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    Die Baustellen des Herrn

    Bischof Ivo Muser

    Bischof Ivo Muser

    Bischof Ivo Muser sieht in Südtirol eine große Baustelle: Den Umgang mit den neuen Bürgern und Bürgerinnen.

    Beim Dankgottesdienst zum Jahresabschluss im Dom zu Brixen hat Bischof Ivo Muser von den „Baustellen“ in Südtirols Gesellschaft gesprochen und zu „offenen Herzen“ im Jahr der Barmherzigkeit ermutigt.

    Bischof Ivo Muser ist in seiner Predigt von der Weihnachtsgeschichte ausgegangen, die davon berichtet, wie Kaiser Augustus den Bewohnern seines Reiches befohlen hatte, sich in der jeweiligen Geburtsstadt registrieren zu lassen.

    „Auch heute wird gezählt – allerdings unter ganz veränderten Vorzeichen“, sagte Bischof Ivo Muser und erklärte:

    Leistung wird gewogen, gezählt werden die Kosten für Dienste der Menschlichkeit an Kranken, an Alten und Gebrechlichen.

    Selbst die Existenz von Flüchtlingen wird in Zahlen und Kontingenten angegeben.

    Die Geschichten hinter den Flüchtlingen interessieren aber oft nicht.

    Nicht gezählt werden – und das ist bezeichnend für unsere Art zu denken – menschliche Begegnung, Zuwendung, Nächstenliebe.“

    Die Weihnachtsgeschichte wolle einladen, die „kleinen Leute des Alltags“ nicht als Nummern, sondern als Menschen, als Männer, Frauen und Kinder mit Gesichtern zu sehen und ihre Geschichten ernst zu nehmen.

    Für Bischof Muser gibt es in Südtirol zwei große Baustellen:

    Eine kleinere Baustelle sieht er im Zusammenleben zwischen der Bevölkerung mit deutscher, italienischer und ladinischer Muttersprache. In diesem Bereich habe es in den vergangenen Jahrzehnten auch dank der Autonomie große Fortschritte gegeben.

    Weitaus schwieriger zu gestalten sei die große Baustelle, der Umgang mit den neuen Bürgern und Bürgerinnen.

    „Ziel muss eine Gesellschaft sein, in der Menschen ohne Angst verschieden sein können“, so der Bischof, der in diesem Kontext an das „Jahr der Barmherzigkeit“ erinnerte und dazu ermutigte, nicht nur äußerlich die Heiligen Pforten zu durchschreiten, sondern Barmherzigkeit zu lernen und einzuüben.

    Abschließend drückte der Oberhirte seinen Wunsch aus, dass im Neuen Jahr 2016 die synodale Haltung, die bei der Diözesansynode präsent war, „weiter wirken“ und dazu beitragen möge, dass die Ortskirche unter dem Wort Gottes und von diesem Wort her mit Hoffnung und Freude die Gesellschaft mitgestalte.

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    Kommentare (5)

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    • Daniel

      ich kann mich mit diesem Gesicht dieses Bischofs einfach nicht anfreunden!!!!

    • tammi

      Dass Menschen ohne Angst verschieden sein können
      Sagt die Kirche
      Ich muss lachen, sorry.

    • Dr. Engelbert Dollfuß

      Diese Wortspenden könnte der Bischof glatt bei Frau Foppa abgeschrieben haben! Das kommt dabei heraus, wenn man bei jemandem abschreibt, der noch weniger Ahnung hat.

    • Garuda

      Zählen von Zahlen und Kontingenten ….

      Ja ja , man zähle mal die Pfarrhäuser und kirchlichen Einrichtungen, die sich in ihrer großspringen Nächstenliebe bedienen, wieviele Flüchtlinge aufnehmen.

      Herr Muser, beginnen sie vor der eigenen Haustüre zu kehren, bevor man andere zur Nächstenliebe auffordert, die man selbst verweigert oder anderen nicht zukommen lässt.

      Egal aus welchen Gründen auch immer.

    • Yannis

      hat dieser „Männerverein“ das selbst eingehalten was er anderen predigt ? es ist seit Urzeiten so das diese heiligen Kirchenfürsten ´Wasser predigen selbst aber Wein saufen.
      Aber solange es genügend Dumme gibt die denen zu Füßen liegen und den latent verbreiteten „Schmarrn“ denen abkaufen, wird sich freilich nichts ändern.

      Man stelle sich vor, es gibt Krieg und keiner geht hin, ergo fände dieser auch nie statt.

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