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    „Alles verloren“

    Der Brand am Zwiglhof (Foto: FF Vierschach)

    Der Brand am Zwiglhof (Fotos: FF Vierschach)

    Nach dem Brand am Zwiglhofes in Innichen: Die Familie Burgmann steht jetzt ohne Zuhause da.

    von Silke Hinterwaldner

    Plötzlich ist alles weg. Die Familienfotos, die Erinnerungsstücke, die Lieblingsmöbel, die Kleider, die Zahnbürsten. Man besitzt nur noch das, was man gerade am Leib trug. In der Nacht auf Mittwoch hat die Familie Burgmann aus Innichen ihr Zuhause verloren.

    Der Feuerwehrmann Michael Burgmann war gerade bei einem Nachbarn, wo er seine Kinder, den sechsjährigen Leo und die vierjährige Sophie abholen wollte, als ihn eine SMS erreicht: Feuer am Zwiglhof.

    Als er sein eigenes Haus sah, schlugen bereits hohe Flammen die Mauern hoch. Explosionsartig hatte sich das Feuer im Bauernhaus am Innichberg auf einer Meereshöhe von knapp 1.500 Metern ausgebreitet. Das Holz ist alt und trocken, da hatten die herbeigeeilten Feuerwehrleute keine Chance, das Gebäude zu retten.

    Am Mittwoch war recht schnell klar, was den Brand am Zwiglhof verursacht hat: ein Kurzschluss.

    Bildschirmfoto 2016-01-21 um 17.18.04Aber der Reihe nach:

    Am Dienstagabend um 18.45 Uhr schrillten bei der Feuerwehr in Innichen die Alarmglocken. Wohl ein Passant hatte das Feuer bemerkt und sofort Meldung gemacht.

    Die Eltern von Michael Burgmann hatten sich zu diesem Zeitpunkt zwar im Haus aufgehalten, aber das Feuer nicht sofort bemerkt.

    Die Feuerwehren von Innichen, Vierschach, Winnebach, Sexten und Toblach rückten mit insgesamt 100 Mann aus, ihnen gelang es unter erschwerten Bedingungen den Brand am Zwiglhof zu löschen und ein Übergreifen der Flammen auf das Futterhaus zu verhindern. Aber das erst vor wenigen Jahren schön sanierte Bauernhaus selbst konnten sie nicht retten.

    Dafür ging alles viel zu schnell.

    An diesem Abend war es besonders kalt. Bei minus 14 Grand und relativ geringen Wasserreserven in den Speichern ist es auch für die Feuerwehren eine große Herausforderung, einen Brand in den Griff zu bekommen. Gegen 21.30 Uhr war das Feuer gelöscht. Über Nacht hielten noch einige Feuerwehrleute Brandwache.

    „Die Feuerwehren haben gute Arbeit geleistet“, sagt Manfred Jud.

    Er ist nicht nur Nachbar des Zwiglhofes, sondern auch der Onkel von Leo und Sophie.

    Manfred Jud hat am Tag nach dem Brand die Aufgabe übernommen, einiges für die betroffene Familie Burgmann zu organisieren. „Die Solidarität der Nachbarn, die Hilfsbereitschaft im Dorf und im gesamten Land sind sehr groß“, sagt er. Die junge Familie Burgmann, Angelika und Michael mit den Kindern, ist nun bei ihm zu Hause am Glinzhof untergebracht. Die Großeltern haben bei Verwandten im Dorf Unterschlupf gefunden.

    Allen geht es soweit gut, Michael Burgmann musste zwar kurz ins Spital zur Kontrolle, gesundheitlich hat jedoch niemand Schaden erlitten. Der Verlust des Hauses schmerzt aber freilich sehr.

    Der Schaden kann noch nicht genauer beziffert werden, er geht aber wohl in die Millionenhöhe. Das Feuer, der Rauch und das Löschwasser haben alles zerstört. Am Tag nach dem Brand ist vom Zwiglhof nur noch eine Ruine übrig.

    Es laufen mehrere Hilfsaktionen für die Familie, unter anderem werden über den Notstandsfonds Spenden gesammelt.

     

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