Du befindest dich hier: Home » Politik » „Wie in der DDR“

    „Wie in der DDR“

    „Wie in der DDR“

    SVP-Arbeitnehmer-Chef Helmuth Renzler erhebt im Fall Perkmann schwere Vorwürfe gegen Generaldirektor Thomas Schael.

    Der Landtagsabgeordnete und SVP-ArbeitnehmerInnenvorsitzende Helmuth Renzler stellt sich die Frage: Sind Maulkorberlässe und Disziplinarmaßnahmen nun die neuesten Errungenschaften, um eine Gesundheitsreform durchzuführen?

    Renzler bezieht sich auf die Enthüllung der TAGESZEITUNG, laut der Generaldirektor Thomas Schael gegen den Bozner Primar Reinhold Perkmann ein Disziplinarverfahren einleiten lassen will – weil dieser seiner ärztlichen Pflicht nachgekommen ist und es gewagt hatte, auf einige Missstände hinzuweisen, welche sich im Zusammenhang mit der Anwendung der neuen EU-Arbeitszeitregelung der Ärzte in den Spitälern ergeben.

    Der Landtagsabgeordnete und SVP-ArbeitnehmerInnenvorsitzende Helmuth Renzler schreibt:

    „Das wäre auch schon besorgniserregend genug, aber es kommt noch schlimmer, denn angeblich will er am Primar Perkmann eine exemplarische Strafe statuieren und soll seine diesbezüglichen Vorstellungen schon deponiert haben, wobei dem Primar laut Schael sein Gehalt auf bestimmte Zeit um 25 Prozent reduziert werden soll. Wenn dem wirklich so ist, dann wäre dies ein unerhörter Vorfall, welcher nicht nur arbeitsrechtlich und demokratiepolitisch sehr bedenklich wäre, sondern jedem objektiven Disziplinarverfahren wiedersprechen würde.

    Es ist nur anzunehmen und zu hoffen, dass dies nicht der Wahrheit entspricht, denn sonst müsste man wohl einiges hinterfragen und notgedrungen entsprechende Maßnahmen setzen.

    Eigenartig ist aber auch, dass anscheinend niemand der Verantwortlichen die neue Arbeitszeitregelung ernst genommen hat und die entsprechenden notwendigen Vorbereitungen ergriffen hat um die Dienstleistungen an den Patienten weiterhin reibungslos gewähren zu können.

    Wer hat hier geschlafen und seine Aufgaben nicht erfüllt?

    Sind gegen die dafür Verantwortlichen auch Disziplinarmaßnahmen eingeleitet worden und wie hoch ist dann das jeweilige Strafausmaß ausgefallen? 

    Es geht hier um die Gesundheit der Südtiroler Bevölkerung, und diese hat ein Recht darauf, dass hochbezahlte Führungskräfte ihre Arbeit auch ordnungsgemäß ausführen und nicht eine Vogel-Straußpolitik betreiben und die Lösung der anstehenden Probleme vor sich hinschieben.

    Sollte sich dies herausstellen dann wären diese Führungskräfte wohl nicht geeignet ihre verantwortungsvolle Aufgabe auszuüben und dies scheint leider hier wohl der Fall zu sein, so Renzler. Warum hat der Generaldirektor Schael für seine Führungskräften einen Maulkorberlass angeordnet, so dass es ihnen sogar verboten ist, die zuständige Landesrätin über die sich ergebenden Schwierigkeiten bei der Umsetzung der zwingenden EU-Arbeitszeitregelungen zu informieren.

    Hat hier etwa jemand etwas zu verbergen oder weiß man einfach nicht mehr weiter? Diese Vorgangsweise scheint aber System im Sanitätsbetrieb zu haben.

    schaelMan denke nur an das angestrebte Disziplinarverfahren gegen den Sterzinger Primar Franz Ploner, der es auch gewagt hat, für seine Ansichten im Interesse der Wipptaler Bevölkerung einzustehen, nun der Primar Perkmann – und vor einigen Wochen wurde vom Generaldirektor auch seinen Bezirksdirektoren das Reden in der Öffentlichkeit verboten.

    So irgendwie fühlt man sich in die Ex-DDR zurückversetzt hinsichtlich der freien Meinungsäußerung.

    Es spricht wohl auch nicht von großen Führungsqualitäten, wenn man durch Disziplinarmaßnahmen und Maulkorberlässen Entscheidungen durchsetzen muss bzw. organisatorische Mängel decken muss.

    Die SVP-Arbeitnehmer werden aber auf jeden Fall mit Landtagsanfragen und anderen Maßnahmen dafür sorgen, dass die notwendige Gesundheitsreform in absoluter Transparenz und mit Einbeziehung aller Betroffenen durchgeführt wird, wobei allerdings vorher klar definiert werden muss, wie viel Prozent des in Südtirol erwirtschafteten Bruttoinlandproduktes Südtirol für seine öffentliche Gesundheitsversorgung auszugeben bereit ist, denn erst dann kann eine von der gesamten Bevölkerung mitgetragene Reform durchgeführt werden.

