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    „Teuflische Watschen“

    „Teuflische Watschen“

    Die Renten-Neuregelung birgt für die neuen Abgeordneten eine böse Überraschung: Sie erhalten aufgrund ihres Mandats im Landtag eine niedrigere Pension, als wenn sie in ihrem alten Job geblieben wären.

    von Matthias Kofler

    Helmuth Renzler spricht von einer „teiflischen Watschen“ und von einem „sauren Apfel“, in den er und viele seiner Kollegen im Landtag nun zu beißen hätten.

    „Wir müssen eine technische Lösung finden, mit der die Abgeordneten am Ende nicht draufzahlen müssen“, fordert der SVP-Abgeordnete und Rentenexperte. „Die Rente soll zumindest nicht geringer ausfallen, als wenn wir nicht in die Politik eingestiegen wären.“

    Das neue Gesetz sieht ein brisantes Detail vor: Angestellten, die für ihr Mandat freigestellt wurden, wird von den Beiträgen der für den alten Job geltende Arbeitgeberanteil von 23,4 Prozent abgezogen.

    Das bedeutet: Der Regionalrat zahlt einem Angestellten pro Jahr nicht 25.000 Euro in den offenen Fonds ein, sondern nur 10.000. Diese Gelder müssen weiters mit 43 Prozent besteuert werden. Es bleiben also nur rund 5.000 Euro im Jahr übrig.

    Ein Abgeordneter erhält beim Renteneintritt zwar zwei verschiedene Renten: die „normale“ Rente seines eigentlichen Jobs und die Zusatzrente. „Beide zusammen ergeben aber eine geringere Summe, als wenn mein Arbeitgeber und ich fünf Jahre lang weiter ins bisherige System eingezahlt hätten“, rechnet Helmuth Renzler.

    LESEN SIE IN DER PRINT-AUSGABE: Welche Notlösung die Abgeordneten nun anstreben.

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    Kommentare (27)

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    • schnellermichl

      Richtig so es wird ja niemand gezwungen und die stattlichen Diäten wiegen diesen kleinen Nachteil wohl auf. Jeder ist ja frei wieder auszusteigen und zu arbeiten.

      • der eine

        an deinem post sieht man, was hinter der ganzen debatte steckt. reiner neid, geringschtätzung der demokratie und politikerhass.
        die größten betrüger sind aber wieder mal die medien, die ohne jegliches wissen über die tatsächliche rentenregelung und ihr verhältnis zu den renten der durchschnittsbürger die öffentlichkeit ganz bewusst aufgestacht haben und für die damals herrschende lynchmob stimmung verantwortlich sind.
        es war ein tiefpunkt der südtiroler demokratiegeschichte, der ganz allein auf das konto der völlig verdummten medien geht.

        äpfel mit birnen verglichen und ganz bewusst

        • Rasputin

          oje, „demokratiegeschichte“ und „verdumme medien“ im gleichen Satz… spätestens da hört man auf solche Beiträge zu lesen.

          Der Eintritt in die Politik ist ein freiwilliger Schritt, zu dem niemand gezwungen wird. Aber die Tatsache, dass man die Courage hat sch öffentlich aufzuregen, dass man zu wenig Geld bekommt wobei der Gehalt ein vielfaches von vielen anderem Mitmenschen beträgt, hat wohl nichts mit Christlicher Erziehung und Sozialem Verständniss zu tun.

          • der eine

            zwingt dich ja keiner zu lesen….

            aber wenn diejenigen, die sich entschedien, sich bei wahlen aufstellen zu lassen, aich noch mit finanzielle einbußen zu rechnen haben, falls sie gewählt haben, ist es mit unserer demokratie bald vorbei. wir werden zurückversetzt in vergangen jahrhunderte, wo politik nur etwas für reiche leute war und sozusagen ehrenamtlich ausgeübt wurde. wehe uns! denn dann wird es wirklich vorbei sein mit sozialer politk!

            hier schreien sowieso diejenigen am lautesten, die die fettesten beiträge vom land kassiert haben. diese brise polemik sei mir erlaubt.

