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    „Wie ein Rotzbub“

    SAD-Kontrolleur Hermann Mair

    SAD-Kontrolleur Hermann Mair

    Das Klima in den öffentlichen Verkehrsmitteln ist rauher, die Leute sind aggressiver geworden. Die TAGESZEITUNG dokumentiert den Fall eines SAD-Kontrolleur, der in Eppan von einem Schwarzfahrer beschimpft und bedroht worden ist.

    von Artur Oberhofer

    Es gibt Momente, da trauert Hermann Mair der guten alten Zeit nach. „Früher“, so sagt der SAD-Kontrolleur, „hatten die Leute noch Respekt vor einer Amtsperson oder einem Bus-Kontrolleur.“

    Heute, so Mair, werde er vielfach „behandelt wie ein Rotzbub“. Wenn er einen Passagier bitte, sich auszuweisen, müsse er „fast schon niederknien“.

    Hermann Mair weiß, wovon er spricht: Er ist seit 35 Jahren im wahrsten Sinn des Wortes auf der Straße.

    Es stimmt: So wie im Rest des Landes ist auch in den öffentlichen Bussen das Klima rauher, sind die Leute aggressiver geworden. Hermann Mair benutzt den Begriff „präpotent“ – und meint damit „znicht“.

    Der SAD-Kontrolleur Hermann Mair schildert einen konkreten Fall, der sich am vergangenen Dienstag am späten Vormittag im Bus der Linie 131 in Eppan zugetragen hat.

    Der SAD-Mitarbeiter kontrollierte am Bahnhofsplatz in Eppan einen Fahrgast. Dabei stellte sich heraus, dass der Mann das Abo Plus seines Sohnes benutzt hatte.

    Hermann Mair erklärte dem Mann, dass er ihm ein Übertretungsprotokoll ausstellen müsse.

    Auf Fahren mit einem – wie es im Amtsdeutsch heißt – „abgetretenen oder gefälschten Fahrschein“ steht eine Geldstrafe von immerhin 120 Euro.

    Dann eskalierte die Situation: Der Mann beschimpfte den SAD-Kontrolleur aufs Übelste.

    Die Zitate aus der Strafanzeige, die Hermann Mair inzwischen erstattet hat:

    „Tu sei un ubriacone – Ti faccio il culo – Cosa credi di essere – Vai via da me – Puzzi di alcol – Vaffanculo …“

    Der so Beschimpfte ließ sich allerdings nicht aus der Ruhe bringen.

    Da der Mann keine Dokumente bei sich trug, fragte Hermann Mair ihn, wie er heiße. Der Mann antwortete: Er heiße Sergio Selmani, sei in Mazedonien im Jahr 1962 geboren, und er wohne in Bozen, Hausnummer 68. Straße nannte der Mazedonier keine.

    Hermann Mair füllte seelenruhig das Übertretungsprotokoll aus und nahm dem Mann das Abo Plus ab. „Mir war klar, dass der Mann falsche Angaben zur Person gemacht hat, weil kein Mazedonier heißt mit Vornamen Sergio“, so der Kontrolleur.

    Der Schwarzfahrer wurde in der Folge handgreiflich, schubste den SAD-Kontrolleur und versuchte, ihn am Unterarm zu packen. Hermann Mair riss sich los, der Mazedonier begann dann von neuem mit den Schimpftiraden.

    Als der Mazedonier ihn abermals am Arm packte, verständigte der SAD-Kontrolleur via Handy die Carabinieri von Eppan, die umgehend einen Streifenwagen losschickten.

    An der Haltestelle Pillhof stieg der Kontrolleur mit dem Mazedonier aus. Bei der Personenkontrolle durch die Carabinieri stellte sich heraus, dass der Mann tatsächlich falsche Personalien angegeben hatte.

    Der Mann heißt nicht Sergio, sondern Sefedine Selmani, ist 1961 geboren und wohnt in Bozen.

    Der Mazedonier zeigte sich von der Anwesenheit der Carabinieri unbeeindruckt.

    Er bedrohte den SAD-Kontrolleur erneut:

    „Se ti trovo in borghese ti faccio un culo – Ti conosco e ti vengo a trovare a casa e ti faccio a pezzi – Tu puzzi di alcol – Io so dove abiti“

    Am darauffolgenden Tag stellte Hermann Mair formell Strafantrag gegen den Mazedonier wegen Bedrohung und Widerstands gegen eine Amtsperson.

