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    „Auf die Socken nun“

    „Auf die Socken nun“

    Florian Kronbichler wirft dem LH Begriff-Diebstahl vor – und kündigt an, dass er 2016 zum Europa-Politiker wird.

    Florian Kronbichler zitiert Brecht:

    „Und was noch … wie heißt’s in Brechts „Mutter Courage“? – ,und was noch nicht gestorben ist, das macht sich auf die Socken nun.‘

    Klingt mir nach einem guten Vorsatz für Neujahr.“

    Der SEL-Parlamentarier schreibt in seinem Jahresrück- und ausblick unter anderem, der Landeshauptmann habe ihm einen Begriff gestohlen:

    „Was ist zu tun?

    Der Staatspräsident und der Landeshauptmann haben ihre „Reden zum Jahresende“ gehalten. So heißen sie, aber es sind eigentlich Aufrufe zum neuen Jahr. Sie sind an uns alle gerichtet, und von beiden will ich gern einiges beherzigen. Landeshauptmann Kompatscher mahnt einen ,Autonomie-Patriotismus‘ an.

    Wollte ich kleinlich sein, würde ich behaupten: Kompatscher hat den Begriff von mir gestohlen.

    Ich habe vor drei Jahren, auf einer Autonomie- und Streitbeilegungs-Jubiläumsfeier (1972 und 1992) dem Altlandeshauptmann Durnwalder und dem Alt-SVP-Obmann Theiner vorgeworfen, dass sie keinen „Autonomie-Patriotismus“ beweisen und dass sie die Autonomie behandeln wie halt das kleinere Übel.

    Ich bin Autonomie-Patriot, verteidige sie für so, wie sie ist.

    Die Schwadroneure der „dynamischen“, „vollen“ und was weiß Gott noch welcher Autonomie schimpfen mich dafür gern einen Verzichtspolitiker. Zufrieden zu sein, ist heutzutage eine Schuld. Ich sage, der beste Autonomieschutz ist, glaubwürdig zur Autonomie zu stehen, Verträge als solche zu behandeln, verbindlich und nicht einseitig veränderbar. Autonomie als etwas Zu-Überwindendes darzustellen, gibt jenen Recht, die Autonomie nie gewollt haben, und ist Autonomieverrat.

    Deshalb: Landeshauptmann Kompatscher, wirb weiter für einen Autonomiepatriotismus! Der Begriff sei dein. Ich schenk ihn dir, bitte!

    Ich bin außerdem ,Verfassungspatriot‘.

    Das habe ich bei der Anhörung im Sommer im Südtiroler Landtag gesagt. Wir Südtiroler vergessen oft, was wir an unserer (italienischen) Verfassung haben. Es gibt keine gute Südtirol-Autonomie innerhalb einer schlechten italienischen Verfassung. Ich werde deshalb über Renzis Verfassungsreform nicht nur schlecht reden, so wie die SVP-Parlamentarier es tun, sondern im Parlament auch dagegen stimmen.

    Zur „Rede zum Jahresende“ des Staatspräsidenten Sergio Mattarella. Mir gefällt dieser Staatspräsident. Gebildet, prinzipienfest, diskret, mit einer Aura väterlicher Güte – so wie die Verfassung den Staatspräsident haben will. Was mich an seiner Rede überraschte, und zwar positiv: Er sprach über Umwelt. Über Smog und Spekulation mit Grund und Boden. Über die Affenliebe der Italiener zum Auto. Mich überraschte das, weil Umweltschutz in der politischen Diskussion Italiens systematisch zu kurz bis gar nicht vorkommt. Der Staatspräsident beweist Sinn fürs Wesentliche. Arbeitslosigkeit, Steuerhinterziehung, – er sprach auch darüber, klar, aber dass er das Auto, seiner Landsleute liebstes Spielzeug, auf die Anklagebank setzte, – Respekt!“

    Auch kündigt Florian Kronbichler an, dass er in nächster Zeit mehr in Europa-Angelegenheiten unterwegs sein werde.

    „Noch etwas:

    Ich bin auf der letzten Sitzung des Parlaments vor Weihnachten zum Mitglied des Europa-Rats ernannt worden. Ich werde die nächste Zeit somit mehr in Europa und in Europa-Angelegenheiten unterwegs sein. Ich werde mich bemühen, das sehr ernsthaft zu sein. Europa ist in Gefahr, und das auf mehrerlei Weise. Dass ich mich gerade jetzt dafür engagieren darf, betrachte ich wieder für so ein Glück, das mich unverdientermaßen trifft.

