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„Linker SVP-Obmann“

Wie die Freiheitliche Ulli Mair auf die CLIL-Unterrichtspläne von Landesrat Philipp Achammer reagiert.

Scharfe Worte der Kritik findet die freiheitliche Landtagsabgeordnete Ulli Mair in einer Pressemitteilung auf die Ankündigung von Bildungslandesrat Philipp Achammer, den CLIL-Unterricht, sprich den Fachunterricht in der Zweitsprache, an Südtirols Oberschulen fortzuführen und auszuweiten. Achammer hat diese Maßnahme kürzlich im Rahmen eines Maßnahmenpakets zur Förderung der Mehrsprachigkeit vorgestellt.

„Vorneweg begrüßen wir Freiheitliche, dass die Landesregierung in ihrem Maßnahmenpaket den sprachlich-kommunikativen Aspekt des Zweitsprachenunterrichts stärken möchte. Wir können Landesrat Achammer beipflichten, den Zweitsprachenunterricht weg von einem auf Literaturgeschichte ausgerichteten hin zu einem kommunikationsorientierten Unterricht zu führen. Dies ist eine alte Forderung der Freiheitlichen, der nun endlich Rechnung getragen wird“, lobt Mair einleitend.

„Was ich hingegen überhaupt nicht gutheißen kann, ist die von Achammer angekündigte Fortführung des sogenannten CLIL-Unterrichts sowie dessen Ausweitung auf die zweite und dritte Klasse der Oberschule. Vor einer solchen Maßnahme habe ich bereits vor zwei Jahren gewarnt, habe sie jedoch leider früher oder später erwartet“, bedauert Mair.

„Es muss festgehalten werden, dass die CLIL-Methode nichts anderes als Immersionsunterricht ist und sie eine große Gefahr für den existenziell wichtigen Muttersprachenunterricht unserer deutschen Volksgruppe darstellt. Ich glaube kaum, dass unsere Vorfahren im vergangenen Jahrhundert für deutsche Schulen in Südtirol gekämpft haben, damit sie heute von SVP-Opportunisten leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden“, betont die Freiheitliche Abgeordnete.

„Die Entscheidung für die Ausweitung des CLIL-Unterrichts offenbart erneut, wie linksorientiert SVP-Obmann und Bildungslandesrat Achammer sowie Landeshauptmann Kompatscher sind und wie abhängig die gesamte SVP von ihrem Bündnispartner PD ist. Dass diese Entscheidung nicht ein einziges kritisches Wort innerhalb der SVP hervorruft, zeigt deutlich, welche Rolle die Volkstumspolitik in dieser Partei noch spielt – nämlich gar keine mehr“, unterstreicht Mair.

„Abgesehen von der Gefährdung des Muttersprachenunterrichts senkt die CLIL-Methode das Niveau des Fachunterrichts, da nicht jeder Oberschüler diesem in der Zweitsprache problemlos folgen kann. Weiters kann der CLIL-Unterricht juristische Probleme mit sich bringen, wie der Schützenbund richtig hinweist. Rekurse infolge negativer Noten könnten die Folge sein, da der Fachunterricht in der Muttersprache durch unser Autonomiestatut gesetzlich garantiert ist. Die Landesregierung täte also mehr als gut daran, den CLIL-Unterricht aus ihrem Maßnahmenpaket zu streichen und dieses leidige Sprachexperiment endgültig zu verwerfen“, fordert Mair.

„Ob Landesrat Otto Saurer, Landesrätin Sabina Kasslatter-Mur oder der so genannte Erneuerer Philipp Achammer: Alle vermeiden sie es gleichermaßen, Fehlentwicklungen im Fremdsprachenunterricht zu beheben, die seit Jahrzehnten bekannt sind. Gleichermaßen setzen sie dogmatisch und rein ideologisch auf Mischexperimente, während es ein regelrechter Skandal ist, dass Fehler am bestehenden Fremdsprachenunterricht nicht behoben werden. Oft genug wurden diese Fehler von allen Seiten angesprochen und Verbesserungen angekündigt. Konkrete Taten blieben natürlich bis heute hin aus“, führt die Freiheitliche Abgeordnete fort.

Mair regt in diesem Zusammenhang eine Arbeitsgruppe all jener gesellschaftlichen und politischen Kräfte an, denen es wirklich um eine Verbesserung des Fremdsprachenunterrichtes bei gleichzeitiger Wahrung der deutschen und ladinischen Identität geht.

„An dieser Arbeitsgruppe sollen jene Kräfte mitarbeiten, die heute effektiv Verbesserungsmaßnahmen zu präsentieren haben und die nicht wie PD, SVP und Achammer an ihrer gemischtsprachiger Dogmatik festhalten. Konkret denke ich neben den patriotischen Parteien vor allem an den Schützenbund, an den ASGB, an den SVP-Bezirk Unterland und an viele weitere gutmeinende Verbände und Einzelpersonen, denen es um Südtirol und nicht um anderweitige Interessen geht. Denn Landesrat Achammer setzt leider die veraltete Bildungspolitik seiner Vorgänger fort. Inwiefern das eine Erneuerung sein soll, kann er dann am Ende seiner Legislatur erklären!“, so Mair abschließend.

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