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    „Jagd ist nicht Spaß“

    „Jagd ist nicht Spaß“

    Bei der Verleihung der Diplome an die neuen JägerInnen ging es um die Jagd ohne Ehrfurcht und um die ethisch korrekte Einstellung zur Jagd.

    Ein Nachdenken über die Jagd bildete am Mittwoch Abend den Auftakt der schlichten Feierstunde für die frisch diplomierten Jägerinnen und Jäger in der Forstschule Latemar oberhalb von Welschnofen. Doch nicht nur die Diplomfeier war neu: Auch die Jägerprüfung wurde heuer in neuer Form abgenommen.

    „Jägerinnen und Jäger“, sagte Landesrat Arnold Schuler, „sind in erster Linie Heger und Pfleger“.

    Bildschirmfoto 2015-12-10 um 10.07.09Die Ausübung der Jagd ist Verantwortung und Auftrag, Jäger sind Naturexperten und Naturschützer und Partner der Land- und Forstwirtschaft. Diese Einstellung gelte es auch nach außen zu vermitteln, um eine positive Stimmung der Jagd gegenüber zu erzeugen.

    Die Befähigungsnachweise werden seit diesem Jahr laufend verschickt, um den Antrag um den Jagdgewehrschein nicht zu verzögern. 101 Männer und 23 Frauen haben in diesem Jahr die Jagdbefähigung erlangt; rund 40 neu diplomierte Jägerinnen und Jäger haben an der Feier mit Fachvortrag in der Forstschule Latemar mit Landesjägermeister Berthold Marx, Abteilungsdirektor Paul Profanter und den Mitgliedern der Prüfungskommission teilgenommen.

    Anliegen der neu konzipierten Prüfung ist es, die Vorbereitung der Jäger und Jägerinnen zu verbessern und auch praxisnäher zu gestalten. Mit dem schriftlichen Quiz und den vorab veröffentlichten Fragen, unterstrich der geschäftsführende Direktor des Amtes für Jagd und Fischerei Andreas Agreiter, sei ein fairer Modus gefunden worden; die mündlich-praktische Prüfung ist geblieben, weil Waffenhandhabung, Wildtiererkennung oder Spurenlesen nicht mit einem Quiz abgefragt werden können. Ein Praktikum in einem Revier oder ein Kurs für Jungjäger sind ein zusätzliches Angebot und bieten die Gelegenheit, gut für die Jägerei gerüstet zu sein.

    Paolo Molinari mit LR Arnold Schuler

    Paolo Molinari mit LR Arnold Schuler

    „Jagd ohne Ehrfurcht und ethisch korrekte Einstellung ist nicht zukunftsfähig“, mahnte Wildbiologe Paolo Molinari in seinem einstündigen Vortrag „Weidwerk heute: Was will der Jäger? Was die Gesellschaft?“ an.

    Die Jagd, führte er aus, habe viele dunkle Seiten, die bewältigt werden müssten, aber auch viele positive, auf denen Jungjäger aufbauen können und die nach außen kommuniziert werden sollten. „Die Jagd muss gut ausgeführt werden“, appellierte er an die Jungjägerinnen und Jungjäger. So solle sich die Jagd etwa nicht auf Trophäenjagd beschränken; in der Dämmerung und in der Nacht und mit unerlaubten Hilfsmitteln wie Lichtquellen und Nachtsichtgeräten dürfe nicht geschossen werden, ein Schuss müsse immer sicher angebracht werden. „Jagd ist nicht Spaß oder Spiel oder ein Hobby“, unterstrich der Wildbiologe, der selber Jäger ist: „Im Mittelpunkt der Jagd sollen Ziele wie Erhaltung von Lebensräumen und Wildbeständen stehen“.

    Zur Jägerprüfung sind in diesem Jahr insgesamt 390 Kandidaten und Kandidatinnen angetreten, legte Abteilungsdirektor Paul Profanter dar: 284 Kandidaten und Kandidatinnen haben die Theorieprüfung abgelegt, bestanden haben das Quiz 245 (89 Prozent). Mündlich positiv abgeschnitten haben 211 (84 Prozent), davon hatten bereits 76 die Schießprüfung der Vorjahre positiv bewältigt. Den theoretischen Teil haben insgesamt 74 Prozent bestanden; davon sind acht Kandidaten zur Zusatzprüfung (nur mündlich) angetreten, sechs von ihnen erfolgreich. Der Schießprüfung gestellt haben sich 106 Kandidatinnen und Kandidaten, bestanden haben 71, das entspricht 67 Prozent. 56 Prüfungsabsolventen haben den Jungjäger-Praxiskurs besucht, 68 Prüfungsabsolventen haben das Revierpraktikum absolviert.