    Also denn: ein gutes neues Jahr, und auf die Socken nun!“

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    Kommentare (10)

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    • mairwalter

      Mein Gott Florian Kronbichler!!! Sie begeben sich auf den politischen Spuren eines Reinhold Messner. Was daraus geworden ist , weis man ja!
      So und NIE anders, habe ich Sie schon immer eingeschätzt…..:-)

      • george

        @mairwalter
        Auch wenn sich Florian Kronbichler auf die Spuren von Reinhold Messner begibt, so wird er sicher nicht diese weiter austreten, sondern Spuren völlig anderer Prägung entgegensetzen. Könnte mir nie vorstellen, so wie ich Kronbichler kenne, dass er so winddrehig werden könnte.

        • mairwalter

          @george
          Wenn Sie sich da nicht einmal täuschen! Ein Wendehals war Florian schon immer ! Mit seinen Ex Chef Tribus zusammen verarschen Sie das „gemeine Volk“, an dem sie es weder glauben, noch ernst nehmen! Ziel ist ein Platz an der Sonne aus! Erinnern Sie sich an die Kommentare „Das Letzte“? Wie es über Messner hergezogen ist? Wo Knete zu holen ist ist auch Florian! „Wer schimpft der kaft!“.Alles Andere überlasse ich Jeden Einzelnen zu kommentieren!

          • george

            Verwechslen sie bitte nicht beißende Ironie oder Sarkasmus, welche in mancher Satire des „Letzten“ zu spüren war, mit Verarschung und schimpfenden Pamphleten anderswo. Oder auch nicht zu verwechseln mit herabsetzendem Spott oder Besserwisserei von oben herab. So ist Florian Kronbichler auch nicht mit Tribus vegleichbar, aber ebenso wenig mit Messsner. Das literarische Element, wie wir es öfters bei kritischen Autoren der Gegenwart vorfinden, steht bei Kronbichler immer wieder zwischendurch im Vordergrund. Nichtsdestotrotz steht er dem einfachen Volk und der natürlichen Welt (siehe auch seine Buchveröffentlichung zu den Bergbauern) und respektiert es, was man bei sehr vielen anderen politischen Köpfen nicht unbedingt sagen kann.

    • yannis

      @all,
      ich habe von den Thema hier keine Ahnung, bin aber erfreut darüber dass sich trotz der User-Registrierung sich eine kontroverse Diskussion erhalten hat, Weiter so !

    • mairwalter

      @george
      Sie scheinen ein wahrer Fan von Florian zu sein.! Gut für Sie! Doch „das Letzte“ mit beißender Ironie und Sarkasmus gleich zu setzen, ist schon sehr,sehr weit hergeholt Eher eine Bauerposse…
      Ich verglich Kronbichler ,mit Messner und Tribus weil sie mit den Grünen als Sprungbrett, (BEIDE auf ihrer Weise) in den letzen Jahrzehnten einen nicht nachvollziehbaren politischen Wandel vollzogen haben. Das Wort Wendehals ist dabei beinahe schon ein Kompliment: ALLE DREI ließen in den letzten Jahren keine Gelegenheit aus, die Grünen schlecht zu reden und über sie her zu ziehen. Dem entsprechend, sind sie sehr wohl zu vergleichen.ALLE DREI holten sich ihre Knete durch Kontakte mit den Grünen ab, die heute für sie, der wahrhaftige Teufel zu sein scheinen.
      Ich bin kein Grüner und war es auch nie!! Schauen Sie sich den politischen Werdegang dieser „Helden“ an !! Vielleicht fallen Ihnen wesentliche Merkmale auf, die ALLE DREI gemeinsam haben…. 🙂

      • george

        @mairwalter
        Ich bin ein völlig selbständig freidenkender Mensch und habe kein Bedürfnis mich für irgendjemand als Fan zu gebärden. Nehmen Sie das zur Kenntnis und bleiben Sie objektiv in ihrer Beurteilung. Dass „ALLE DREI in den letzten Jahren keine Gelegenheit ausgelassen haben, die Grünen schlecht zu reden und über sie her zu ziehen“, so jedenfalls ist das nicht nachvollziehbar, jedenfalls nicht für alle drei. Darin unterscheidet sich Kronbichler jedenfalls wesentlich von den anderen beiden.

    • yannis

      @mairwalter,

      also wie gesagt ich habe zu den beiden anderen Personen keine Meinung, da ich sie nicht kenne, was den Herrn Messner betrifft teile ich Deine Meinung, bei dem ist „Wendehals“ tatsächlich ein Kompliment.

    • prof

      Heit schneit es vielleicht

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