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    „Wir leben nicht in Absurdistan“

    Zwischen Brenner und Salurn diskutieren Schwesterparteien der Freiheitlichen über Grenzschließungen. Pius Leitner über ebenso verständliche wie unerfreuliche Entwicklungen.

    Tageszeitung: Herr Leitner, Sie sagen man müsse Verständnis zeigen für eine Grenzschließung am Brenner. Unterstützen die Freiheitlichen diese Forderung?

    Pius Leitner: Nein, wir haben einen anderen Ansatz, wir fordern den Schutz der europäischen Außengrenzen. Aber die Forderungen in Österreich und Tirol sind begründet, da sich auf europäischer Ebene nichts tut. Sollte die Grenze geschlossen werden, wäre das bitter, niemand hätte damit eine Freude. Aber solche Forderungen entstehen eben, wenn die EU ihre Hausaufgaben nicht macht.

    Würden die Freiheitlichen bei einer Schließung der Brennergrenze protestieren, wie es die SVP derzeit tut?

    Nein, es kann ja so geregelt werden, dass Südtiroler von Kontrollen ausgeschlossen werden, wenn sie den Ausweis vorzeigen. Es wird schließlich nicht jeder Kofferraum durchsucht, aber die erste Aufgabe eines Staates ist es nun mal, seine Grenzen zu schützen. Wir sind natürlich in einer besonderen Situation, wir Südtiroler hatten eine Riesen-Freude, als die Grenzbalken am Brenner fielen. Eventuell könnte man dann natürlich anfangen, in Salurn zu kontrollieren. (lacht)

    Lega-Kommissär Maurizio Fugatti fordert tatsächlich die Schließung der Südtiroler bzw. Trentiner Grenzen. Könnten Sie sich damit anfreunden?

    Nein, wir leben in Europa und nicht in Absurdistan. Aber wenn die Verantwortlichen in Brüssel ihre Aufgaben nicht machen, werden die Vorschläge bald noch viel skurriler. Ich war immer ein überzeugter Europäer, nur die EU überzeugt mich nicht. Auch der SVP-Parlamentarier Herbert Dorfmann betet nur nach, was er in Brüssel vorgegeben kriegt. Wenn Europa jetzt droht auseinanderzubrechen, trägt die EU die alleinige Schuld.

    Der österreichische Außenminister Sebastian Kurz fordert Flüchtlings-Obergrenzen.

    Man sieht jetzt, wie schnell Politiker ihre Meinung ändern können. Kurz in Wien und Horst Seehofer in Bayern predigen nun genau das, was wir seit Monaten sagen. Kein Mensch ist illegal, aber jeder Mensch begeht eine Straftat, wenn er ohne Papiere eine Grenze übertritt, das ist ein Fakt. Eine Gegenbewegung zeigt sich nun sogar in Deutschland: Auch Vizekanzler Sigmar Gabriel fordert nun Obergrenzen beziehungsweise „Kontingente.“ Hier zeigt sich eine Hilflosigkeit sondergleichen.

    Interview: Anton Rainer

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    Kommentare (10)

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    • einereiner

      Haben sich Pius und die TZ wieder lieb?

    • andreas

      Der Flüchtlingsstrom geht von Süden nach Norden, also wäre eine Grenzschließung kontraproduktiv für Südtirol.
      Die EU ist kein abstraktes Gebilde, sondern ein Zusammenschluß von 28 einigermaßen demokratischen Staaten und wenn diese sich nicht an die festgelegten Kontingente halten, für 160.000 Flüchtlinge wurden schon solche festgelegt, ist es etwas erbärmlich, wenn Leitner hier Dorfmann irgend etwas vorwirft.
      Leiter kann ja mal versuchen mit den Franzosen, Ungarn oder Polen zu verhandeln, wenn diese sich weigern welche aufzunehmen.

      Mir ist es unerklärlich wie ein bezahlter Politiker dazu kommt solch inhaltloses Blah, Blah, von sich zu geben.

      Obergrenzen bei Kriegsflüchtlingen sind rechtlich nicht möglich, wenn man schon großartig mit so einem Vorschlag hausieren geht, sollten Populisten wie Seehofer und Leitner mal erklären wie sie die rechtlichen Schierigkeiten aus den Weg räumen.
      Österreich macht es auch nicht besser, ihre großartig angekündigte Obergrenze ist nicht haltbar.

