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„Müssen auf uns schauen“

Der SVP-Obmann im Vinschgau, Albrecht Plangger, über Probleme bei der Mitgliedersammlung, innerparteiliche Kämpfe – und über eine Sanitätsreform, bei der es „noch gewaltig hapert“.

TAGESZEITUNG Online: Herr Plangger, wie ist die SVP-Mitgliedersammlung im Vinschgau verlaufen?

Albrecht Plangger: Wir haben es grad, grad geschafft, ein paar Mitglieder mehr als im vergangenen Jahr zu sammeln. Wir haben jetzt gleich viele Mitglieder wie im letzten Jahr, plus eine Handvoll – vielleicht vier oder fünf – neue Mitglieder. So können wir sagen, dass es wieder aufwärts geht. Wir haben uns bemüht, und ich bin mit dem Ergebnis auch nicht ganz unzufrieden. Alle haben mitgeholfen – trotz der Probleme, die es bei uns hier gibt.

Von den glorreichen Zeiten vergangener Jahre ist die SVP aber weit entfernt?

Ja, und so kann es auch im nächsten Jahr nicht mehr weitergehen. Der organisatorische und zeitliche Aufwand für die Mitgliedersammlung war heuer viel zu groß. Es kann nicht sein, dass unsere Funktionäre fast ihre ganze Energie nur fürs Sammeln hinauswerfen. Die Strukturreform der Partei, die im kommenden Jahr ansteht, soll die Mitgliedersammlung erleichtern und beschleunigen. Aber wie gesagt: Zumindest geht es heuer wieder aufwärts.

Welche Rolle spielte die Sanitätsreform bei der Mitgliedersammlung?

Das Sammeln war nicht einfach, wenn dir die Leute immer wieder die Sanitätsreform um die Ohren hauen. Sie sagen zu den Funktionären: „Ihr wollt’s unser Geld, aber sperrt uns das Spital zu.“ Die Funktionäre müssen sich dann hinsetzen und den Menschen erklären, dass wir etwas ganz anderes wollen. Das ist ein großer Aufwand. Die Sanitätsreform ist ein schwieriges Thema. Man muss bedenken, dass es bei uns im Vinschgau ansonsten keine großen Probleme gegeben hat. Wir haben die Partei im Griff. Logisch bekommt man so irgendwann auch einen Hänger.

Wie steht Ihr Bezirk zur Sanitätsreform von Landesrätin Martha Stocker?

Der Vinschgau war von Anfang an für die Reform. Wir waren auch bereit, uns an den Einsparungen zu beteiligen. Allerdings unter der Voraussetzung, dass wir auch selbst mitreden können. Das mit dem Mitreden ist bislang so eine Sache. Bei den Leistungsprofilen der einzelnen Krankenhäuser hapert es zurzeit noch gewaltig. Da gibt es gerade einen Kampf zwischen der peripheren und der zentralen Partei. Wir müssen da durch – auch wenn wir gegen unsere eigenen Leute ankämpfen müssen. Wir müssen den eigenen Leuten in der Partei begreifbar machen, dass wir auch da sind. Das ist viel schwieriger, als wenn wir es nur mit der Opposition oder mit dem Obmann zu tun hätten.

Das Thema „Sanität“ wird auch das kommende Jahr beherrschen?

Das Problem ist zu lösen. Je schneller, desto besser. Wir müssen auf uns schauen. Wir sind ein Tal und haben ganz eigene Vorstellungen von einer guten medizinischen Versorgung vor Ort.

Interview: Matthias Kofler

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