        • Hofnarr

          Sie werden wohl zu diesen benachteiligten gehöhren, aber bei diesem Feuer sind schon mehrere Heizmeister dabei, da einseitige Schuldzuweisungen zu machen ist Nivealos.
          Wer zu hoch hinaus will, kann auch tief fallen; bei den Politiker war er wohl etwas zu ungebremst aber auch durch die eigene Schuld.
          „Hochmut kommt vor dem Fall“

      • saustall_kritiker

        Da zeigt dieser Arbeit-Nehmer-Chef Renzler (jawohl Nehmer, schrieb immer der Schorsch Pardeller, der jetzt auch lieber still kassiert) wohl wieder mal sein wahres Gesicht. Und Herr Renzler: Warum soll es den Landtagsabgeordneten besser gehen als den Bürgermeistern? Liebe Abgeordnete: Schaut ihr wirklich nur mehr auf euren Vorteil?

    • Silvius M.

      Angetreten, um die Renten der armen Alten zu erhöhen und jetzt das! Also bitte, wenn es zu wenig sein sollte, braucht der Regionalrat ja nur eine Novellierung des Family-Politicus-Rentengesetzes vorzunehmen und – steuerfinanziert – die Beitragsleistungen so weit zu erhöhen, bis beim Rentennetto (also nach Abzug der eigenen Steuerbelastung) das zufrieden stellende Ergebnis heraus kommt. Ist das ein Problem? Ich kann mir durchaus vorstellen, dass dies sogar ganz leicht gelingt, denn sollten die Renten der Altmandatare falsch berechnet worden sein, tut man sich mit einer Novellierung sehr leicht und kann mit Fingerzeig auf die Altmandatare – schwuppdiwupp – wieder selbst kräftig am Honigtopf mitnaschen

    • Peter

      Somit finanzieren sie die fetten Pensionen ihrer Kollegen der vorhergehenden Legislaturen. Dies soll so lange aufrecht bleiben, bis sie ein ordentliches Gesetz für eine faire Rentenbehandung ausarbeiten,

    • Mann

      Um in Zukunft alle Pensionisten zu erhalten, darf die Rente für alle nicht hòher als 2000 euro sein. Da kann man endlich auch diese miserablen Mindestrenten erhòhen und alle kònnten halbwegs gut leben. Es kann nicht sein, dass es Pensionen von über 10.000 euro gibt. Diese Leute haben ihr ganzes Leben schon genug und zu viel davon erhalten und sollten in der Zeit sparen, wenn sie unbedingt im hohen Alter so viel Geld brauchen.

      • Informatiker

        Ganz genau. Und nicht nur das. Diese Leute haben so viel verdient, dass sie sich längst schon ein Eigenheim bauen oder kaufen konnten, sodass sie im Alter keine Miete mehr bezahlen müssen. Und ihr Sparbuch ist auch prall voll. Eigentlich müssten sie sogar weniger Pension kassieren als der Durchschnittsbürger, da sie schicht weniger brauchen.

    • Cirimoia

      Mir kimmt zu rearn, wearn de „onorevoli“ in die alten Tage nocher gor no betteln miasn?
      Nor isch woll höchste Zeit, dass eine Mandatbeschränkung auf 2 Amtsperioden eingeführt wird, um einer Verarmung der Berufspolitiker vorzubauen.

    • Verwunderlich

      ganz ein bisschen nur… einen ehrenamtlichen gedanken dazu denken… und die pension reicht aus…

    • Unternehmer

      Kann nicht verstehen, dass ein Rentenexperte wie Hr. Renzler erst jetzt nach 2 Jahren drauf kommt, dass seien Rentenbezüge höher versteuert werden. Seit 2 Jahren haben wir nur dieses eine Thema. Hoffe in anderen Bereichen arbeiten die Abgeordneten professioneller.

      • Walter Mair

        @Unternehmer
        Renzler entwickelt sich immer mehr in seinem Verhalten zu dem des „Ex Gewerkschaftsbosses Pardeller hin! Wie sich der,als er in den Landtag dann aufgeführt hat ist Allen bekannt….