    Der SAD-Kontrolleur, der den guten alten Zeiten nachtrauert, geht mit diesem Fall bewusst an die Öffentlichkeit. „Die Menschen sollen wissen, wie es in den öffentlichen Verkehrsmitteln zugeht.“

    Zur neuesten Masche der Schlaumeier gehört – wie im Fall des Mazedoniers – der Trick mit dem (Fast-)Gratisabo eines schulpflichtigen Kindes oder eines Verwandten. Und immer öfters beobachten die Kontrolleure, dass Passagiere eine Stadtfahrkarte um 1,50 Euro erwerben, damit aber lange Strecken fahren.

    Ganz schlimm mit dem Schwarzfahren sei es in den Skibussen, berichtet Hermann Mair. Unter den Gefilzten seien viele ausländische Staatsbürger, aber auch viele Einheimische. Wobei es sich, laut dem SAD-Kontrolleur, nicht so sehr um Jugendliche handelt, sondern um in den allermeisten Fällen um Personen mittleren Alters.

    Hermann Mair hat insgeheim längst resigniert. „Als Amtsperson bist du heutzutage nur mehr der Lapp.“ Früher, fügt er hinzu und schwelgt in Nostalgie, sei „alles ganz anders gewesen …“

     

     

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    Kommentare (32)

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    • criticus

      Habe selbst erlebt wie ein Albaner den Zugbegleiter und zwei Polizisten beleidigte und bespuckt hat. Geschehen ist nichts, man hat die Person laufen gelassen. Genauso wenig passiert, wenn nachmittags unsere „schwarzen flüchtenden Mitbewohner“ ohne Fahrkarte einsteigen und in den Abteilungen die Füße (mit Schuhe) auf den Nachbarsitz ablegen. Teilweise war ein ganzes Abteil von solchen Personen besetzt. Einmal ist der Zug bei Sigmundskron aus technischen Gründen stehengeblieben, die Flüchtlinge sind in den Bus gestiegen und haben dort genau so keine Karte gelöst oder gestempelt. Die Zugbegleiter haben es aufgegeben diese Personen zu kontrollieren oder sie wegen ihr Verhalten zu ermahnen. Was würde passieren wenn wir uns so verhalten würden. Ich pfeife auf dieses „Multikulti“!

      • yannis

        In DE wird diese Klientel nicht nur, oder erst im Zug / Bus zum Problem, sondern schon in Bahnhöfen und Bus Haltestellen.

        http://www.rp-online.de/nrw/staedte/koeln/hauptbahnhof-koeln-polizei-nimmt-grapscher-fest-aid-1.5666594

        Was würde passieren wenn wir uns in deren „Herkunftsländern“ so verhalten würden, dreimal darf geraten werden !

      • yannis

        Polizei nimmt Grapscher in Köln fest

        Schon in der Silvesternacht hatte eine Gruppe in Köln mit einer ähnlichen Masche Geldbörsen und Telefone erbeutet. Die Anzahl der Täter variierte von zwei bis drei nach Zeugenaussagen nordafrikanisch Aussehenden bis zu 20 Personen. Im Getümmel rund um den Dom und am Bahnhof sollen sie Frauen zur Ablenkung umzingelt und angefasst haben. In einigen Fällen wurden die Opfer Polizeiangaben zufolge auch unsittlich berührt. Bis zum Wochenende haben knapp 30 Betroffene Anzeige erstattet. Sie alle schilderten die gleiche Vorgehensweise der Täter.

        Weil die Fälle derart überhandnahmen, haben die Beamten eine Ermittlungsgruppe eingerichtet. Die Auswertung von umfangreichen Videoaufnahmen und Zeugenaussagen soll helfen, die Täter zu überführen.

        Bei den jüngsten Fällen hatte ein 25-Jähriger die Polizei gegen 4.20 Uhr verständigt, nachdem ihm das Handy gestohlen worden war. Um von dem Diebstahl abzulenken, hätten die Täter versucht, sich bei ihm unterzuhaken und ihm ein Bein zu stellen. Nach Zeugenaussagen sprachen die Männer auch mehrere Frauen an und bedrängten sie.

        „Ich sah die Polizisten auf dem Bahnsteig. Ich meldete sofort, dass ich von zwei Männern aus der Gruppe beklaut worden war“, sagte der 25-Jährige nach Angaben der Polizei. Bei der Festnahme fanden die Beamten Mobiltelefone und einen Tablet-Computer.