    145 Reviere kraft Gesetzes gibt es in Südtirol, dazu kommen 51 Eigenjagden. Im vergangenen Jahr wurden in Südtirol 6054 aktive Jäger und Jägerinnen gezählt, fünf Prozent davon sind weiblich. Die Zahl ist ständig angestiegen: von 5169 Jägern vor 20 Jahren auf 6002 vor zehn Jahren. Jedem Jäger bzw. jeder Jägerin stehen durchschnittlich 100 Hektar Jagdfläche zur Verfügung.

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    Kommentare (23)

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    • Ploner Helmuth

      Schon wieder ein paar „Flintenweiber“ mehr…

    • Spaltpilz

      „Jagd ist nicht Spaß” – Wieder ein Lugenbeitel mehr!

    • Mike

      Heger und Pfleger, dass ich nicht lache!

      bin neulich durch den Wald spaziert, da knallt einer doch tatsächlich innerhalb von wenigen Minuten mindestens zehn Mal in die Gegend.
      Ich wusste gar nicht, dass Hasen oder Rehe auch taub sein können und nach dem ersten Schuss nicht das Weite suchen.
      Hoffentlich hat er nicht seinen Jeep getroffen, der stand keine fünfzig Meter entfernt von der Stelle wo zu ballern anfing. 🙂

    • Heidi

      Jagd ist Töten als Freizeitsport. Schöne Schule!

    • Frage?

      Könnte das zutreffend sein? Achtung Kunjunktiv!!!

      „Der Jäger ist ein bewaffneter Alkoholiker,
      der besoffen durch den Wald ins Gasthaus schleicht!“

      Kann mir wer helfen? Ist das eventuell zutreffen?

    • Jimmy

      Nicht ein einziger sinnvoller und argumentierter Kommentar!
      Kein Plan von der Sache aber mal richtig dagegen sein!

      • Ploner Helmuth

        Dann erkläre du uns was FÜR die Jagd spricht !? Und fang erst gar nicht an mit dem Scheiß “ Heger und Pfleger“! Und dann die Weiber!!! Von Kopf bis Fuß hochweidmännisch gekleidet mit allen notwendigen bzw. überflüssigen „Accesoires“, den Porsche vom „Gebieter“ um dann in der Runde großspurig Jägerlatein zum Besten zu geben…

    • Ferdl

      Also ist Metzgern berufliches Morden?
      Wie krank unsere Gesellschaft mittlerweile geworden ist… Jeglicher Bezug zu ihren Wurzeln ging verloren. Unsere Ahnen jagten um zu überleben. Zum Glück müssen wir das nicht mehr. Dennoch ist mir die Hirschkeule oder anderes Wildpret vom ehrlichen Jäger lieber, als das medikamentös und hormonbehandelte Stück Dumping-Fleisch aus dem Supermarkt! Es gilt eben immer noch das älteste Naturgesetz: FRESSEN UND GEFRESSEN WERDEN!

      • blb

        Ich kann dir nur zu hundert prozent zustimmen.

      • Mike

        Ferdl, du gibst es wenigstens zu, dass du die Viecher abknallst um deine Gamswürste und Rehkeulen zu haben.
        Was mir aber auf den Sack geht ist dieses Geschwafle von Hege und Pflege, Erhaltung von Lebensräumen und Wildtierbeständen. Ich kenne einige Jäger persönlich und bis heute haben die immer nur mit ihren Abschüssen geprahlt und keiner von denen hat jemals in strengen Wintern an einer Wildfütterung teilgenommen.

        • peter.g

          Deshalb auch die vielen Forststrassen. Als Ausrede wurde und wird die Bringung für die Forstwirtschaft hervorgehoben. Im Grunde nützt es aber der Bringung der Abschüsse da die Jäger zu faul sind die geschossenen Widtiere auf dem eigenen Rücken ins Tal zu bringen.