    • Sepp1

      vom überzogenen Gehalt der Politiker spricht niemand, niemand wird gezwungen zu kandidieren, Herr Renzler kann auch wieder als Rentenexperte bei der IMPS arbeiten, wenn er von einer „teiflischen Watschen“ spricht bzw. ihm vorkommt, dass er zu wenig verdient.

    • Specht

      Herr Renzler ist in einigen Jahren in Pension (:-)

    • Darwin

      Es gibt ja auch noch die Caritas und Mietbeiträge vom Land, wenn alle Renditen den Bach runter sind……………..

    • Nirvana

      Ich schlage vor ein Spendenkonto „Politiker in Not“ für Renzler und Co einzurichten!

    • gaga

      I wort auf den dr.dollfuss, phal, kommentar

    • checker

      Meine Vorstellung wäre, dass man Politik aus Überzeugung machen sollte und nicht wegen der Entlohnung. Punkt.
      Bezüglich Watschn: Die gesamte junge arbeitende Generation und der Mittelstand lebt dann vermutlich mit einer konstanten Watschn, denn die Gehälter sind so, dass sie kaum zum Leben reichen. Dies ist die bittere Wahrheit, aber die ältere Generation und Politiker sind dermassen weit weg von der Realität, dass sie diesen Fakten nicht erkennen. Wenn die Teller beim Grossteil der Menschen immer leerer werden, sprich die Ungleichheit steigt, erzeugt dies Unfrieden.
      Dies sollten sich die Menschen bewusst werden.. Ich bin sowieso der Meinung, dass das jetzige politische System nicht Bestand haben wird, denn eines ist klar: Die jetzige Generation steht mehr oder weniger vor dem Nichts, aber vor einem grossen Schuldenberg.
      Also zieht euch warm an.

    • MarkP

      Die Aussage Renzis – unabhängig ob die Gesetze für Gerechtigkeit sorgen oder nicht – bringen es ja zu Tage: wer in die Politik geht, tut dies vor allem um mehr Kohle zu machen. Also nix dahinter mit: Idealismus, arbeiten FÜRS „dumme“ Volk… 🙂

    • LUDWIG

      ……und mit jenem Geld, das den Politikern weniger ausbezahlt wird, bei den Rentnern aufstocken, die mit ihrer Pension monatlich kaum über die Runden kommen – vor den Wahlen versprochen, bis heute nicht gehalten. Jene, die für dieses Nicht-Einhalten verantwortlich sind, sollen sich schämen!

      • Berni

        Das nennt man Jammern auf höchsten Niveau! Denkt mal bitte an alle die eine Pension von nicht mal 500.- € kassieren. Ja was glaubt Ihr was Ihr seit und was Ihr leistet, es gibt keine Rechtfertigung fuer Euere unverschämten Forderungen. In Nordtirol kassieren die Politiker gerade mal die Hälfte und dafur ist aber die Mindest Rente bei 800.- € . Von wegen gratis Politik , jeder Arbeitnehmer, und davon gibt es genügend , würde sich alle zehne abschlecken bei einem Gehalt von 3.000.- € !

    • iPinktl

      Mein Mitleid hält sich in Grenzen, da das Ganze dem Umstand geschuldet ist, dass diese Herren es gewohnt sind ihre eigenen Gesetze zu machen. Hätten sie ein allgemein gültiges Rentengesetz übernommen, welches für den normalen Arbeitnehmer auch gilt, wäre sowas mit Sicherheit nicht passiert.

      Wobei, die besagten Herren und Frauen werden schon zu ihrem Recht kommen. Wir sind es ja gewohnt, der Rest bleibt dann halt mal liegen.

    • G G

      Unser westlich-modernes Kultur- und Wertesystem führt sich selbst ad absurdum … dass es solche Themen überhaupt gibt, sind nur kleine „Grippe-Symptome“ davon. Kein Wunder, dass uns indigene Indianer „kleine Brüder“ nennen.

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