      11 Hotspots an den Außengrenzen sind entschieden, 3 davon arbeiten schon, nur funktionieren auch die nicht richtig, da den Ländern das Geld und Personal fehlt. Was sollen sich die Griechen auch großartig bemühen, wenn sie selbst schon ohne Flüchtlinge in größten Schwierigkeiten sind? Die winken sie durch und gut ist.

    • george

      „Obergrenzen schaffen heißt ja nicht Menschen ertrinken oder erfrieren lassen, es muss aber dafür gesorgt werden, dass nicht alle zu uns kommen können, das müsste mittlerweile selbst den naivsten Gutmenschen einleuchten“.
      Den „naivsten“ Schlechtmenschen leuchtet es jedenfalls nicht ein. Das merkt man an ihrer ständigen Verhetzung. Zwischen „Schlechtmenschen“ und „Gutmenschen“ ist nämlich noch sehr viel Raum, Menschenrechte wahr zu nehmen.

    • franz

      Wenn der anscheinend grüne Ökofreak george, meint zwischen “Schlechtmenschen” und “Gutmenschen” ist nämlich noch sehr viel Raum, Menschenrechte wahr zu nehmen. dann wird er uns wohl erklären was er damit meint welche Möglichkeiten es noch so gibt.
      Vielleicht unsere Grundrechte bzw. unsere Kultur mit Füßen zu treten Frauenrechte zu missachten – Köln -Düsseldorf Hamburg-oder wie in Zwickau Frauen in Schwimmbad belästigt ihren Darm zu entleeren und ihren Testosteron spiegel ins Schwimmbad herunterzufahren und ins Schwimmbad zu pingeln. Nachdem man ihnen gratis Zugang genehmigt hat.
      Wo leben wir denn ? doch nicht im Absurdistan wie Pius Leintener zu recht meint.
      Übrigens Schlechtmenschen sind jene die glauben sie sind gute Menschen die mit ihren übertriebenen übermäßigen Gutseinwollens zu Naivität neigen und somit es ihnen schwer fällt Fakten realistisch einzuschätzen, so gesehen sind diese Gutmenschen der Sache mehr schädlich wie nützlich. und verantwortlich für die ganze Misere und den Chaos die in Europa herrscht und verantwortlich für die vielen Toten im Meer oder sonstwo die sich angelockt von der Willkommenskultur der Gutmenschen auf dem Weg gemacht haben, in der Hoffnung auf ein besseres Leben.
      Was ihnen die Gutmenschen versprochen haben.
      Für Gutmenschen wie george, sind natürlich all jene die nicht wie er als Bahnhofsklatscher am Bahnhof stehen und klatschen wenn Flüchtlinge ankommen Hetzer-Rassisten- oder Nazis gleich. oder er unterstellt ihnen gleich sich so verhalten wie sich kriminelle Einwanderer verhalten, was noch ein Nachspiel haben wird lieber george.

    • franz

      Hier einer kleiner Zwischenstand was sich eine vermutliche Einwanderbande in den letzten Tagen und Stunden so alles erlauben
      Gesucht wird ein gelber AUDI – RS4 ( motore 4,2 otto cilindri,)
      L’Audi gialla Rs4
      http://ilpiccolo.gelocal.it/trieste/cronaca/2016/01/23/news/audi-gialla-ora-e-una-sfida-con-la-polizia-1.12828301
      Audi gialla, ora è una sfida con la polizia
      http://www.ilgiornale.it/news/cronache/audi-gialla-investigatori-sono-degli-sprovveduti-1216381.html

    • george

      franz, als Bahnhofklatscher am Bahnhof. Interessant! Wie sieht ein Bahnhofsklatscher aus? Immer dieselben Worte. Klingt wie Humanic.

    • george

      Dieser Langschreiber und Verdreher von ‚franz‘ scheint mit solchen abstrusen Darstellungen tatsächlich in Absurdistan zu leben und auch in ‚Klatschistan‘. Herr Leitner Pius wird staunen, wenn er ‚franz‘ liest, wie nahe uns ‚franz‘ seine Kommentare an ein „Absurdistan“ und ‚Klatschistan‘ heranführen können. Und er wird gar nicht froh sein darüber!

    • franz

      http://www.tageszeitung.it/2016/01/04/wie-ein-rotzbub/#comment-319480
      george 5. Januar 2016 um 13:44
      Ich kann mir gut vorstellen, dass einige Häufigschreiber wie ‘franz’ oder ‘yannis’ sich auch nicht viel besser dem Kontrolleur gegenüber verhalten würden, wenn sie bei einer Schwarzfahrt erwischt und darauf angesprochen würden. Sie flippen hier im Forum ja

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