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    Der Aufstand der Primare

    Der Aufstand der Primare

    Die Enthüllungen über die Strafaktion von Thomas Schael gegen einen aufmüpfigen Primar hat hohe Wellen geschlagen. Die Primare stellen dem Generaldirektor jetzt die Rute ins Fenster.

    von Artur Oberhofer

    Von Schlanders über Sterzing und Bozen bis nach Innichen: Die Strafaktion von Thomas Schael gegen einen aufmüpfigen Primar war gestern das große Thema im Südtiroler Sanitätsbetrieb.

    Die TAGESZEITUNG hatte enthüllt, dass Generaldirektor Thomas Schael gegen den Primar der Gefäß- und Thoraxchirurige in Bozen, Reinhold Perkmann, ein Disziplinarverfahren habe einleiten lassen. Ein Grund: Der Chefarzt habe gegen den im Oktober vom deutschen „General“ erlassenen Maulkorberlass verstoßen.

    Der Fall Perkmann zieht nur weite Kreise.

    Eine geharnischte Reaktion kommt vom Präsidenten der Primare-Gewerkschaft Hubert Messner. Der renommierte Mediziner stellt sich nicht nur voll und ganz hinter seinen Primar-Kollegen, sondern Messner argumentiert: Mit der Brechstange, also mit Disziplinarverfahren löse man keine Probleme.

    Messner schreibt in einer Aussendung:

    „Mit Befremden sind wir gezwungen gegen die Betriebsdirektion (…) bezüglich des Disziplinarverfahrens gegen einen unserer Primare Stellung zu nehmen. Dieser hat laut Betriebsdirektion gegen eine interne Regelung verstoßen, die den Primaren und Mitarbeitern des Betriebes verbietet, die eigene freie Meinung zu alltäglichen Problemen und Schwachstellen im Betrieb zu äußern.

    Am Beginn seines Auftrages hat Herr. Dr. Schael seine größte Bereitschaft zur Zusammenarbeit, gemeinsamen Mitarbeit und Vertrauen in die Primare des Betriebes geäußert.

    Ein solches Disziplinarverfahren erscheint uns nicht kohärent mit diesen seinen Aussagen.

    Wir sind der Meinung, dass die vielseitigen Probleme des Sanitätsbetriebes nicht durch Disziplinarverfahren gelöst, sondern dass diese allenfalls zur Verschlechterung der interpersonellen Beziehungen und des Arbeitsklimas beitragen.

    Zu den Aufgaben der Primare gehört auch, auf etwaige Missstände hinzuweisen, um die Sicherheit und Qualität der Patientenbetreuung sicherzustellen. Dies geschieht im Sinne einer bestmöglichen Versorgung aller unserer Patienten.

    Diesbezüglich weisen wir auf die Solidarität aller Primare hin, welche nicht bereit sind, Einschränkungen hinsichtlich ihrer freien Meinungsäußerung hinzunehmen.

    Das europäische Arbeitszeitgesetz, welches die Organisation der Abteilungen und Dienste erschwert, ist unerwartet als in Kürze umzusetzendes Vorhaben mitgeteilt worden. Durch die kurzfristige Umsetzung dieses Gesetzes, das auf lokaler Ebene mehrfache Interpretationsschwierigkeiten bereitete, mussten bereits programmierte Arbeitsabläufe abgeändert werden.

    Die Stellungnahme von Seiten unseres Kollegen (…) entspricht vollkommen der Meinung unserer gewerkschaftlichen Vertretung.

    Wir sind der festen Überzeugung dass die Meinungsfreiheit der Primare und der Mitarbeiter, die auf diesem Gebiet kompetent sind – sofern diese nicht rufschädigend oder beleidigend gegenüber einer Person oder der Institution ist –unbedingt garantiert werden muss (…).

    Falls dieses Vorgehen von Seiten des Betriebes der neuen Vision einer zukünftigen Zusammenarbeit entspricht, denken wir daran, alle Primare in den Ausschuss der ANPO aufzunehmen, damit diese die Möglichkeit erhalten ihr Grundrecht auf Meinungsfreiheit ohne Konsequenzen ausüben zu können. Wir weisen ausdrücklich noch einmal darauf hin, dass Disziplinarverfahren (…) das für die gemeinsame Zusammenarbeit notwendige Vertrauen zerrüttet.“

    Im Bozner Spital hat der Fall Perkmann für großes Aufsehen gesorgt.