    Disziplinarmaßnahmen, Maulkorberlässe und andere ähnliche Maßnahmen tragen sicherlich nicht dazu bei, das notwendigen Vertrauen bei allen Akteuren aufzubauen.“

    Clip to Evernote

    Kommentare (24)

    Lesen Sie die Nutzerbedingungen

    • Arbeiter

      Renzler ist profilierungssüchtig und macht auf Kosten der Partei billige Polemik!

      Aber der Wähler durchschaut dies!

      • Meinland

        Arbeiter (falscher)
        ich bin überzeugt, Herr Renzler handelt richtig und setzt sich für seine Gruppierung ein, und ich weis auch, dass die SVP-Partei auf Kosten der Arbeitnehmer (Stimmvolk) überlebt.
        „Aber der Wähler durchschaut dies!“

        • Garuda

          @Meinland

          Interessant, dass hier Ärzte als Arbeitnehmer hingestellt werden. Bei solch hohen Einkommen können Sie ruhig als Unternehmer gelten, denn nicht jeder Selbstständige hat ein solches Jahreseinkommen.

          • Frutiloop

            Entschuldigung… aber was ein Arzt leistet, welcher 12 Jahre studiert und seinen Facharzt macht und das was bei etwaigen Fehlern an Haftungsplicht ansteht…. ein Unternehmer geht Bankrott und basta, ein Arzt geht im worst case in den Knast.

            Natürlich sind es Arbeitsnehmer und keine Selbständigen nur weil Sie neidisch sind auf Personen die mehr verdienen ändert das nichts an ihrem Status.
            Apropos verdienen…. warum kommen keine Jungmediziner mehr heim nach Südtirol???? Da hier neben dem undurchsichtigen Bürokratius und Vetternpolitik auch deutlich weniger zu verdienen ist, die Anerkennung für ihren Einsatz nicht gewürdigt wird (siehe ihren Kommentar) und zu guter letzt, die Ausbildungsmöglichkeiten im Vergleich mit Österreich, Deutschland oder der Schweiz einfach lächerlich sind.

            Kurz: Extremer Futterneid wobei ja die Medien teilschuld sind (Veröffentlichung der Ärztegehälter), schlechte bis keine Ausbildungsmöglichkeit (Gewisse Fächer gibs gar nicht in Südtirol)
            und unzumutbare bzw. illegale Arbeitsverhältnisse (es gibt ja EU-Gesetze die was anderes vorschreiben).

            Aber schreien Sie nur fest… Die Ärzte sind zu wohlhabend… mehr Steurern … weniger Geld ….. und wenn Sie dann einen Arzt brauchen was dann… dann gibts keinen mehr…. alles im Ausland oder in Privatkliniken… und wehe man ist nicht privatversichert….

    • laggl

      Kommt dieser Sanitätsdirektor sicherlich aus der ex DDR:
      warum müssen wir Südtiroler so einen Mann erdulden??
      Antwort.
      Weil dieser Mann , wenn er genug Mist gebaut hat , so schnell wie möglich wieder übern Brenner flüchten kann , weil kein einheimischer könnte es wagen sich so zu verhalten , natürlich mit voller Unterstützung von unserer hochgelobten Landesrätin.

    • Garuda

      Ich finde Herrn Renzler seichter als Wasser, eigentlich sollte er sich schämen, immer wieder in die Suppe zu spucken, aus der er seit seiner Kindheit löffelt.

      Dabei ist es gerade er, der auf einer sicheren Liste kandidierte und daraus seine goldene Pension weiter vergolden kann.

      Wenn er schon so gern Opposition spielt, frage ich mich allmählich, warum er denn nicht gleich bei einer Oppositionspartei kandidiert hat, oder war ihm das Risiko auf deren Listen nicht sicher in den Landtag zu kommen, zu groß?

      Gerade er spricht von DDR, war er doch in einem Staatsbetrieb tätig und ist als solcher golden pensioniert, wo heute ein einziger Sauhaufen vorliegt. Sogar jene Institution wäre unter der sterbenden DDR besser geführt worden, als im demokratischen Italien.

      • Meinland

        Garuda@
        Ihre Aussage ist ganz nach SVP -Manier; kuschen oder austreten. Sie sind der Abschaum dieser Partei.
        Das ist eine Feststellung, sie brauchen nicht antworten. Ich reagiere nicht mehr?

        • Garuda

          @Meinland

          Als Abgeordneter ist man einer gewissen Parteilinie verpflichtet. Wenn für Sie das Abschaum ist, dann sagt das mehr über Sie als über mich aus.

          • Günter Reichard

            Ein Abgeordneter ist seinen Amtseid verplichtet und sonst gar nichts.
            Das haben viele Parteigänger vergessen

            • Garuda

              @Günter Reicherd

              Das mag so sein, was aber ein demokratiepolitischer Schwachsinn ist, denn Italien lebt vor, was allein dem Amtseid verpflichtet zu sein, für Blüten treibt und Parteigründungen am laufenden Band erzeugt.

