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    „Schwierige Entscheidung“

    Von den 101.097 Minderjährigen in Südtirol werden 3854 von den Sozialdiensten begleitet. In 6,9 Prozent der begleiteten Situationen wird das Kind zeitweilig in einer Pflegefamilie oder in einer Einrichtung untergebracht.

    „Die Entscheidung, ein Kind aus einer Familie zu nehmen, wird dabei im engen Netzwerk von verschiedenen Fachdiensten und Fachkräften gefällt – und ist nie eine leichte“, erklärt Landesrätin Martha Stocker.

    Das Aufwachsen von Kindern in einem geschützten Umfeld sei in erster Linie Aufgabe der Eltern, aber nachgeordnet auch der Gesellschaft und des Staates.

    Können Eltern ihrem Auftrag nicht gerecht werden, springen die Behörden ein.

    Martha Stocker

    Martha Stocker

    Der Kinder- und Jugendschutz, so die Landesrätin am Dienstag, sei dabei stets bemüht, durch geeignete unterstützende Maßnahmen dafür zu sorgen, dass ein Kind in der eigenen Familie aufwachsen kann.

    „Die Unterbringung eines Kindes in einer Pflegefamilie oder in einer Einrichtung ist dabei die letzte Möglichkeit, einem Kind Schutz zu bieten und den Eltern die notwendige Zeit zu geben, um die schwierige Situation in der Familie zu bewältigen“, erklärt Landesrätin Stocker.

    Die Gründe für solche Situationen seien vielfältig: eine schwierige Kindheit der Eltern, Abhängigkeitserkrankungen, Arbeitslosigkeit, Trennung, psychische Erkrankungen, Beziehungsprobleme.

    „Die Angebote einer regelmäßigen Begleitung und Beratung der Familie ist dabei nicht immer ausreichend, oft wird auch die gebotene Unterstützung abgelehnt oder nicht in Anspruch genommen“, berichtet die Direktorin des Landesamtes für Kinder- und Jugendschutz und Inklusion Petra Frei.

    „Kommt es zu Risikosituationen, die das Wohl des Kindes unmittelbar gefährden, kann eine Entscheidung des Jugendgerichtes zur zeitweiligen Unterbringung außerhalb der Familie daher die letzte Möglichkeit sein, um den Schutz des Kindes zu gewährleisten.“ Dabei seien die Sozialdienste stets der Kritik der Öffentlichkeit ausgesetzt, falsch zu handeln – wenn sie einschreiten, aber auch wenn sie nicht tätig werden und sich eine Situation später als kritisch herausstellt.

    Bevor es jedoch zu einer Fremdunterbringung kommt, muss die Familiensituation eingehend abgeklärt werden. „Einer solchen schwerwiegenden Entscheidung liegen Einschätzungen von verschiedenen Behörden und Stellen zugrunde, die sich ihrer Verantwortung durchaus bewusst sind“, unterstreicht Frei.

    Von den 101.097 Minderjährigen in Südtirol werden 3854 von den Sozialdiensten begleitet. In 6,9 Prozent der begleiteten Situationen wird das Kind zeitweilig in einer Pflegefamilie oder in einer Einrichtung untergebracht (Stand zum 31.12.2014).

    Die zuständigen Sozialdienste können dabei aus Datenschutzgründen nicht auf konkrete Fälle eingehen und zu einzelnen Situationen Stellung nehmen, um das Wohl der Kinder nicht zu gefährden. „Gerade deshalb ist es wichtig, mit diesem Thema sehr vorsichtig und sensibel umzugehen“, appelliert Frei.

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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    Kommentare (16)

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    • ......

      Hintergrund: 3854 Kinder werden per monitoraggio von Sozialassistenten drangsaliert. dafür zahlt die Provinz monatlich 13.489.000€ an die Gemeinden, den Sprengels.
      161.868.000 Millionen im Jahr. Das ist eine Geldwäsche der übelsten Art. Das Geld ist natürlich Steuergeld, keiner wagt es einzugreifen weil hochsensibles Thema usw. Diese Anzahl der überachten Familien ist so hoch, dass jedem der Schwindel ins Gesicht springen müsste.

    • Pepi

      Den Menschen wird, durch das übertriebene Sozialsystem, die Eigenverantwortung genommen. Eigenverantwortung und Leistungsbereitschaft werden mit diesem „Gießkannensystem“ (Sozialsystem) zerstört. Ich spreche aus eigener Erfahrung:
      Musste mein Studium mit Leihgeld finanzieren, kleine Existenz aufgebaut, mit enormen Leistungseinsatz, auch täglich bis zu 16 Arbeitsstunden. Nun keine Rentenerhöhung, aber dafür überall zahlen, zahlen, zahlen…Fleiß und Leistung zahl sich nicht mehr aus….. , dann wird noch über ein Mindestlohn diskutiert, wo führt das hin…wer soll das bezahlten?

