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    Offener Bügel

    Offener Bügel

    Nach Erhebungen der Carabinieri von Corvara war der Bügel des Ciampai-Liftes, von dem ein neunjähriger Bub stürzte, nicht geschlossen. Der Schwerverletzte ist außer Lebensgefahr.

    (tom) Es waren dramatische zehn Minuten, während denen alles unternommen wurde, einen Absturz des jungen Fahrgastes zu verhindern.

    Doch am Ende – es war Montag gegen 13.00 Uhr – verließen den örtlichen Skilehrer, der den neunjährigen Skifahrer aus Sassari so lange festgehalten hatte, die Kräfte. Der Bub stürzte rund sechs Meter in die Tiefe.

    In der Zwischenzeit war der Ciampai-Sechser-Sessel-Lift in St. Kassian, auf dem sich das Unglück ereignete, gestoppt worden. Liftarbeiter hatten Schutzmatten auf die Piste gelegt, um einen etwaigen Aufprall abzufedern.

    Eine möglicherweise lebensrettende Maßnahme, denn der Bub zog sich beim Sturz vom Lift zwar schwere Verletzungen zu, war aber am Dienstag außer Lebensgefahr, wie das Bozner Krankenhaus am Dienstag vermeldete. Angesichts der Höhe des Absturzes ein vergleichsweise glimpflicher Ausgang.

    Dennoch muss sich der örtliche Skilehrer, der den Buben auf der Fahrt am Ciampai-Lift begleitete, auf die Einleitung eines Strafverfahrens wegen schwerer Körperverletzung einstellen. Die Carabinieri von Corvara haben am Dienstag bei der Staatsanwaltschaft einen ersten Bericht zum Unfallhergang hinterlegt. Daraus geht hervor, dass der Bügel des Liftsessels, von dem der Achtjährige stürzte, von seinem Begleiter, dem Skilehrer, nicht geschlossen worden war.

    Beim Ciampai-Lift handelt es sich um ein Modell aus dem Jahre 2009 mit nicht automatischer Bügelschließung. Er muss also manuell betätigt werden, was im konkreten Fall offenbar nicht geschehen ist.

    Ob gegen den Skilehrer, unter dessen Obhut der abgestürzte Bub stand, Anklage wegen schwerer Körperverletzungen erhoben wird, hängt vom Verhalten der Eltern des Schwerverletzten hab. Sie haben nun drei Monate Zeit, formell Strafanzeige gegen den Skilehrer zu erstatten.

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    Kommentare (4)

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    • prof

      Eine Klage wird es fast sicher geben,hoffe und wünsche dem Skilehrer,daß er versichert ist,was heutzutage ja selbstverständlich wäre.
      Alles Gute dem Buben!

    • werner

      Meistens passieren solche Unfälle gerade deswegen weil die anderen Passagiere gewaltsam den Bügel schließen! Ob dabei ein Bub der die kürzeren Beine hat, mit den Skischuhen unter dem Fußraster hängen bleibt, ist dem Bügelschließer vollig egal !
      Dabei wird das Kind gewaltsam nach unten gezogen.
      Manchmal gelingt es ihm sich irgendwo instinkiv festzuklammern, Es wäre aber fast immer besser wenn er sofort runterspringen würde, was totale eigenüberwindung verlangt. Danach wird es erst richtig hoch.
      Diese Unfallart passiert Weltweit etwa 200 Mal pro Winter, meist ohne Folgen.
      Automatische schließer sind in dieser Phase nicht unbedingt besser.
      Wenn Sie auf dem selben Sessel ein Kind sehen, achten Sie darauf und nötigenfalls verhindern sie für 2 sekunden die panikartige Schließung durch die Mitreisenden..
      Wenns passiert, wärs ideal wenn der Lift SOFORT stoppt.

      • gredner

        @werner: wovon faselst du da? Der Sessellift hatte gar keinen Bügel mit Fußraster.
        Auf einem Sessellift muss immer mindestens eine ausgewachsene Person (mindestens 1,40 cm) mitfahren, die den Bügel schliessen kann, die anderen langen nicht hoch. Und die Fußraster, falls vorhanden, nützen nur den Erwachsenen, da die Kinder zu kurze Beine haben und eh mit den Skiern baumeln. Damit die Kinder nicht unten-durch rutschen gibt es oft Kindersicherungen (die Dreiecke oder Flügel aus Plastik, die am Bügel befestigt sind und sich beim Schliessen auf oder zwischen die Beine klemmen). Da die Fußraster den Kindern eh nichts nutzen und beim Bügel-Schliessen und -Öffnen ein Hindernis sind, werden sie bei kurzen Liften oft weggelassen. Das war hier aber nicht das Problem: der Bügel blieb ja offen.

        Das Kind ist sofort beim Einstieg vom Sessel gerutscht, noch bevor der Skilehrer den Bügel schliessen konnte. Der Skilehrer hat versucht das Kind festzuhalten statt es einfach hinfallen zu lassen – ja das wäre ohne Folgen geblieben und passiert immer wieder. Der Liftwart hält in so einem Fall den Lift an, und das Kind kann auf dem nächsten Sessel aufsteigen. Das Kind ist aber nicht hingefallen und der Lift wurde daher zu spät angehalten. Den Lift kann man nicht rückwärts laufen lassen, also galt es nur mehr den bevorstehenden Sturz abzufedern – Schnee lag wenig da und die Matten sind halt auch nicht gerade weich…

    • werner

      Gredner du liegst mindestens 3 Mal falsch. Ok, der Lift wird wohl keine Fußraster haben.

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