              Ich bin mir sicher, dass Herr Renzler zuallererst wegen der Partei und dann erst im Rahmen der Vorzugsstimmen in DEN Landtag gewählt wurde

              Oder sieht bei Ihnen Demokratie bedenklicherweise anders aus?

    • Sachlichkeit

      Kann hier den Renzler nur verteidigen! Dass es nämlich im Sanitätsbetrieb gewaltig knistert, ist wohl jedem bekannt. Auch dem Landeshauptmann. Wenn man sich so umhört, dann ist ein besonderer Grund im katastrophalen Personalmanagement zu sehen. Wenn dem so ist, dann sind wohl Maulkörbe und Disziplinarmaßnahmen wegen öffentlicher Meinungsäußerungen wohl die völlig verkehrte Medizin. Sie zeigen eher auf, dass intern keine sinnvollen Diskussionsmöglichkeiten bestehen, und der Betrieb mit Konflikten und Meinungsverschiedenheiten nicht angemessen umgehen kann. Moderne private Unternehmen ticken da anders. Abgesehen davon ist die Sanität ein öffentlicher Betrieb, so dass wir Bürger als eigentliche Eigentümer durchaus auch ein Recht auf solche Informationen haben.

    • hugo

      Für Herrn Renzler ist der Landtag wohl eine Nummer zu groß.

    • Docco

      Der neue DG kommt nicht aus der ex DDR , sondern aus dem Sauerland,
      Was nichts bedeutet finanziell gesehen.
      das Problem besteht darin, dass imkompetente Lokalpolitiker im Gesundheitswesen mitmischen wollen,
      Schael wurde ernannt weil kein anderer da war, eine Notlage im Mai, er soll sparen, und wenn er in 2 Jahren nicht liefert, ist er weg mit einer Megaabfindung !
      wenn inkompetente Ressortdirektoren verhandeln mit inkompetenten Gewerkschaften dann ist alles umsonst !
      es muessen neue Gesichter her, um den ewigen Gestrigen endlich einmal zu sagen, worum es geht.

      • Kismo

        Die Schlagzeile ist Alles! Im Landtag stimmt Renzler immer mit der Mehrheit, nachdem er vorher mächtig Radau gemacht hat. Er gleicht politisch mehr und mehr dem Polter-Schorsch. Was sagt der freiwillig in die zweite Reihe verbannte Fabi zum Thema?

    • Verwunderlich

      kurz um… ich könnte also auch im landtag sitzen… ich würde halt für mehr personal plädieren… meine wenigkeit kennt einige die im sanität`s betrieb arbeiten… und die sind fast alle überfordert…

    • walter

      Guten Morgen Herr Renzler!!!
      haben sie endlich das Wesen der SVP erkannt?
      Gründen sie eine Alternative zur SVP, eine ECHTE Arbeitnehmerpartei!!!

    • sepp

      ormes Südtirol mit selche Politiker wie in renzler

    • drago

      Widersprechen mit langem „ie“ (siehe Aussendung Renzler) deutet zumindest darauf hin, dass der liebe Renzler seine Aussendungen kein zweites Mal durchliest. Schnellschuß dürfte daher die angemessene Bezeichnung sein.
      Was den Inhalt angeht, frage ich mich, welcher private Betrieb es zulassen würde, dass Leitungskräfte mit eigenen kritischen Aussagen über den Betrieb an die Öffentlichkeit gehen. Die betreffenden Mitarbeiter dürften sich wahrscheinlich bei nächster Gelegenheit einen neuen Job suchen. Nur weil ein Betrieb öffentlicher Natur ist, heißt das noch lange nicht, dass jeder seine Meinung zu Betriebsinterna über die Medien bekannt geben darf und soll. Ein Betrieb, ob öffentlich oder privat, ist nun mal keine Demokratie. Auch ein Argument, dass Dr. Perkmann als Privatmann gesprochen hat, ist nicht stichhaltig. Er wurde interviewt, weil er Primar ist und nicht als x-beliebiger Privatmann von der Straße.

    • Silvius M.

      Mitunter überraschen einzelne Politiker doch auch sehr positiv, weil sie endlich mit ihrem eigenen Kopf zu denken beginnen und sich nicht vom SVP-Fraktionsdiktat einschüchtern lassen. In diesem Sinne: BRAVO Renzler für die mutigen Aussagen!

    • Fremde Federn

      Der Perkman braucht keinen Renzler…..

      Der macht das auch so….. fast eindeutig Profilierungswunsch… wie oben einer schreib.

      • Sachlichkeit

        Nun, tut er nichts, dann schweigt er eben zu allem und ist ein Mitläufer, stellt er sich dagegen, dann wird daraus ein Profilierungswunsch….. es ist nicht einfach, den Leuten gerecht zu werden.

    Kommentar abgeben

    Du musst dich EINLOGGEN um einen Kommentar abzugeben.

    2013 ® © Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH/Srl - Alle Rechte vorbehalten. Impressum | AGB | Kontakt

    Nach oben scrollen