    • Yannis

      es ist einfach eine Schweinerei das man sich der schwächsten (KINDER) in unserer Gesellschaft bedient um ein Heer von Sozialdienstlern, Psycho-Pfuschern (manche nennen sie Gehirnwäscher) und sonstige Wichtigtuer zu alimentieren.

      • ......

        es ist genau der Bereich, die Kinder, der ihnen Narrenfreiheit gibt, weil sie eben die Kindesrechtkeule schwingen. genau hier, wo ein Heer an Solidarität seitens der Mitbürger explodieren müsste, Eltern und Kinder vor Institutionen zu schützen, schauen alle weg. aus Angst dann selber angegriffen zu werden, aus Angst die Assistenten könnten im Recht liegen. das ist leider sogut wie nie der Fall. nie. sobald die Einstellung “ wird schon etwas dran sein“ endlich kehrtwende nimmt, und die Mitmenschen sehen, dass es eben genau nicht so ist, sondern anfangen den Eltern und Freunden der Eltern zu glauben, haben diese kleinen Mäuse eine Chance Hilfe zu bekommen.

    • tottele

      Möchte allzugerne wissen wo so manche Papiere gelandet sind , aber zum Glück habe ich überall Kopien und alle verschwunden Zettel liegen jetzt bei meinem Anwalt . Die Abfahrt hat begonnen und mir wurde gesagt , dass das was ich hier vollbracht habe noch niemand imstande war . Unsere Situation kann man nicht mehr rückgängig machen , aber hoffentlich ist anderen Kindern damit geholfen .

    • Yannis

      @tottele
      >>>Unsere Situation kann man nicht mehr rückgängig machen , aber hoffentlich ist anderen Kindern damit geholfen .<<<

      dies mit den verschwundenen Papieren kenne auch ich all zugut, als unser Kinderarzt wegen unseren Sohnes diese von der Geburtenstation einforderte um den Verlauf der Geburt (Sauerstoffmangel) nachzuverfolgen waren diese einfach nicht mehr auffindbar.
      Da hat man noch nicht mal Möglichkeit besessen Kopien anzufertigen.
      Wenn Du aber als Normalbürger Deine Steuerrelevanten Papiere nicht 10 Jahre lang jederzeit
      herausrücken kannst, bist je nachdem richtig dran.
      Oder wenn Du irgendwo mal 20 Kmh zu schnell unterwegs warst steht es zuverlässig über Jahre im Verkehrsregister und wenn Du nur mit dem Smartphone unterwegs bist, wird Dein Bewegungs-Profil gespeichert (Vorwand ist wegen dem Terrorismus) wobei wie sich gezeigt hat eh keine Terroranschläge verhindern lassen.
      Zurück zu meinen Sohn: er ist seit der Geburt 80% Schwerbehindert und ich habe mit Hilfe meines Anwalts bis zu den höchsten Instanzen klagen müssen, damit er wenigsten das bekommt was ihn vom Gesetz her zusteht.
      Weil selbst Amtsbürokraten geltendes Recht "beugen" um den Staat Kosten zu ersparen, wie sagte mein Anwalt, die wissen ganz genau, das sich höchstens 2 von 10 wehren und ihr Recht einklagen, somit haben sie trotz der zwei verlorenen Prozesse einen ordentlichen Vorteil für den Staat herausgeholt und steigen im internen "Ranking" (Beförderung usw.) schneller auf.

    • Tottele

      @Yannis
      Tut mir leid was mit deinem Sohn als Baby passiert ist . Verdruss und Ärger lassen einem nicht mehr los , weil ich kenne das auch . Ich möchte dir trotzdem viel Freude mit dem Jungen wünschen und zieh deine ganze Kraft aus dir und bleib hart und ehrlich und du wirst manchmal auch in der Dunkelheit ein Lichtlein sehen und genau dann musst du deine Kraft einsetzen .Von Herzen einen lieben Gruß !

    • Yannis

      @Tottele,

      Ja vielen Dank ! wünsche Dir und Deiner Familie von Herzen schöne und friedliche Weihnachten !

      herzliche Grüße
      Yannis

    • tottele

      @Yannis
      Danke , friedliche Weihnachtszeit der ganzen Familie !

    • Tutte

      Was geschieht eigentlich mit den sehr vielen sexuell geschändeten Kinder in Südtirol? Gibt es für sie trotz Bürokratie Hilfe oder werden ewig Experten zu Rate gezogen ehe man trotz Beweislieferung einschreitet? Ich finde diese Thema wird immer noch tabuisiert – auch in dieser Zeitung! …und es gibt richtig grausige Fälle in Südtirol, in allen Landesteilen, wie ich erfahren habe. Anscheinend erachtete es nicht wirklich jemand hier einzuschreiten – lieber will man die scheinheilige Idylle im Dorf erhalten wissen!

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