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    Der Internet-Hit

    Sein Video ist zum Internet-Hit geworden und hat mehr als 1 Millionen Klicks gesammelt. Was Mauro Podini zu diesem Erfolg sagt.

    Tageszeitung: Herr Podini, aus einem spontanen Jux ist ein erfolgreiches Video geworden. Hätten Sie damit gerechnet?

    Mauro Podini: Nein, überhaupt nicht. Ich hätte mir nie vorgestellt, dass dieses Video so erfolgreich wird. Ich habe das Video eigentlich für meine Freunde gedreht und es ihnen dann über Whats App verschickt. Dann habe ich es auch auf Facebook gepostet und es wurde zu einem Hit.

    Warum sind Sie auf die Idee gekommen, dieses Video zu machen?

    Wir waren eigentlich schon länger mit den Skiern unterwegs und sind dann zu dieser Stelle gekommen. Ich habe diese absurde und beeindruckende „Schnee-Zunge“ gesehen und spontan mein Handy genommen, um die Situation zu filmen.

    Mauro Podini: „Es ist einfach unglaublich.“

    Mauro Podini: „Es ist einfach unglaublich.“

     

    In knapp drei Tagen wurde das Video mehr als 1 Million Mal geklickt…

    Mein erster Gedanke war, dass wir eigentlich jeden Tag solche Smartphones in den Händen halten und uns nicht bewusst sind, welche Potentiale sich für die Kommunikation damit ergeben. Ein einminütiges Video schafft es in drei Tagen so viele Menschen zu erreichen und eine Diskussion auszulösen. Die Personen, die das Video teilen oder liken sind oft Bergfreunde aus aller Welt, die eine Diskussion über den Klimawandel anregen wollten. Ein ironischer Scherz hat eine Kette ausgelöst, die ich mir nie erwartet hätte.

    Dieses Video hat eine Klimadiskussion ausgelöst – sogar im spanischen TV…

    Ich möchte die Sache jetzt nicht übertreiben. Zum Glück spricht man schon seit geraumer Zeit über den Klimawandel und möglich Folgen. Das Video war vielleicht eine Möglichkeit, um das Thema wiederzubeleben. Der spanische TV Sender beschäftigt sich beispielsweise häufig mit dieser Thematik und daher wollten sie das Video als Basis für eine neue Diskussion – es ging ihnen nur um die Bilder, welche für sich sprechen.

    Sie machen auch beruflich Filme – ein spontanes Video hat aber so viel Erfolg. Wie ist das für einen Filmemacher?

    (lacht) Das gibt zu denken. Für andere Filme investiert man viel Zeit und Geld und versucht eine Botschaft zu vermitteln, erreicht aber eine viel kleinere Zielgruppe. Ich möchte aber auch unterscheiden: In diesem Fall geht es um ein Video, das sich in den sozialen Netzwerken verbreitet hat und diese Videos funktionieren nur, wenn man es schafft, eine emotionale Geschichte in kurzer Zeit zu vermitteln. Wenn man Dokumentarfilme dreht, geht es meist um eine Botschaft, die man den Zuschauern vermitteln möchte und dafür braucht man Zeit. Es gibt zwar zu denken, dass diese Video so einschlägt, aber für mich als Filmemacher sind es einfach zwei verschiedene Sprachen. Wenn es auch dieses Video schafft, die Menschen zum Nachdenken zu bewegen – habe ich mein Ziel erreicht (lacht).

     

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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    Kommentare (3)

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    • gredner

      Schön für Herrn Podini, dass er mit diesem Video so viel Erfolg hat. Er hat es sicher gut gemeint, und ich finde das Video auch interessant. Pech nur, dass das Video genau dort aufhört, wo die eigentliche, breitere Piste beginnt.

      Die Folge dass dieses Video nun viral geworden ist, ist aber leider, dass unsere Gäste glauben, dass es überall bei uns so aussieht. Dass die Pisten so schmal sind trifft aber nicht zu. Nirgends wird betont, dass dies nur eine Verbindungspiste ist. Auch das Datum fehlt bei diesem Video. Die Gäste, die dieses Video sehen, sagen ab, oder buchen erst gar nicht. Das Video wird in einigen Wochen immer noch kursieren, auch wenn es längst geschneit hat. Der Schaden wird immer grösser, je mehr dieser Clip Verbreitung findet.

      Dem muss unbedingt entgegengesteuert werden, indem SeiserAlm oder Gröden Marketing oder Dolomiti Superski ein Video veröffentlichen, wo man die BREITE der Pisten sieht und die Perfektion der Präparation. Podini selbst sollte dann dieses Video auch auf seiner Facebook-Seite veröffentlichen – oder will Podini selbst es drehen, sozusagen als Wiedergutmachung?

    • yannis

      >>>Die Gäste, die dieses Video sehen, sagen ab, oder buchen erst gar nicht<<<

      völliger Quatsch ! für wie dumm hält man potentielle Gäste überhaupt, die verlassen sich nicht auf ein solches Video.
      Die sind schlau genug um im I-Net Zeitalter, Wetterberichte, Web-Cams, oder auch nur allmorgendlich den 3Sat Sender einzuschalten um zu sehen wie es vor Ort aussieht.
      Wenn sie denn nur Kunstschnee Pisten mitten in einer Herbstlandschaft sehen, kommt freilich wenig Ski-Feeling auf, zumal auch die Preisgestaltung bei Skipässen und Hotels die Schmerzgrenze zunehmend überschreitet.
      Wenn man so weiter macht wie bis jetzt, wird der Skitourismus in naher Zukunft wohl endgültig zum toten Gaul.

    • gredner

      @yannis: du hast wohl nicht den ganzen Artikel geselsen: obiges Video wurde sogar im spanischen TV gezeigt. Und ja, die Leute informieren sich sehr wohl im Internet und im TV, und dann sehen sie eben dieses Video. Ein Bild spricht mehr als tausend Worte…

      In den letzten Wochen gab es unzählige Stronierungen wegen Schneemangel. Ich kenne keine Hotel dass keine Stornierung hatte. Jede Stornierung bedeutet 1000 oder mehr Euro Verlust für unsere Wirtschaft. Meist heisst es „per problemi personali“ oder „weil die Oma krank ist“, und oft wollen sie sogar die „caparra“ zurückerstattet. Die Skipassverkäufe sind um 40% zurückgegangen. Das ist alles andere als lustig.

      Und ja, die Leute sind allgemein dumm – sie glauben dann, dass in Frankreich oder in Osterreich mehr Schnee liegt, und wissen dabei nicht, dass dort wesentlich weniger Schneekanonen im Einsatz sind und die Pisten teils in katastrophalem Zustand.

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