        Quelle: RP

        Was würde passieren wenn wir uns in deren Herkunftsländern so verhalten würden, dreimal darf geraten werden

    • prof

      In Bozen sieht man tagtäglich wie Leute hauptsächlich Ausländer ohne Fahrkarte
      einen Stadtbus benützen.

    • latemarbz

      Ich habe nichts dagegen, wenn man den arbeitslosen Jugendlichen von Familien, die in den letzten 25 Jahren in Südtirol zugewandert sind, ein ermäßigtes Abo-plus gibt. Man darf aber nicht dulden, dass sie einfach in den Bus einsteigen und gratis fahren wollen. Denn wenn man das nicht kontrolliert oder durchgehen lässt, vermittelt man ihnen, dass das ok ist. Ich denke man sollte die Zuwanderer respektvoll wie alle kontrollieren – man hätte es von Anfang an tun müssen – , man darf aber bestimmte Dinge nicht einreißen lassen, sonst erzieht man sie falsch! Ja und richtig: im Falle auch anzeigen!

    • franz

      “Zuwanderer respektvoll wie alle kontrollieren – man hätte es von Anfang an tun müssen – , man darf aber bestimmte Dinge nicht einreißen lassen,“ (….)
      So etwas sollte nicht geduldet werden und man müsste dem mit gerechten und sicheren Strafen begegnen, wie auch bei anderen Straftaten, speziell bei Straftaten die von Einwanderern. verübt werden, sie haben absolute Idiotenfreiheit.
      Da dies aber durch Gutmenschengesetzen wie das “svuota carceri “ nicht geschieht haben solche Idioten nichts zu befürchten.
      Grundsätzlich ist das Gesetz für alle gleich. theoretisch ja , in der Praxis nicht immer.
      Im Gegensatz zu einheimischen Straftätern ist bei Einwanderern zivilrechtlich nichts zu holen, da sie meist mittellos sind.
      Einheimischen Bürgern zieht man zivilrechtlich zu Leibe bzw die Unterhosen aus, wie im folgenden Fall.

      http://www.ilgiornale.it/news/cronache/cremona-pensionato-ruba-salsiccia-condannato-pagare-multa-1107743.html

    • gerecht

      -Stadtbus: von 5 einsteigenden Personen hört man nur 2-3 klingeln (am Automaten )
      setzen sich noch vor Zahlenden hin, während die beim Stempeln waren, müssen dann stehen ….
      -Einzelfahrkarte ist als Unbekannte Person nie mit diesen Bus gefahren zu sein ,
      um im Bus oder vorher/nachher “”einzukaufen”” zu gehen
      -SAD überetsch oder nach Meran: ein ganzer Bus voll sitzende Jugendliche, Zahlende Pendler können sich an Stangen festhalten …(jung und gratis VOR alt und zahlen)

      • yannis

        @gerecht
        >>>Zahlende Pendler können sich an Stangen festhalten …(jung und gratis VOR alt und zahlen)<<<
        ein alltäglicher Zustand in öffentlichen Verkehrsmitteln, was sicherlich schon den ein oder anderen ZAHLENDEN Benutzer daraus vertrieben hat und dann doch lieber den PKW benutzt.
        Damit werden vermeidbare Emissionen produziert und der damit verbundene Verbrauch fossiler Energieträger erhöht.
        Aber sicher, mit jeden Liter des vermeidbaren Kraftstoffverbrauchs generieren sich Steuereinnahmen die diese "Klientel" auf Staatskosten ernähren.

    • andy

      Sprecht doch endlich die Wahrheit aus!
      Diese „Einzelfälle“ sind zu 99% von Ausländern verursacht!
      Oft werden Ausländer gar nicht mehr kontrolliert weil man Angst hat!

    • epolus

      Traurig, aber leider wahr! Wo ist der Aufschrei der selbsternannten Gutmenschen? Hauptsache warm…

    • epolus

      Traurig, aber wahr! Diese Gutmenschen…

    • tottele

      Wieviele Fahrten wurden von der Linie 6 und 9 gestrichen ? Grund : Weil ca. 70% der Schüler nicht ihre Abos zum Kartenlesegerät hinhalten !! Einfach zu faul .
      Aber auch viele Mütter die mit dem Kinderwagen in der Mitte einsteigen bezahlen einfach nicht ! Und aus diesem Grund werden viele Fahrten gestrichen , weil nach Statistik zu wenig Fahrgäste aufscheinen .

