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    Schleife der Zwietracht

    Schleife der Zwietracht

    Franzensfeste will den Bau der Riggertalschleife verhindern. Aber viele Gemeinden im Pustertal warten sehnsüchtig auf eine Verkürzung der Bahnstrecke.

    von Silke Hinterwaldner

    Der Bürgermeister von Franzensfeste ist besorgt. Thomas Klapfer fürchtet, dass durch den Bau der Riggertalschleife der Bahnhof in seiner Gemeinde an Bedeutung verliert – dass er gewissermaßen vom Zugverkehr weitgehend abgeschnitten werden könnte.

    Deshalb haben die Gemeinderäte von Franzensfeste beschlossen, mit einer Stellungnahme eine öffentliche Diskussion anzustoßen, die klären soll ob die geplante Riggertalschleife tatsächlich eine gute Idee ist.

    Während Franzensfeste sich gegen eine Verkürzung der Bahnstrecke zwischen dem Eisacktal und dem Pustertal ausspricht, warten Pendler zwischen Bruneck, Brixen oder Bozen seit langem sehnsüchtig darauf, sich den Umweg über den Bahnhof Franzensfeste sparen zu können. „Wir haben gesehen“, sagt auch STA-Präsident Martin Ausserdorfer, „dass die Riggertalschleife absolut sinnvoll ist – nicht nur für das Pustertal.“

    Martin Ausserdorfer

    Martin Ausserdorfer

    Bei den Südtiroler Transportstrukturen, kurz STA, hat man in den vergangenen Monaten Studien und Untersuchungen durchgeführt sowie Fahrplanmodelle erstellt, bei denen unter anderem simuliert wurde, wie die Fahrgastzahlen nach dem Bau dieser Schleife steigen könnten.

    So geht man davon aus, dass die Anzahl der Fahrten mit der Riggertalschleife allein im Pustertal von zwei auf drei Millionen steigen würde. Gerade zwischen Bruneck und Mühlbach lohnt es sich für viele derzeit nicht, den Zug zu nutzen, sie sind mit dem Auto schneller an ihrem Zielort, weil der Umweg über Franzensfeste derzeit rund eine Viertelstunde ausmacht.

    All diese Autofahrer könnten nach dem Bau der Riggertalschleife auf den Zug umsteigen, um sich schnell zwischen den Orten im Eisacktal, im Wipptal und im Pustertal bewegen zu können.

    „Aber“, sagt Ausserdorfer, „ich möchte die Machbarkeitsstudie abwarten. Ende des Jahres können wir dann anhand von Fakten entscheiden, welche die beste Lösung ist.“ Derzeit läuft die 1,5 Millionen teure Machbarkeitsstudie zur Riggertalschleife.

    Die hohen Kosten für die Studie legen nahe, dass es den Planern durchaus Ernst ist mit der Umsetzung. „Mit diesem Kraftakt“, erklärt der STA-Präsident, „möchten wir einen Schlussstrich unter eine seit 30 Jahren laufende Diskussion ziehen.“

    Mit dem Bau des Brennerbasistunnels und der Zulaufstrecken wird sich spätestens 2026 wieder viel ändern – auch darauf bezieht sich der Gemeinderat von Franzensfeste in seiner Stellungnahme. Nur dort und in Waidbruck werden die Züge aus dem Tunnel herausfahren, auch das gilt es bei den Planungen zu bedenken.

    Auch wenn man in Franzensfeste befürchtet, dass der Zugbahnhof mit all den Neuerungen in Zukunft zusehens unwichtig wird, hält Martin Ausserhofer dagegen: „Franzenfeste wird ein Bahnhof bleiben, es gibt keine großen Nachteile beim Bau der Riggertalschleife.“

    Nur eines: Wer mit dem Zug von Franzensfeste ins Pusteral will, muss dann die Schleife über Brixen fahren.

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