    Hinter vorgehaltener Hand wird das Tun von Thomas Schael massiv kritisiert. Der „General“, der vor Monaten mit seinen kaltherzigen Aussagen zur zu den Billig-Prothesen für Senioren für Furore gesorgt hat, wird immer mehr zur Reizfigur. „Mit seiner brachialen Art vergiftet er das Klima“, so der Tenor im Bozner Spital.

    Es ist ein offenes Geheimnis, dass auch Landesrätin Martha Stocker froh wäre, wenn ihr General etwas weniger auf Elefant im Porzellanladen machte.

    Der Fall Perkmann wird zur Machtprobe. Aus vertraulichen Dokumenten geht nämlich hervor, dass der Chef der Primare-Gewerkschaft, Hubert Messner, frühzeitig deeskalierend gewirkt hatte.

    Aber Thomas Schael will an Reinhold Perkmann offenbar ein Exempel statuieren.

    Der TAGESZEITUNG liegt eine E-Mail vor, die Hubert Messner bereits am 9. Dezember dieses Jahres um 21.08 Uhr an die Generaldirektion geschickt hatte.

     

     

    DEN INHALT DER E-MAIL LESEN SIE AM DONNERSTAG IN DER PRINT-AUSGABE.

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    Kommentare (25)

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    • Andreas

      Setzt Euch zusammen an einen Tisch und spart Euch alle zusammen Euer divenhaftes Verhalten.

      Die eine Seite will die Privilegien nicht aufgeben, die andere Seite geht etwas zu direkt vor.
      Schael hat aber die Probleme in der Sanität nicht verursacht, das sollten die 200.000 Euro Primare vielleicht auch berücksichtigen, wobei ich denen die Opferrolle nicht recht abnehme.

      „Dies geschieht im Sinne einer bestmöglichen Versorgung aller unserer Patienten.“
      Solche Totschlagargumente sind in fairen Verhandlungen kontraproduktiv, da sie dem Gegenüber vermitteln wollen, dass dieser gegen das Wohl der Patienten arbeitet.

      • hahaha

        Das Arbeitszeitgesetz gibt es seit 2003, am 25.11.2014 wurde die ausnahmslose Umsetzung mit 25.11.2015 angekündigt, drei !!! Tage vor diesem Datum kommt man in den sogenannten Führungsebenen (und damit sind nicht die Primare gemeint) drauf, dass dies in der Dienstplangestaltung und Patientenversorgung problematisch sein könnte….ich würde eher ein Disziplinarverfahren gegen die zuständigen Amtsdirektoren, den Generaldirektor und die zuständigen Landesräte wegen grober Fahrlässigkeit einleiten und deren Gehälter kürzen…..welche Privilegien haben Primare eigentlich? Ich würde diese Position in gewissen Abteilungen auch um 300.000 Euro brutto nicht übernehmen….die eigene Gesundheit wird es einem danken….und ich weiss wovon ich rede…..bin (zum Glück) kein Primar….

    • Robby

      Der morgendliche, sinnfreie Kommentsr von Andreas.
      Später am Tag werden seine Statements manchmal etwas besser.

    • Criticus

      LR Martha Stocker hat nach den 2 Jahren Regierung in ihren Ämtern immer noch ein Schlamassel:
      -Als Soziallandesrätin gibt sie den Gutverdiener immer mehr Geld, so dass sich die Schere zwischen Arm und Reich mehr öffnet.
      -Flüchtlinge für Deutschland wollte sie übernehmen und ist nicht in der Lage die 100 Flüchtlinge am Bahnhof zu versorgen.
      – Erst mal Krankenhäuser schließen wollen und dann kommt man drauf, dass Italien das so nicht wollte und es Verhandlungsmöglichkeiten mit Rom gegeben hätte.
      – Der am Anfang im Himmel gepriesene und gut bezahlte Herr Schael hat wie Frau Stocker, die Lage nicht im Griff. Scheint wohl so, dass die Lohnerhöhungen nicht ihre Wirkung zeigen. Der wahre Grund wird mit einem Maulkorberlass erstickt.

      Bravo Frau Stocker!!

      Wann übernimmt jemand anderes diese Ämter??

      • luis

        frau stocker kann lieber heute alls morgen in Rente gehen .
        kann ja freiwillig die Flüchtlinge versorgen ?????worum immer
        nur der ‚#normale# Bürger bei der freiwilligen Arbeit .Politiker brauchen in Rente
        noch einen bezahltn Sessel .kriagen ja so wenig Rente .arme Mäuse
        mehr kann man woll nicht sagen .

    • Steuerzahler

      Schael offenbart sich von Tag zu Tag als zunehmend ungeeignet.