        • Ferdl

          Das ist mir, als nicht-Jäger natürlich auch ein wenig ein Dorn im Auge. Es gibt immer solche und solche! Ist wie bei den Moslems: ist nicht jeder ein selbstmordattentäter! Mit den Jägern, mit denen ich im Winter manchmal gerne Heu zu den Ständen schleppe, verstehe ich mich sehr gut. Ich kann von denen eigentlich nichts schlimmes berichten. Gehe mit ihnen sogar gerne mit auf die Gamsjagd im herbst.
          Wird die Jagd verantwortungsvoll und gewissenhaft ausgeübt, gibts daran nichts auszusetzen. In Zeiten, wo Jagd ein Statussymbol geworden ist, kommen aber immer mehr die negativen auswüchse zum vorschein!

        • Flotz

          Mike, „abknallen“ ist das falsche wort.
          Zum zweiten: nur weil du „einige“ kennst die mit ihren Trophähen prahlen, heißt das 1. Noch lange nicht, dass alle so sind. 2. Dass eine Freude mit dem erlegtem auch angebracht ist.
          Alle in einen Topf zu werfen ist eine der größten Angewohnheiten der heutigen Gesellschaft. Solche wie du lassen sich von den Medien hinten bis vorne beeinflussen und verarschen.
          Ich bin Jäger, habe bis jetzt jedes Jahr geholfen das Heu für die Winterfütterung auszutragen (jeder „Bingl“ wiegt ca. 30kg und kann nicht mit dem auto bis an die Fütterungsstelle gebracht werden). Von 100 mal dass ich auf die Jagd gehe, erlege ich vielleicht 5 mal etwas. Die anderen 95 mal heist nicht dass ich nichts sehe, im gegenteil. Der Abschuss wird sorgfältig ausgewählt, eine Rehgais, die bereits älter ist, kein Kitz mehr hat und vom Wildbret her mäßig erscheint und vielleicht den Winter nicht überlebt, passt da.
          Bevor ihr also immer sofort eure unüberdachten Kommentare ablasst, lade ich euch ein einmal mit einem Gewissenhaften Jäger auf die Jagd zu gehen.

    • Vogelweider

      Ich weiß nicht, wie sehr Jäger Naturschützer sind, sie geben es jedenfalls vor. An meinem Wohnort scheinen viele Jäger über den entsprechenden Schlüssel (obwohl Naturpark!) für die Waldwege-Schranken zu verfügen. Naturschützer gegen zu Fuß!

    • Franz

      “ treffen sich zwei Jäger, beide tot “ 🙂

    • Ploner Helmuth

      Noch einmal auf die sogenannten Heger und Pfleger zurück zu kommen: wird wohl notwendig sein, aber das sollen die Jagdaufseher oder eventuell dazu bestimmte Personen übernehmen…was hat Großwildjagd in Afrika, ein Elch in Alaska für 5000€, ein Bär für Xtausend € in Sibirien mit hegen und pflegen zu tun? Wenn ich da nur auf die schießwütigen Habsburger denke die tausende von Wildtieren nur aus Spaß am Töten geschossen haben oder auf die Fuchs- und Treibjagden in England usw. Das ist reine Lust am Töten!!!

    • michl

      Jäger werden im nächsten Leben sicherlich als Schlachtvieh gebohren. 😉

    • Diego V.

      Die Jagd ist notwendig, da wir ja (fast) alle Beutegreifer ausgerottet haben. Und uns gegen die Wiederansiedelung mit Hand und Füßen wehren. Wobei ich nicht den Bären meine, aber Luchs und auch Wolf oder Geier sollten einen Chance bekommen.
      „Jagd ist nicht Spass“? Da reicht es in einschlägigen Bars reinzuschauen und den Jägern zuzuhören….mehr muss man dazu nicht sagen.

    • rambo

      David Attenborough : 3 Doktorate in Harvard – 4 in Canbridge.

      “ In Europa ist die Jagd eine sinnlose Sünde“

    • FischerFritz

      Ma dai dai, olls supergscheide Wildbiologen do oder? Von der Soch koan Tau, ober hauptsoch en tierliebn Übermensch ausser lossn. Der Adolf wor a radikaler Tierfreund und mir hobn jo gsehen wo des hingfiart hot….
      Wenns änk wirklich um Tierschutz geat, issts wianiger Fleisch ober nor oans aus artgerechter Haltung oder eben a Wild. Ober jo, zem hobbs nor wieder zu Maulen doss’s zu tuier isch…

    • kanada

      Zuwos schiesst a Jager an Auerhahn , Spielhahn ,Schneehasen…muß man die
      begrenzen? Spinnz es olle? Und wer hat die Jägerschule Hahnebaum bezahlt?
      Vielleicht das Land?

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