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    Aktenzeichen Sparkasse

    Die Staatsanwaltschaft Bozen hat Vorerhebungen zum Prüfbericht der Banca d`Italia zum 231-Millionen-Euro-Verlust bei der Sparkasse aufgenommen.

    von Thomas Vikoler

    Im Bankenwesen hat alles seine vorgegebene Ordnung:

    Zuerst kommt eine Inspektion der Prüfer der Banca d`Italia, die im konkreten Fall der Südtiroler Sparkasse fünf Monate gedauert hat – von Mai bis November 2014.

    Dann, am 30. Juni dieses Jahres, folgte der offizielle Prüfbericht, der gleichzeitig den Ausgangspunkt für ein Sanktionsverfahren bildet. Innerhalb von 270 Tagen, also im kommenden Frühjahr, wird feststehen, welche Strafen gegen welche Bank-Verwalter verhängt werden.

    „Was dabei herauskommt, ist offen“, kommentiert Gerhard Brandstätter, seit Mai 2014 Präsident der Sparkasse. Er selbst ist von der Kritik der Banca-d`Italia-Prüfer nicht berührt – im Gegenteil, die im zweiten Halbjahr 2014 vorgenommenen Änderungen werden ausdrücklich gelobt.

    Im Prüfbericht vom 30. Juni, der sich vornehmlich auf die Jahre 2013 und 2014 bezieht, sind eine Reihe von Verfehlungen aufgelistet: Leichtfertige Kreditvergabe, mangelndes Risikomanagement, nicht funktionierende Abläufe innerhalb der Bank. Auch persönliche Verantwortlichkeiten. Die Sparkasse hat im April dieses Jahres bekanntlich für das Jahr 2014 einen Verlust von 231 Millionen Euro ausgewiesen, der nun weitgehend von der geendeten Kapitalerhöhung aufgefangen wurden.

    Den Sparkassen-Verwaltern droht nun weiteres Unbill:

    Der Prüfbericht der Banca d`Italia liegt inzwischen auf dem Schreibtisch des Bozner Oberstaatsanwalts Guido Rispoli. Er hatte Hinweise erhalten, dass das Dokument der Banca d`Italia strafrechtlich Relevantes enthalten könnte und es aus eigener Initiative angefordert. Die Initiative Rispolis befindet sich derzeit im Status einer Vorerhebung ohne Tatverdächtige und ohne Tathypothese.

    Die Carabinieri-Sondereinheit ROS (und nicht etwa die Finanzwache) wurde beauftragt, sich des Falles anzunehmen. Nun wartet man erstmal auf die Ergebnisse des Sanktionsverfahrens.

     

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    Kommentare (5)

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    • Andreas

      Grande Franceschini, Brandstätter scheint ja omnipräsent zu sein, danke Sir Brandy, dass sie sich so rührend um die Sparkassse kümmern. 🙂

    • epolus

      HerrlFranceschini: Vielen, vielen Dank für Ihre Arbeit!!! Wiehert hier wieder das System Südtirol? An alle User: Kauft das Buch“Bankomat“!!!

    • Steuerzahler

      Dank der Staatsanwaltschaft kommt jetzt endlich Licht in die trübe undintransparente Geheimnistuerei der Sparkasse.

      Solange es nur am heutige Verwaltungsrat liegt, wird ja nie ein Anzeige gegen die Vorgänger ergehen. Keiner der jetzigen Verwaltungsräte will wirklich eine lückenlose und vor allem öffentliche Aufdeckung der Schuldigen für das Desaster. Denn niemand will riskieren, dass die Verbindungen und die Verantwortung der Parteibonzen, deren Freundesfreunde und der Stiftung aufgedeckt werden. Das würde richtig weh tun.

      Bleibt nur zu hoffen, dass der Staatsanwalt unbeeindruckt bleibt, und den langjährigen Häuptlingen des sumpfigen System-Südtirols endlich mit voller Wucht „in die Fresse haut“.

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