      Ich habe hier schon vor Monaten meine Meinung geäußert und vorausgesagt, dass dieser im Zickzack herumspringende Manager nicht lange bleiben wird.
      Erinnere nochmal: innerhalb der letzten 5 Jahre hat er 3 Mal Job gewechselt. Von einem Bürojob in Mailand zum Krankenhausmanager nach Sizilien, dann zur Sanität in Neapel und jetzt in Bozen. Wie soll einer mit so blitzartigen Wechseln in total unterschiedlichen Stellungen und Orten überhaupt gezeigt haben, dass er was kann und auch umsetzt ? Dazu hatte er ja nirgendwo die Zeit.
      Auf mich macht er den Eindruck, daß er nirgendwo sein Umfeld gefunden hat und nach kurzer Zeit wieder wegrennt, bevor man ihn verschickt. Wenn er denn so fähig und erfolgreich wäre, würde er doch nicht ständig wechseln und zwar immer mit vielen Hundert KM Entfernung zum vorherigen Arbeitsplatz, oder ?

      Was man von ihm in Südtirol mitbekommen hat, ist schlicht und regreifend SCHLECHT: Brachiale Aussagen zu den Prothesen, übertriebene Disziplinarverfahren um die Mitarbeiter mundtot zu machen, eine EDV-Planung mit skandalös verschleudertem Geld an genau jene Firmen und Leute, die das derzeitige EDV-Desaster der Sanität verursacht haben …

      Ich bleibe dabei: Schael passt nicht zu seinem Job sei es wegen seiner Umgangsformen und Verhaltensweisen sei es wegen seiner fachlichen Entschedungen und Ansichten. Ich denke er wird ein ähnliches Ende wie Schedl nehmen, nur wahrscheinlich etwas schneller als es bei der Sparkasse gedauert hat.

      • peter.g

        Du hast vergessen dass er auch Bücher schreibt(lässt) dass er überall präsent zu sein scheint. Seine pysische Grösse mit Fliege scheint aber entgegen seinem Wissen zu stehen da es für seine Positionen nur die Menge von Präpotenz braucht um sich als erfogreich zu verkaufen.

    • Günter Reichard

      Wenn dieser Herr Schäl auch nur annähernd die Ahnung hätte,
      wie sein arrogantes und selbstgefälliges Auftreten ist,
      hätte er in Deutschland sicher einen doppelt so hoch dotierten
      Posten in der Autobranche erhalten.
      Aber anscheinend wollte ihn in Deutschland niemand.
      Schöne Weihnachten , ein Bayer

    • roadrunner

      Normalerweise ist es üblich, dass Kritiken, Stellungnahmen usw. intern geregelt werden und nicht über die Presse zum Gesprächspartner gelangen. Ein solches Verhalten sieht man außerhalb der öffentlichen Betriebe fast nie. Meines Erachtens maßen sich die Ärzte ein wenig zu viel an- wenngleich der neue Direktor vielleicht zu „unsanft“ agiert.
      In Privatbetrieben kann ein solches Verhalten ein Kündigungsgrund sein, wie erst kürzlich in Deutschland vorgekommen.
      Nichtdestotrotz muss ein Direktor auch arbeiten können / dürfen und nicht nach 2 Monaten schon durch den medialen Dreck gezogen werden.

      • docco

        Er wurde geholt, um die Südtiroler Sanität zur Spitzenposition in Europa zu führen !
        Innerhalb der ersten 6 Monate wurde viel WEB Präsenz gezeigt, eine Fliege pro Tag,
        fast allen Berufsgruppen der Mund verboten, keines der Probleme gelöst, mittleres Manegement Chaos in allen 4 Bezirken.
        Wie Bob Dylan sagte : The times are changing ! Oder auch, nicht.

    • Aufmerksamer Beobachter

      Ganz einfach, ist wieder ein Zeichen des Versagens, Stocker &Co. haben schon lange die Kontrolle verloren, was braucht es noch der Worte.

    • störzing isch doo

      Traurig wenn sich die Primare gegen DIESEN MANN WEHREN MÜSSEN,
      UND
      sich dennoch für die Patienten zu kümmern!
      Den Ärzten ein Frohe Fest und ein grosseS- DANKESCHÖN !

    • tottele

      Ha ha , ha . Ein GUTER ist gegangenen und ein NOCH BESSERER ist gekommen !

    • bärig

      Bärig die schläl’schen Metapherwahlen: Kapitän, capitain, capit(o)ano,……….

    • Gunti

      Der Herr mit der Fliege ist nicht der Richtige für uns In Südtirol, es sollte wieder ein Weitsichtiger kann auch ohne Fliege sein angestellt werden. Wir brauchen Gute Ärzte nicht Direktoren

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