    • franz

      Zu den Übergriffen auf Frauen in Köln und Hmanurg, wie yannis bereits geschrieben hat, wurde auch heute 05.01.2016 auf ZDF und ARD ++ berichtet, scheinbar hat es sich um einer organisierten Gruppe von ca. 150 jungen Männern aus Afrika gehandel, die massiv Frauen ausgeraubt sexuell belästigt und sogar vergewaltigt haben:
      Ganz nach den System wie man es in diesen Ländern kennt auch in Indien eine größere Gruppe von Männern umzingelt Frauen und vergewaltigen und berauben sie.
      Und die naiven Gutmenschen wollen uns immer wieder glaubhaft machen, ist dochalles nicht so schlimm.

    • george

      Ich kann mir gut vorstellen, dass einige Häufigschreiber wie ‚franz‘ oder ‚yannis‘ sich auch nicht viel besser dem Kontrolleur gegenüber verhalten würden, wenn sie bei einer Schwarzfahrt erwischt und darauf angesprochen würden. Sie flippen hier im Forum ja auch recht häufig aus.

      • andy

        Leute wie ‘franz’ oder ‘yannis’ hätten auch kein Problem mit dem Kontrolleur weil sie sicher einen Fahrschein haben! genauso wie ich!
        du scheinst aber ein Problem mit der Realität zu haben!

      • yannis

        @george
        5. Januar 2016 um 13:44
        merken SIE überhaupt noch was ? Sie verteidigen hier Schwarzfahrer die sich des Übergriffs aufs Buspersonal schuldig gemacht haben und unterstellen gleichzeitig andern die SIE NICHT kennen derselben Verhaltensweise !

    • franz

      @george
      Der Grüne george unterstellt mir also ich würde schwarz fahren und mich dabei so verhalten wie dieses Dreckspack.
      Der einzige der hier im Forum ausflippt ist der grüne george , mit seinen dummen Behauptungen und Unterstellungen , die Umleitung der Etsch bei Marling ( zum Zweck der Stromproduktion ) ist nach seiner Meinung eine Fehlleitung.
      Die im corriere dell’alto adige wiedergegebenen Aussage vom Chefastaatsanwlt Rispoli ist ein Plagiat bzw.,“ Papierkorb reife Sachen“ wenn Chef-Staatsanwalt Rispoli das Wohlfahrtsozialhilfesystem von Südtirol ( ” auf corriere-dell’alto-adige 27.12.2015”& 29.12.2015 ) anprangert……
      Für diese Unterstellung wird george Chefstaatsanwalt Rispoli noch Rede und Antwort stehen müssen. :
      Dann schauen wir wie lange Du noch dummes Zeug schreibst bzw. anderen etwas unterstellst

      • george

        ‚Franz‘, Sie werden noch viel Zeit verplempern um solch ein sinnloses Durcheinander zu produzieren. Passen Sie aber auf, dass Sie sich aus diesem Wirrwarr irgendwann einmal auch wieder abhalftern können, sonst werden Sie irre.

    • george

      Ach ‚andy‘, lassen Sie es bleiben, wo Sie sich nur blamieren. Ist „sicher einen Führerschein haben“ etwa ein Konjunktiv? Das „hätten“ haben Sie damit längst schon wieder negiert. Ich habe mich bzgl. Konjunktivaussage in meinem Beitrag übrigens nur auf mich bezogen, somit „hätte“ sich ihr Hinweis auf das „hätten“ ohnehin erübrigt. Erfassen von Inhalten und Sprachlichkeit scheinen ihnen wohl öfters ein Schnippchen zu schlagen.

      • andy

        ja der Meister in „Erfassen von Inhalten“ mußt dann wohl du sein, wenn du „Führerschein“ statt Fahrschein zitierst! 🙂
        was für Drogen nimmst du denn? Ich hoffe du nimmst welche, denn wenn nicht mußt du dir wirklich Sorgen machen, ganz ohne Konjunktiv! 🙂

    • george

      @andy
      Entschuldige mich, dass ich aus ihrem Text „Führerschein“ zitiert habe und nicht „Fahrschein“. Ich kopiere halt nicht nur wie ‚franz‘, sondern schreibe die paar Sätze auch wirklich jedesmal neu nieder. Deswegen müssen Sie nun auch nicht frech und frotzelig werden. Etwas mehr Bildung wäre gefordert.

    • yannis

      @andy
      5. Januar 2016 um 23:55

      da könnte was dran sein, Drogen und „Führerschein“ stehen sich sehr konträr gegenüber.
      Drogen können den Verlust des „Führerscheins“ nach sich ziehen, ein „Fahrschein“ hingegen wird durch Drogen nicht im geringsten tangiert.

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