratur des Kreises: Der Landeshauptmann muss auf der einen Seite die Trentiner Koalitionsparteien befriedigen, auf der anderen Seite will er parteiintern keinen neuen Ärger heraufbeschwören. Muss Kompatscher dem Koalitionsfrieden zuliebe am Ende gar seinen Parteikollegen Thomas Widmann „opfern“?

    Der Hintergrund: Laut Autonomiestatut muss sowohl im Landtag als auch im Regionalrat bei Halbzeit der Legislatur der Präsident mit einem Nachfolger der jeweils anderen Sprachgruppe ausgetauscht werden.

    Nun sind in den letzten Tagen aus Trentiner Kreisen Stimmen laut geworden, wonach Koalitionsparteien des Trentino an einer möglichen Präsidentschaft von Thomas Widmann rütteln wollen. Man möchte die Volkspartei dazu bewegen, dass sie an Widmanns Stelle einen anderen Kandidaten ins Rennen um die Regionalratspräsidentschaft schickt.

    Interessant ist dabei die politische Begründung: Man zweifelt nicht an der Fähigkeit des ehemaligen SVP-Landesrats, eine Versammlung gut zu leiten. Dass Widmann das kann, hat er in Bozen bewiesen – er genießt auch in den Reihen der Opposition große Wertschätzung, weil er sich sehr bemüht hat, der Präsident aller zu sein.

    Der Grund für den koalitionsinternen Widerstand liegt hingegen in der zukünftigen Rolle der Region bei der Handhabe der Politikerrenten: Die amtierende Präsidentin Chiara Avanzo verfolgt, wie auch schon ihr verstorbener Vorgänger Diego Moltrer, in der Causa Luxusrenten eine harte Linie gegen die Altmandatare, vor allem was die Rückzahlung der ausstehenden Gelder und die im Family Fonds deponierten Quoten betrifft. Chiara Avanzo hat auch mit der Pfändung gedroht, sollten sich die Altmandatare weiterhin weigern, ihre erhaltenen Summen zurückzuzahlen, wie es das Regionalgesetz vom Juli 2014 vorsieht.

    Nun ist aber bekannt, dass Thomas Widmann als möglicher Präsident in der Renten-Affäre keinen so harten Kurs fahren würde wie seine Vorgängerin. Um ein Nachgeben in dieser Angelegenheit zu verhindern – schließlich will man eine „Wiedergeburt“ der Wutbürger tunlichst vermeiden –, wünschen sich einige Trentiner Abgeordnete des PATT und des PD, dass nicht Widmann neuer Präsident des Regionalrats wird, sondern ein anderer Vertreter der Volkspartei, der in der Sache die bisherige Linie fortsetzt.

    LESEN SIE IN DER PRINT-AUSGABE: Welche Kandidaten für den Posten in Frage kommen. Und: Was Arno Kompatscher zur Problematik sagt.

     

    Clip to Evernote

    Kommentar abgeben

    Du musst dich EINLOGGEN um einen Kommentar abzugeben.

    2013 ® © Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH/Srl - Alle Rechte vorbehalten. Impressum | AGB | Kontakt

    Nach oben scrollen