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    „Vom Stuhl gehauen“

    sparkasse dok gIn der Südtiroler Sparkasse gehen die Wogen hoch. Die Betriebsführung hat einseitig das Betriebsabkommen gekündigt – und will pro Jahr 5 Millionen Euro beim Personal sparen. Die Hintergründe.

    von Artur Oberhofer

    Es war am Donnerstag, 14. Jänner dieses Jahres:

    In der Direktion der Südtiroler Sparkasse begann um 13.00 Uhr eine Aussprache zwischen der Betriebsführung und den Gewerkschaften.

    Präsident Gerhard Brandstätter und Generaldirektor Nicola Calabrò lobten in dieser Sitzung die gesamte Belegschaft in höchsten Tönen.

    Die MitarbeiterInnen, so Brandstätter und Calabrò, hätten einen „enormen Beitrag zur Erreichung der wichtigsten Ziele im Jahr 2015“ geleistet.

    Die erfolgreiche Kapitalerhöhung sei nur dank des Einsatzes der MitarbeiterInnen möglich gewesen.

    Kurz vor 14.00 Uhr verließen Präsident Gerhard Brandstätter und sein Stellvertreter Carlo Costa die Sitzung. Die beiden Bank-Granden wollten offenbar nicht die Überbringer der schlechten Nachricht sein.

    Im Sitzungssaal saßen dann nur mehr die Gewerkschaftsvertreter – und mit ihnen Generaldirektor Nicola Calabrò, Personalchef Diego Russo und die Leiterin der Abteilung Personal Sonia Albano.

    Dann gab es die Hammer-Mitteilung. „Uns hat es fast vom Stuhl gehauen“, sagt ein Sitzungsteilnehmer.

    Der Grund: Nachdem der Präsident und sein Vize Zuckerbrot verteilt und die Belegschaft gelobt hatten, verkündete Generaldirektor Calabrò den verdutzten Gewerkschaftern, dass der Betrieb den Betriebsergänzungsvertrag und die entsprechenden Zusatzvereinbarungen einseitig kündige. „Und zwar mit dem heutigen Tag, mit 14. Jännern 2016“, so stellte der Generaldirektor klar.

    „Diese Entscheidung kam wie der berühmte Blitz aus heiterem Himmel“, sagt ein Beteiligter.

    LESEN SIE IN DER PRINT-AUSGABE AM DONNERSTAG:

    • Essensgutscheine, Pendlerzulagen, Parttime-Verträge und Pensionsfonds: Auf welche Sparmaßnahmen sich die 1.300 Sparkassen-Mitarbeiter nun gefasst machen müssen.
    • Und: Warum ein harter Arbeitskampf sehr wahrscheinlich ist.
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    Kommentare (8)

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    • gerecht

      % dann als Ersters
      beim Brandstätter einsparen …
      alle anderen die mehr als ZweiMille verdienen,
      auf dies runterzukürzen …

    • andy

      dafür bekommen die Manager Millionen Boni!

      die Angestellten sind die Deppen! werden immer mehr entlassen, Filialen werden geschlossen! die Sparkasse ist ein einzige Sauhaufen!
      bin ich froh kein Aktionär zu sein!
      bin lieber bei einer kleinen aber sauberen Raika!

    • roberto

      Dass die Angestellten einen Teil dazu beitragen müssen habe ich bereits im Sommer hier im Blog kundgetan. Die kleinen Kunden werden im Laufe dieses Jahres zur Kasse gebeten mit höheren Spesen und Kosten. Wer noch immer an Tradition und Institution denkt beim Anblick der lokalen Banken ist selber schuld, mittlerweile herrscht nur mehr die „freie“ Marktwirtschaft ohne Rücksicht auf Verluste.

    • alibaba

      Und die Ironie der ganzen Sparkassengeschichte ist, dass der alles verursachende Präsident Norbert Plattner in den italienischen Rat zur Bankenrettung gewählt wurde……????

    • prof

      Herr Brandstätter soll mit gutem Beispiel vorangehen und auf seine Vergütung als Präsident verzichten.

      • alibaba

        Wenn man das Buch „Bancomat“ gelesen hat, frage ich mich wie sich ein Brandstätter überhaupt noch unter die Leute getraut. Er, zuerst als Stiftungspräsident und jetzt als Bankenpräsident hat immer alles mitgetragen.

    • sepp

      prof@ der auf wos verzichten der losst sich um an Cent s nabile ausser schneiden wo nix zu hohlen isch tuit der nett mit
      man muss leute wie in brandstätter und a in olten Präsident und aufsichts rat zu rechenschft ziehen nett die machen lassen wos sie wollen mietglieder amol aufwachen und nett olm ja sagen

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